Auch meine Amseln im Garten wissen, was gut ist. Kaum hängt mein Aronia-Busch voller reifer Beeren, sitzen sie darin und picken sich hier und da eine Köstlichkeit heraus. Dieses Jahr blieb ich ganz gelassen – der Busch war so übervoll, dass ich selbst kaum hinterherkam, diese zauberhafte Beere zu verarbeiten.

Inzwischen ist er abgeerntet, die Regale sind gefüllt mit Aronia-Produkten, und ein paar Beeren habe ich natürlich auch für die Amseln hängen lassen. Heute möchte ich ein Loblied auf diese wunderbare Beere singen – und euch dazu ermutigen, euch mehr mit ihr zu beschäftigen.
Vielleicht pflanzt ihr euch, wenn ihr einen Garten habt, auch einen Aronia-Strauch in eine Ecke. Er wird euch lange Freude bereiten – und euch sicher nicht enttäuschen.
Antioxidative Superkraft
Die Aronia melanocarpa – auch Schwarze Apfelbeere genannt – stammt ursprünglich aus Nordamerika und fand um 1900 ihren Weg nach Russland, wo ihr enormes Potenzial erkannt und erforscht wurde. Bekannt für ihre extreme Frosthärte, verträgt sie Temperaturen bis –30 °C – eine Kraft, die sie auch an den Menschen weitergeben kann.

Aronia ist reich an Polyphenolen, insbesondere Anthocyanen – deutlich mehr als bei anderen Beeren. Laut Wiki enthält sie z. B. 1 480 mg Anthocyane pro 100 g Trockengewicht andere Quellen sprechen sogar von 200 bis 1 000 mg pro 100 g Frischbeeren. Mehr Antioxidantien bedeutet: Schutz vor freien Radikalen, also Zellschäden, die Alterung und Krankheiten begünstigen können.
Gesundheitliche Effekte im Überblick
Herz-Kreislauf & Stoffwechsel: In einer Studie mit Menschen, die am sogenannten metabolischen Syndrom litten, zeigte sich: Wer zwei Monate lang täglich 100 mg Aronia-Extrakt einnahm, konnte damit die Blutgerinnung positiv beeinflussen und den LDL-Cholesterinspiegel senken.
Antioxidativer Schutz: Bereits ein Glas (150 ml) Aroniasaft pro Tag über vier Wochen verringerte messbar den oxidativen Stress im Körper und half, rote Blutkörperchen vor Belastungsschäden zu schützen.
Cholesterin & Diabetes: Tierversuche mit Ratten ergaben, dass Aroniabeeren bei cholesterinreicher Ernährung das Ansteigen der Blutfettwerte verhindern können. In einer Studie mit Menschen, die an Typ-2-Diabetes litten, führte der regelmäßige Verzehr über drei Monate zudem zu niedrigeren Blutzuckerwerten (inklusive HbA1c) sowie gesenktem Cholesterin.
Weitere Effekte (Laboruntersuchungen): In Labortests zeigte Aronia eine antivirale Wirkung, hemmte das Wachstum bestimmter Krebszellen und wirkte antibakteriell. Diese Ergebnisse stammen jedoch ausschließlich aus Laborversuchen und lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
Vom Busch ins Glas – drei Wege voller Geschmack
Da stand ich nun – vor meinem prall behangenen Aronia-Busch. Die Äste bogen sich schwer unter der Last der dunklen, glänzenden Beeren, manche berührten schon fast den Boden. Ein Bild voller Fülle – und in meinem Kopf die Frage: Was soll ich nur alles daraus machen? Der erste Impuls war klar: Aronia-Marmelade. Nach zehn Gläsern und gerade einmal fünf Prozent der Ernte verarbeitet, war meine Lust auf Marmeladekochen jedoch fürs Erste gestillt.

Also ging es weiter mit Schritt zwei: einem duftenden Aronia-Kompott, verfeinert mit Ingwer und Kurkuma. Wärmend, würzig, und das Rezept findet ihr natürlich auch auf meinem Blog. Schritt drei war eine kleine Entdeckung: Aronia-Beeren in Honig. Über mehrere Monate dürfen sie darin sanft fermentieren und entwickeln dabei ein Aroma, das nicht nur köstlich, sondern auch wohltuend ist. So holt ihr euch im Winter noch einmal die volle Portion Antioxidantien ins Haus.
In diesem Rezept möchte ich euch außerdem zeigen, wie ihr Aronia-Beeren am besten entsaftet – und warum sich auch der Trester, die Pressrückstände, noch in wahre Leckereien verwandeln lässt. Jeden Abend vor dem Schlafengehen gönnen wir uns ein kleines Schnapsglas von unserem frisch gepressten Aronia-Saft – über den gesamten Herbst und Winter hinweg. Viel Spaß beim ausprobieren!

Sven`s Aroniabeerensaft
Kochutensilien
- 1 Dampfentsafter
- 2 Flaschen 250 ml
- 1 Schneebesen oder Löffel
- 1 Sieb falls Saft später gefiltert werden soll
Zutaten
- 1 kg frische Aronia-Beeren
Anleitungen
- Beeren vorbereiten: Beeren verlesen, waschen und von Stielen befreien.
- Dampfentsafter vorbereiten: Dampfentsafter gemäß Herstellerangabe mit Wasser füllen.
- Beeren einfüllen: Beeren in den oberen Korb des Entsafters geben.
- Wasser zum Kochen bringen: Deckel aufsetzen und Wasser zum Kochen bringen.
- Saft gewinnen: Den Saft etwa 20–40 Minuten ablaufen lassen, bis die Beeren ihre Farbe verlieren und der Saft klar wird.
- Abfüllen und lagern: Saft auffangen, nach Belieben heiß in sterilisierte Flaschen füllen oder abkühlen lassen und kühl lagern.
- Einnahme: Jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Schnapsglas trinken.
- Tipp: Was tun mit dem Trester? Die Pressrückstände, also der Trester, müssen nicht entsorgt werden – im Gegenteil: Aus ihnen lassen sich viele leckere Dinge zaubern. Ihr könnt den Trester zum Beispiel zusammen mit Apfel- oder Birnensaft und etwas Gelierzucker zu Marmelade oder Gelee verarbeiten. Auch als Zutat für Smoothies, Müslis oder Joghurt eignet er sich hervorragend, einfach klein pürieren und unterrühren. Wer gerne backt, kann den Trester in Muffins, Kuchen oder Energy Balls einarbeiten – das gibt Farbe, Geschmack und extra Ballaststoffe. Und wer ein Pulver mag, kann den Trester trocknen und mahlen, um ihn später als natürlichen Farbstoff oder Nährstoff-Booster in Smoothies oder Müsli zu verwenden. So lässt sich die ganze Kraft der Aronia-Beere nutzen – nichts geht verloren!