Sanft gleitet mein Auto über die Landstraßen Richtung Nordstemmen. Die Musik von Joep Beving erfüllt den Innentraum mit zarten Klavierklängen, die meine Gedanken abschweifen lassen. Heute ist ein besonderer Tag – mein erstes Interview und es fühlt sich an wie eine Reise zu meinen Wurzeln. Ich werde Henrike und Arian treffen, zwei Menschen, die ich aufrichtig bewundere.
Henrike und Arian, ein junges Paar, das ursprünglich Produktdesign studiert hat, leben einen Traum, den viele teilen: kreativ und frei arbeiten zu können. Doch sie haben eine ungewöhnliche Wendung in ihrem Weg genommen, eine Rückkehr zur Erde. Anstatt mit Designstücken, arbeiten sie nun mit der Natur – mit Erde, Sonne und Saatgut. Vor einem halben Jahr übernahmen sie eine kleine Gärtnerei hier in Nordstemmen und wagten es, diesen Ort in eine solidarische Landwirtschaft zu verwandeln.
Mehr als Gemüse – eine Kiste voller Verbundenheit

Auf knapp 400 Quadratmetern Gewächshaus- und 3500 Quadratmetern Freilandfläche, wachsen heute verschiedenste Gemüsesorten, die sie hegen und pflegen. Ganz ohne Pestizide und mit der Hingabe, die der Boden verlangt. Woche für Woche stellen sie liebevoll Kisten mit dem frischesten Gemüse zusammen, das sie dann an eine Gemeinschaft von 70 Kundinnen und Kunden verteilen. Für diese Menschen ist es mehr als eine Gemüsekiste – es ist ein Stück gelebte Verantwortung, eine Verbundenheit mit den Zyklen der Jahreszeiten und der Erde.
Eine nachhaltige Alternative: Solidarische Landwirtschaft für Gemeinschaft und Zukunft
Das System, das Henrike und Arian mit Herzblut betreiben, nennt sich Solidarische Landwirtschaft und es wächst langsam, aber stetig. In einer Zeit, in der Supermarktregale mit künstlichen Produkten aus aller Welt prall gefüllt sind, wächst auch die Sehnsucht der Menschen nach etwas Handgemachtem. Sie suchen nach Lebensmitteln, die regional und mit Liebe angebaut wurden – etwas, das nicht nur satt macht, sondern auch verbindet. Solidarische Landwirtschaft ist für viele Menschen ein Weg, um diesen Bedürfnissen näher zu kommen.

Solidarische Landwirtschaft erinnert uns daran, dass Nahrung nicht einfach eine Ware ist, sondern ein Geschenk der Natur, das umsichtig und wertschätzend behandelt werden möchte. Ich selbst bin überzeugt von dieser Idee, die mehr als eine Ergänzung zur konventionellen Landwirtschaft ist. Solidarische Landwirtschaft könnte sogar eine nachhaltige Alternative darstellen, denn sie bietet einige entscheidende Vorteile:
- Frische und Qualität: Die Lebensmittel, die durch solidarische Landwirtschaft erzeugt werden, sind in der Regel deutlich frischer und reifer als solche aus dem Supermarkt. Da sie ohne lange Transportwege direkt vom Feld zum Verbraucher kommen, bewahren sie ihren vollen Nährstoffgehalt und Geschmack.
- Transparenz und Vertrauen: Die Menschen wissen, woher ihr Essen kommt, wer es angebaut hat und wie es produziert wurde. Die Verbindung zu den Produzentinnen und Produzenten schafft Vertrauen und gibt ein Gefühl der Sicherheit. Man bekommt ein Stück Erdverbundenheit zurück, ein Wissen um das, was uns wirklich nährt.
- Gemeinschaft und Verantwortung: Solidarische Landwirtschaft ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Modell. Die Mitglieder teilen die Ernte und auch die Verantwortung. Sie erleben mit, wie die Natur sich im Lauf der Jahreszeiten verändert, und spüren, dass Nahrung nicht nur ein Produkt, sondern ein Prozess ist, an dem sie teilhaben.
- Nachhaltigkeit und ökologische Vorteile: Die Produktion in solidarischen Landwirtschaftsbetrieben erfolgt oft ohne chemische Pestizide und Düngemittel. Indem der Boden schonend bewirtschaftet wird, bleibt die Fruchtbarkeit langfristig erhalten. Außerdem führt das Modell dazu, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, weil die Ernte direkt auf die Mitglieder abgestimmt wird.
Die Erde verbindet: Gespräche im Gewächshaus von IMMERGRÜN

Nun sitze ich hier, in einem der Gewächshäuser von Henrike und Arian. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee steigt auf, serviert in ihrer unkonventionellen Art – mit viel Bodensatz, so kräftig und ehrlich wie sie selbst. Wir sprechen über die solidarische Landwirtschaft, während mein Blick immer wieder auf Henrikes leuchtende Augen fällt. Arian sprüht vor Begeisterung, erzählt von neuen Ideen und Plänen.
Hinter uns kämpfen kleine Pflänzchen in der kühlen Herbstluft um ihre ersten Blätter. In diesem Moment fühle ich mich so verbunden wie nie zuvor. Wenn es Menschen gibt, die mit so viel Liebe und Hingabe etwas erschaffen – wie könnte man das nicht unterstützen? Einige Informationen folgen noch, doch der wahre Kern dieser Geschichte wird sich im Gespräch zeigen. Schön, dass es euch gibt, Henrike und Arian!
IMMERGRUEN: Frisches Gemüse – regional, saisonal und aus liebevoller Handarbeit
Die solidarische Landwirtschaft IMMERGRUEN versorgt ihre Mitglieder das ganze Jahr über mit frischem, saisonalem Gemüse, das in liebevoller Handarbeit auf Feldern in Nordstemmen angebaut wird. Mit einem Abo erhältst du wöchentlich eine vielfältige Auswahl von 5-7 Sorten Gemüse – darunter sowohl beliebte als auch seltenere Sorten. Ein Probe-Abo für vier Wochen und ein vergünstigtes „Studi-Abo“ bieten außerdem Einstiegsmöglichkeiten für Interessierte.

Die solidarische Landwirtschaft IMMERGRUEN versorgt ihre Mitglieder das ganze Jahr über mit frischem, saisonalem Gemüse, das in liebevoller Handarbeit auf Feldern in Nordstemmen angebaut wird. Mit einem Abo erhältst du wöchentlich eine vielfältige Auswahl von 8-11 Sorten Gemüse – darunter sowohl beliebte als auch seltenere Sorten. Ein Probe-Abo für vier Wochen und ein vergünstigtes „Studi-Abo“ bieten außerdem Einstiegsmöglichkeiten für Interessierte.
Die Solawi legt Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und direkte Gemeinschaftsverbindungen. Weitere Informationen findest du auf ihrer Webseite: Solawi Immergrün.
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