Das Milchschaf – Käsegenuss bei Cordula auf dem Neustädter Markt

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Schon gewußt?
Wusstest du, dass Käse zu den ältesten fermentierten Lebensmitteln der Welt gehört? Archäologen haben 3.200 Jahre alte Käsereste in Ägypten gefunden – ein Beweis dafür, dass Menschen schon in der Antike Käse herstellten! 🧀😊

Wer am Mittwoch oder Samstag über den Neustädter Markt in Hildesheim schlendert, wird unweigerlich von einem besonderen Lachen angezogen: Cordula, die Powerfrau mit dem Käsewagen, ist seit fast acht Jahren fester Bestandteil des Marktgeschehens. Mit ihrem Team bringt sie nicht nur ausgezeichneten Käse an den Mann oder die Frau, sondern auch jede Menge positive Energie. Ihr Lachen ist genauso unverwechselbar wie ihre Leidenschaft für Käse.

Cordula steht in engem Kontakt mit den Erzeugern und setzt auf Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität. Sie hat selbst einige Schafe, die sie zwar nicht melkt, zu denen sie jedoch eine starke Verbindung aufgebaut hat – ein Zeichen dafür, wie sehr sie Tiere und ihre Produkte wertschätzt.

Ich selbst bin seit langer Zeit Stammkunde bei Cordula, und über die Jahre hat sich eine echte Freundschaft entwickelt. Sie ist nicht nur scharfsinnig und voller Tatendrang, sondern auch jemand, mit dem man tiefgründige Gespräche führen kann. Es war mir daher eine große Freude, sie als dritten Gast in meinem Podcast zu begrüßen. Gemeinsam haben wir über die Kunst der Käseherstellung, die Unterschiede zwischen gutem und minderwertigem Käse sowie über nachhaltige Ernährung gesprochen – ein inspirierendes Erlebnis, das mich auch in puncto vegane Alternativen zum Nachdenken gebracht hat.

Wie wird Käse überhaupt hergestellt?

Käseherstellung ist ein faszinierender Prozess, der mit frischer Milch beginnt. Hier die wichtigsten Schritte:

  1. Gerinnung: Die Milch wird mit Lab oder Milchsäurebakterien versetzt, um sie zum Gerinnen zu bringen.
  2. Käsebruch: Die geronnene Milch wird geschnitten, wodurch sich Molke von der festen Masse trennt.
  3. Formen und Pressen: Der Käsebruch wird in Formen gegeben und eventuell gepresst, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen.
  4. Reifen: Je nach Käsesorte folgt die Reifung, bei der Geschmack und Textur entstehen. Manche Käsesorten reifen nur wenige Tage, andere mehrere Jahre.

Jeder dieser Schritte beeinflusst den Geschmack und die Qualität des Käses – was uns zum nächsten Punkt bringt.

Was unterscheidet guten Käse von Supermarktware?

Guter Käse erzählt eine Geschichte. Er wird aus hochwertiger Milch hergestellt, oft in kleinen Käsereien, die auf natürliche Zutaten und traditionelle Verfahren setzen. Supermarktkäse hingegen wird häufig industriell gefertigt, mit Zusatzstoffen angereichert und unter hohem Zeitdruck produziert. Die Unterschiede schmeckt man: Echter Käse hat komplexe Aromen, eine natürliche Konsistenz und eine Seele – die fehlt der Massenware.

Die vegane Käsebewegung: Eine differenzierte Betrachtung

Auch vegane Käsealternativen sind inzwischen auf dem Vormarsch. Sie bestehen meist aus Nüssen, Pflanzenölen oder Hülsenfrüchten und werden ähnlich wie Käse fermentiert. Besonders spannend ist, wie kreativ die Hersteller dabei sind: Von cremigem Cashew-Camembert bis hin zu würzigem Mandelnuss-Parmesan gibt es viele innovative Produkte. Zwar ist veganer Käse geschmacklich anders, aber er bietet Menschen, die tierische Produkte meiden möchten, eine echte Alternative.

Cordula hat mich jedoch im Gespräch mit ihrer Sichtweise zum Nachdenken gebracht. Ist es wirklich nachhaltiger, Cashewnüsse oder Mandeln, die oft vom anderen Ende der Welt importiert werden, für Käsealternativen zu nutzen, statt auf regionale Produkte von vertrauten Biohändlern zurückzugreifen? Diese Frage wirft einen wichtigen Punkt auf: Nachhaltigkeit sollte stets ganzheitlich betrachtet werden und Regionalität spielt dabei eine entscheidende Rolle. Manchmal ist es sinnvoller, bewusste Entscheidungen für regionale Lebensmittel zu treffen, die kurze Transportwege und transparente Herstellungsbedingungen bieten. Diese Überlegungen regen dazu an, die eigene Ernährung differenzierter zu betrachten und ökologische sowie soziale Aspekte mit einzubeziehen.

Warum sollte man kleine Marktstände unterstützen?

Marktstände wie Cordulas Käsewagen sind das Herzstück einer lebendigen und nachhaltigen Esskultur. Hier kauft man nicht nur hochwertige Produkte, sondern unterstützt gleichzeitig regionale Erzeuger und traditionelle Handwerkskunst. Ein weiterer Vorteil: Auf Märkten gibt es oft die Möglichkeit, Produkte unverpackt oder mit minimaler Verpackung zu kaufen, was die Umwelt zusätzlich entlastet.

Die kurzen Transportwege von regionalen Waren tragen ebenfalls zur Nachhaltigkeit bei und reduzieren den CO₂-Fußabdruck erheblich. Zudem schafft der persönliche Kontakt zu den Verkäufern eine besondere Vertrauensbasis. Man kann Produkte probieren, Fragen stellen und die Geschichten hinter den Lebensmitteln erfahren – ein Einkaufserlebnis, das weit über das bloße Konsumieren hinausgeht. Jeder Marktbesuch stärkt die Vielfalt, den Erhalt kleiner Betriebe und fördert eine bewusste Lebensweise.

Cordula und ihre Leidenschaft für Käse

Cordula ist mehr als nur Käseverkäuferin – sie ist eine Botschafterin für guten Geschmack und herzliche Begegnungen. Auf ihrer Website Das Milchschaf bietet sie Informationen über ihre Produkte und organisiert regelmäßig Verkostungen und Veranstaltungen. Diese sind ein echtes Highlight, bei denen man nicht nur außergewöhnliche Käsesorten entdecken, sondern auch Cordulas Leidenschaft hautnah erleben kann.

Ob auf dem Markt oder in einem ihrer Events: Cordula inspiriert Menschen mit ihrer Energie, ihrem Wissen und ihrer Liebe zum Detail – ein echter Genuss für alle Sinne. Viel Spaß beim Hören des Interviews:

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