Wer kennt das nicht? Ein langer Tag liegt hinter einem, man macht es sich gemütlich, die Beine hoch, die Lieblingsserie läuft – und kaum versieht man sich, ist die Chipstüte geöffnet. Knuspernd wandert eine Handvoll nach der anderen in den Mund, während sich die Krümel heimlich ins Sofa schleichen. Die Tüte? Leer. Der Hunger? Immer noch da.

Die Kalorien? Die machen es sich dafür umso bequemer – direkt auf den Hüften. Ich persönlich hab’s nicht so mit Chips und Hüftgold — aber ich weiß, dass viele genau dabei schwach werden. Deshalb habe ich heute einen Snack für euch, der alles kann: knusprig, würzig, lecker und trotzdem gut für euch! Palmkohlchips! Knabbern ohne Reue — und wer mag, dippt sie noch in eine cremige, vegane Cashew-Cheese-Creme. Bewusst snacken statt bewusstlos snacken!
Palmkohl – Schwarzer Star im Garten
Palmkohl — auch Schwarzkohl oder Cavolo Nero genannt — ist ein echter Schatz im Gemüsebeet. Mit seinen langen, dunkelgrünen Blättern sieht er fast aus wie eine kleine Palmenallee im Garten. Und das Beste: Er ist robust, pflegeleicht und kann fast das ganze Jahr geerntet werden.

Aussaat & Ernte: Palmkohl kannst du im Frühling aussäen, den ganzen Sommer über beernten und oft bis weit in den Winter hinein frisch vom Beet holen. Ein paar Frostgrade machen ihm gar nichts — im Gegenteil: Ein bisschen Kälte macht ihn sogar noch aromatischer.
Vielseitig in der Küche: Palmkohl ist ein echter Allrounder. Du kannst ihn dünsten, zu deftigen Eintöpfen geben, im Smoothie mixen oder — wie hier — zu knusprigen Chips veredeln. Auch in Pasta-Gerichten, Currys oder in herzhaften Quiches macht er eine gute Figur.
Nährstoffpower: Palmkohl steckt voller Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin K, Eisen, Calcium und Ballaststoffen. Er wirkt entzündungshemmend, stärkt die Abwehrkräfte und liefert jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe. Ein echtes Superfood, nur ohne Marketing-Hype — direkt aus dem Garten!
Übrigens: In der Toskana gilt Palmkohl als kleines grünes Glück. Früher hat man die ersten Blätter getrocknet in der Küche aufgehängt – damit der Haushalt nie leer und der Wintervorrat immer reichlich ist.
Palmkohlchips – Ofen oder Dörrautomat?
Für die knusprigen Palmkohlchips gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst sie entweder im Dörrautomaten trocknen oder im Backofen zubereiten. Im Dörrautomaten werden die Chips besonders schonend getrocknet.

So bleiben die wertvollen Nährstoffe weitgehend erhalten, der Geschmack wird intensiver und die Blätter werden wunderbar knusprig, ohne zu verbrennen. Falls du keinen Dörrautomaten hast, brauchst du dir keine Sorgen zu machen – es funktioniert auch ganz einfach im Backofen. Backe die Chips bei niedriger Temperatur und schau zwischendurch immer mal wieder nach, damit sie schön knusprig werden, aber nicht zu braun.
Cashew-Cheese-Creme: Der perfekte Dip
Jetzt wird’s richtig gut: Statt die Chips mit der Käsecreme zu marinieren, kannst du dir ganz einfach einen cremigen Dip mixen und die knusprigen Blätter direkt darin baden. Die Cashew-Cheese-Creme ist mild-nussig, leicht käsig dank Hefeflocken und vollgepackt mit Umami – ganz ohne tierische Zutaten.
Die Creme ist nicht nur ein genialer Begleiter für deine Palmkohlchips, sondern auch vielseitig einsetzbar: Du kannst sie als Brotaufstrich verwenden, aufs Sandwich streichen, zu Ofengemüse reichen oder einfach mit Gemüsesticks löffeln. Sie schmeckt frisch, würzig und macht aus jedem Snack einen kleinen Genussmoment.
Also: Chips knuspern, Dip eintauchen, Augen schließen – und genießen!

Sven`s Palmkohlchips mit Cashew-Cheese-Dip
Kochutensilien
- 1 Messer & Schneidebrett
- 1 Große Schüssel
- 1 Dörrautomat oder Backofen mit Backblech & Backpapier
- 1 Mixer für den Dip
- 1 Schälchen für den Dip
Zutaten
Für die Chips:
- 1 Bund Palmkohl ca. 300–400 g
- 2 EL Olivenöl
- ½ TL Salz
- Gewürze nach Geschmack z. B. geräuchertes Paprikapulver, Knoblauchpulver, Chili, Hefeflocken
Für den Cashew-Cheese-Dip:
- 50 Gramm Cashewkerne mind. 2 Stunden eingeweicht
- 2 EL Hefeflocken
- 1 EL Zitronensaft
- 3 EL Wasser oder mehr, je nach gewünschter Cremigkeit
- 1 EL Leinöl alternativ Olivenöl
Anleitungen
- Palmkohl vorbereiten: Die Blätter waschen, gut trocknen und die dicken Blattrippen herausschneiden. In mundgerechte Stücke zupfen.
- Würzen: In einer großen Schüssel die Blätter mit Olivenöl, Salz und Gewürzen nach Wahl sanft einmassieren, bis alles schön überzogen ist.
- Trocknen im Dörrautomaten: Die marinierten Blätter locker auf die Dörrgitter legen. Bei 45–50 °C ca. 4–8 Stunden trocknen, bis sie knusprig sind.
- Oder im Backofen: Ofen auf 90–100 °C Umluft vorheizen. Die Blätter auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Ca. 30–40 Minuten backen, dabei regelmäßig nachsehen und die Ofentür einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweicht.
- Cashew-Cheese-Dip mixen: Die eingeweichten Cashews abgießen und zusammen mit Hefeflocken, Zitronensaft, Wasser, Salz und (optional) Knoblauch in ein schmales, hohes Gefäß geben. Mit dem Stabmixer so lange pürieren, bis eine glatte, cremige Konsistenz entsteht. Bei Bedarf noch etwas Wasser oder mÖl hinzufügen, bis der Dip die gewünschte Cremigkeit hat.
- Servieren & snacken: Die knusprigen Chips mit dem Cashew-Cheese-Dip in einer kleinen Schale servieren. Reindippen, wegknuspern, glücklich sein!