Neurodermitis und die Reise zur Heilung – Was meine Haut, mein Garten und mein Inneres miteinander zu tun haben

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Schon gewußt?
Wusstest du, dass unsere Haut ein echtes Wunderwerk ist? Sie erneuert sich etwa alle 28 Tage komplett – das bedeutet, du bekommst jeden Monat eine „neue“ Haut. Wenn du also heute beginnst, sie liebevoll zu behandeln, kann sie sich in nur vier Wochen sichtbar verändern! 🌿✨

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Blog schreiben soll. Schließlich ist Neurodermitis eines der größten Themen meines Lebens – ein stiller Begleiter seit meiner Geburt, mal lauter, mal leiser, aber doch immer da. Und eigentlich hat das doch wenig mit meinem Garten zu tun, oder? Lange dachte ich das. Doch mit den Jahren wurde mir klar: Der Garten hat mich nicht nur genährt, sondern auch geheilt – auf eine Weise, die ich nie erwartet hätte.

Neurodermitis ist so viel mehr als nur eine Hautkrankheit. Sie beginnt im Inneren, oft tief im Darm und zeigt sich dann nach außen. Ernährung spielt eine Rolle, aber auch die Seele. Haut ist Abgrenzung – und genau das ist eines der großen Themen meines Lebens. Wie oft habe ich mich gefragt: Wo höre ich auf, wo fängt die Welt an?

Ich weiß, wie frustrierend und zermürbend dieser Weg sein kann. Doch ich weiß auch, dass Heilung möglich ist – nicht von heute auf morgen, nicht mit einer einfachen Lösung, aber Schritt für Schritt. Und genau darüber möchte ich hier schreiben. Über alles, was ich gelernt habe. Über die kleinen und großen Veränderungen, die mir geholfen haben. Und darüber, dass so viel mehr möglich ist, als man oft denkt. Also, fangen wir an.

Neurodermitis annehmen – Der erste Schritt zur Heilung

Der erste große Schritt beginnt immer mit der Annahme. Nehmt an, dass Neurodermitis ein Teil von euch ist. Dass sie euch begleitet, manchmal leise im Hintergrund, manchmal laut und fordernd. Sie ist wie ein Spiegel eurer Seele, zeigt euch nach außen, wenn im Inneren etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und das ist – so schwer es oft fällt – auch ein Geschenk. Denn während viele einfach weitergehen, ohne innezuhalten, zwingt uns die Haut zum Hinsehen.

Annehmen bedeutet, auf einer tiefen Ebene loszulassen. Annehmen bringt Entspannung. Und genau das ist so entscheidend. Natürlich ist das leichter gesagt als getan, besonders in akuten Phasen, wenn die Haut brennt und juckt und man am liebsten aus der eigenen Hülle fliehen würde. Doch ich habe mir irgendwann angewöhnt, meine Neurodermitis nicht mehr als Feind zu sehen. Sie ist ein Begleiter – nicht erwünscht, nicht willkommen, aber eben da. Und so wie ein ungebetener Gast, der neben einem herläuft, kann man ihn wahrnehmen, ohne ihn die ganze Zeit zu beachten.

Auch den Juckreiz anzunehmen ist eine Kunst. Manchmal kommt der Punkt, an dem der Druck zu groß wird. Dann kratzt man, bis es blutet – nicht, weil man es will, sondern weil es in dem Moment die einzige Möglichkeit ist, die Anspannung zu lösen. Und das ist okay. Verurteilt euch nicht dafür. Sagt euch lieber: Jetzt ist es geschehen, aber mein Körper ist ein wunderbarer Heiler. Ich habe über die Jahre gelernt, dass meine Haut unglaublich regenerationsfähig ist. Wunden, die früher ewig gebraucht haben, schließen sich heute in wenigen Stunden oder Tagen.

Das Schlimmste, was man tun kann, ist, sich selbst für die Neurodermitis zu hassen. Denn das gibt ihr noch mehr Macht. Sie ist da – ob wir wollen oder nicht. Aber wir entscheiden, wie viel Raum wir ihr in unserem Leben geben.

Schmeißt eure Salben in den Müll!

Was habe ich mich früher eingecremt! Ich erinnere mich noch genau an die Kuren, die endlosen Wartezimmer, die sterile Atmosphäre – und dann die Teersalbe. Ein klebriges, übel riechendes Zeug, das die Haut versiegelte, die Poren verstopfte. Ich mochte es nie. Vielleicht habe ich mir damals ein kleines Trauma eingefangen. Doch es war nicht nur die Teersalbe. Cortison war mein ständiger Begleiter – innen, außen, so viel wie möglich. Damit die Haut schön dünn und empfindlich wird, damit der Kreislauf immer weitergeht. Dann kamen all die anderen Salben: Protopic, Elidel und wie sie alle hießen. Mein Schrank quoll über, überall Tuben, Döschen, Cremes. Ich habe gecremt und gecremt – und doch wurde es nie wirklich besser.

Und dann gab es diesen einen Moment, der alles verändert hat. Ich stand in meinem Garten, die Erde klebte an meinen Händen, unter den Nägeln, an den Armen. Ich war von oben bis unten dreckig, verschmiert, klebrig. Und genau da, mitten in diesem Chaos, wurde mir klar: Mein Körper braucht nichts. Keine Salben, keine Cremes, kein ständiges Einfetten. Heilung kommt nicht von außen – sie beginnt von innen.

Von einem Tag auf den anderen habe ich alles weggeworfen. Alle Tuben, alle Salben, alles, was mit Cremen zu tun hatte. Stattdessen habe ich mir eine einfache Kernseife gekauft und nur noch kalt geduscht. Am Anfang war es hart – meine Haut hatte verlernt, sich selbst zu regulieren. Sie wurde noch trockener, spannte, riss ein. Es fühlte sich fast an wie ein Entzug. Doch nach und nach begann mein Körper, das zu tun, was er immer tun sollte: sich selbst zu versorgen. Die Haut wurde widerstandsfähiger, das ewige Cremen überflüssig.

Heute lasse ich meine Haut in Ruhe. Wenn sie wirklich einmal Pflege braucht, dann nur mit den einfachsten Dingen: Kokosöl, Sheabutter, vielleicht ein wenig Ringelblumensalbe – am liebsten selbst gemacht, weil die Ringelblume für mich sowieso eine Herzenspflanze ist. Aber im Sommer? Da kommt auf meine Haut nur kaltes Wasser und Sonne.

Wasser – Mehr ist Mehr

Damit eure Haut geschmeidig bleibt, braucht sie Feuchtigkeit – von innen. Und das bedeutet: trinken, trinken, trinken. Ich habe immer eine große Wasserflasche dabei und verteile das Trinken über den ganzen Tag. Mindestens zwei Liter, oft auch drei. Menschen mit Neurodermitis brauchen besonders viel Wasser, um ihre Haut zu versorgen und den Körper zu unterstützen.

Und wenn ich von Wasser rede, dann meine ich Wasser – pures H₂O. Kein fancy Detox-Wasser, keine teuren Flaschen aus dem Bioladen. Einfach klares Leitungswasser. Ihr müsst euch keinen teuren Filter anschaffen, keine Plastikflaschen schleppen, die mit BPA belastet sind. Leitungswasser reicht völlig. Trinkt bewusst, trinkt regelmäßig – eure Haut wird es euch danken. Ihr werdet merken, dass sie geschmeidiger wird, weniger spannt. Und all die Stoffe, die nicht in euren Körper gehören, werden leichter ausgeschwemmt.

Klar, es gibt einen kleinen Haken: Man muss oft auf die Toilette. Aber auch das kann eine bewusste Pause sein, ein Moment, um durchzuatmen. Und damit sind wir beim nächsten Schlüssel: Entspannung.

Entspannung – der Schlüssel, der nicht ins Schloss will

Entspannung – eines der großen Themen, mit denen ich mich immer wieder auseinandersetze. Und bis heute habe ich nicht den einen, richtigen Weg gefunden. Ich habe es mit Meditation versucht, saß da, atmete, wollte meinen Geist zur Ruhe bringen – und bin grandios daran gescheitert.

Für mich liegt die beste Entspannung nicht in der Stille, sondern in der Bewegung. Ich liebe es, zu laufen, Fahrrad zu fahren, einfach draußen zu sein. Im Garten vor mich hin zu werkeln, Erde an den Händen, Wind auf der Haut. Bewegung bringt mich in den Fluss, bringt mich raus aus dem Kopf, rein ins Hier und Jetzt. Und das Beste daran? Frische Luft, Sauerstoff – Balsam für die Haut.

Aber vielleicht bist du ganz anders. Vielleicht findest du deine Ruhe doch in der Meditation. Dann versuch es. Oder in der bewussten Atmung – auch das kann ein Schlüssel sein. Sich mit jedem Atemzug ein Stück mehr annehmen. Mit all der Unruhe, mit der Haut, die manchmal schreit. Denn nicht jeder Mensch ist still und in sich gekehrt. Manche von uns tragen Feuer in sich. Und wenn die Energie zu viel wird, dann lass sie raus – lauf, fahr Rad, grabe im Garten.

Und dann gibt es da noch etwas, das mich auf einer ganz anderen Ebene tief entspannen lässt: mein Klavier. Wenn meine Hände über die Tasten gleiten, wenn die Töne in den Raum fließen, dann passiert etwas in mir. Musik heilt. Vielleicht nicht die Haut, aber das, was unter ihr liegt.

Deine Bestimmung – der Weg zur Heilung

Und damit kommen wir zum wichtigsten Teil. Dem kraftvollsten, dem schönsten, dem vielleicht entscheidendsten Punkt auf deinem Weg zur Heilung: Lebe das Leben, für das du bestimmt bist.

Jeder Mensch trägt eine Bestimmung in sich. Eine Richtung, eine innere Melodie, die nur darauf wartet, gespielt zu werden. Für mich ist es meine Familie, mein Garten, das Laufen, meine Musik. Immer wenn ich diesen Weg gehe, wenn ich mich in der Erde vergrabe, wenn ich Klänge fließen lasse, wenn ich in den Augen meiner Liebsten Heimat finde – dann ist meine Haut ruhig. Dann bin ich im Einklang, dann bin ich bei mir. Und mein stiller Begleiter, die Neurodermitis, trottet ein wenig traurig hinter mir her, fast so, als hätte sie nichts mehr zu tun.

Doch sobald ich mich entferne, sobald ich meine Bestimmung vernachlässige, Dinge tue, die nicht zu mir gehören, meldet sich mein Begleiter zurück. Laut, fordernd, unüberhörbar. Und dann frage ich mich: Warum? Warum sollte ich meine Zeit in diesem kurzen Windhauch, der unser Leben ist, mit Dingen verschwenden, die nicht meinem Wesen entsprechen?

Unsere Zeit hier ist ein Atemzug, ein Flüstern im Universum. Also nutze diesen Hauch, folge dem, was dich lebendig macht. Finde heraus, was dich in Einklang bringt. Und geh diesen Weg.

Lebendige Nahrung für ein lebendiges Leben

Ich möchte noch einmal auf das Thema Ernährung zurückkommen, auch wenn sie vielleicht nicht die größte Rolle spielt. Doch eine Sache habe ich durch meinen Garten gelernt: Unser Körper wird genährt durch das, was Leben in sich trägt.

Lebensmittel, die lebendig sind – das sind Pflanzen. Sie wachsen, sie atmen, sie wandeln das Licht in Energie um und schenken uns diese Kraft weiter. Je frischer, je unverfälschter sie sind, desto mehr tun sie uns gut. Und wenn du sie sogar selbst anbaust, mit deinen Händen in der Erde, mit Liebe und Achtsamkeit, dann schenken sie dir nicht nur Nährstoffe, sondern auch ein Stück Lebensenergie zurück.

Ihr braucht keine Superfoods, keine fancy Wundermittel, die euch speziell für Neurodermitis verkauft werden. Was wirklich zählt, ist Einfachheit. Vielleicht lohnt es sich, in ein gutes Öl zu investieren, vielleicht auch hin und wieder bewusster zu essen, das eine oder andere verarbeitete Produkt wegzulassen. Ich selbst ernähre mich schon lange pflanzenbasiert – nicht dogmatisch, sondern aus tiefem Gefühl heraus. Mein Garten gibt mir, was ich brauche. Und kombiniert mit der Überzeugung, dass diese Nahrung mich heilt, wird sie zu einem weiteren kleinen Schlüssel – nicht zur perfekten Lösung, aber zu einer sanften, beständigen Verbesserung.

Fermentierte Lebensmittel – Nahrung für den Darm, Heilung für die Haut

Ein Punkt, den ich unbedingt noch ansprechen möchte: Fermentierte Lebensmittel.

Neurodermitis hat ihren Ursprung oft im Darm – und genau hier setzt Heilung an. Unser Darm ist nicht einfach nur ein Verdauungsorgan, sondern ein stiller Begleiter, den wir pflegen und hegen sollten wie einen guten Freund. Denn nur wenn er im Gleichgewicht ist, kann auch unsere Haut ins Gleichgewicht kommen.

Fermentierte Lebensmittel in mein Leben zu integrieren, war für mich auch ein Wendepunkt. Ich spreche hier nicht von riesigen Mengen – es braucht keine Kilos. Ich esse einfach jeden Tag eine kleine Schale vor dem Essen, sei es Kimchi, Sauerkraut oder meine eigene fermentierte Rote Bete. Und das tut mir unglaublich gut.

Es fühlt sich an, als würde ich mit jeder Mahlzeit meinen Darm langsam aufbauen, Schicht für Schicht. Kombiniert mit frischen Lebensmitteln, hochwertigen Ölen und einer pflanzenbasierten Ernährung ist das für mich zu einem weiteren Schlüssel geworden. Keine schnelle Lösung, keine Wunderheilung – aber ein beständiger Weg hin zu mehr Wohlbefinden, von innen nach außen.

Werde dir deiner Selbst bewusst

Selbstbewusstsein ist ein wahrer Game-Changer. Es ist mehr als nur ein Gefühl – es ist eine Haltung. Kennt euren Platz in diesem Leben, umarmt euch selbst und liebt euch für das, was ihr seid. Jede Falte, jedes Muttermal, jede Narbe – sie gehören zu euch, zu eurem einzigartigen Weg. Wenn ihr euch selbst liebt und anerkennt, wenn ihr euren Körper so akzeptiert, wie er ist, dann wird euch niemand mehr einreden können, dass ihr nicht genug seid oder nicht richtig seid.

Glaubt mir, wahres Selbstbewusstsein ist der Schlüssel. Je mehr ihr in eure Kraft wachst, desto leiser wird euer stiller Begleiter. Erst ein Flüstern, dann ein Echo aus längst vergangenen Tagen. Vielleicht bleibt er als Schatten eurer Geschichte – doch ohne Gewicht, ohne Macht. Und eines Tages werdet ihr zurückblicken, mit Narben, ja, aber ohne Furcht. Denn ihr seid nicht länger Gefangene eurer Vergangenheit. Ihr seid frei.

Ich wünsche euch von Herzen viel Glück auf eurer Reise.

Wenn ihr euch jetzt fragt, was die ganzen Bilder mit den Texten zu tun haben, das sind alles Momente, in denen ich mit mir im Einklang war.

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  1. Patricia says:

    Toll!!! Wunderbar geschrieben…….! 🥹

    1. Danke liebe Patricia!

  2. Sehr schön,sinnvoll und gut zu lesen.

    1. Dankesehr 🙂

  3. Danke für deine Offenheit und deine Denkanstösse 🐝

    1. Sehr gern liebe Anja 🙂

  4. Gabriele says:

    Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Schön dass du es mit deinen Worten so wundervoll erklärt hast, wie die Natur hilft uns gesund und glücklich zu machen. Danke dafür!

    1. Sehr gern. Danke für deine Worte!

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