Sven´s grünes Kräuterbrot – Photosynthese zum Anbeißen

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Schon gewußt?
Chlorophyll ist fast identisch aufgebaut wie das Hämoglobin in unserem Blut – der einzige Unterschied ist, dass im Zentrum von Chlorophyll ein Magnesium-Ion sitzt, während es bei Hämoglobin ein Eisen-Ion ist. Manche nennen Chlorophyll deshalb auch „das grüne Blut der Pflanzen“. Kein Wunder also, dass es unserem Körper so guttut: Es kann helfen, die Blutbildung zu unterstützen, die Entgiftung anzuregen und sogar das Immunsystem zu stärken.

Nachdem ich so begeistert von meinen grünen Naanbroten war, wollte ich natürlich auch ausprobieren, ob man diesen grünen Effekt nicht auch in ein Sauerteigbrot einbauen kann.
Das Prinzip ist im Grunde das gleiche: Ich habe Wasser mit einer Handvoll Spinat und ein paar Wildkräutern wie Giersch, Löwenzahn, Brennnessel und Gundermann im Mixer zu einer leuchtend grünen Flüssigkeit verwandelt.

Diese grüne Essenz habe ich dann mit meinem Weizensauerteig und Mehl vermengt – der Teig wurde schön geschmeidig und ließ sich wunderbar verarbeiten. (An dieser Stelle wollte ich nicht zum hundertsten Mal „mixen“ schreiben – ihr wisst schon, was ich meine: vermengen, verkneten, zusammenführen, das volle Programm.

Nach meiner neuen Lieblingsmethode – der kalten Teigführung – durfte der Teig dann gemütlich im Kühlschrank schlummern und wurde am nächste Tag gebacken. Und was soll ich sagen: Das Ergebnis war bezeichnend. Das Brot leuchtet grün! Ein echter Hingucker auf jedem Tisch. Und das Beste: Es schmeckt genauso gut, wie es aussieht. Probiert es unbedingt mal aus! Das Rezept findet ihr weiter unten.

Warum Pflanzen grün sind – und warum das gut für uns ist

Die grüne Farbe in Pflanzen verdanken wir dem Chlorophyll. Chlorophyll ist der natürliche Farbstoff, der für die Photosynthese verantwortlich ist – also für den Prozess, durch den Pflanzen Sonnenlicht in Energie umwandeln. Ohne Chlorophyll kein Sauerstoff, kein Leben, keine Brote wie dieses hier.

Aber Chlorophyll kann noch mehr: Für uns Menschen wirkt es entgiftend, unterstützt die Blutbildung, hilft beim Aufbau neuer Zellen und bringt frische Energie in den Körper. Es wird oft als „flüssiges Sonnenlicht“ bezeichnet – und genau so fühlt es sich auch an, wenn man es in der Ernährung einsetzt. Grünes Brot = kleine Sonnenkraftwerke auf dem Teller.

Alles, was grün ist – Deine Möglichkeiten

Das Schöne an diesem Brotkonzept: Ihr seid völlig frei, was die grüne Basis angeht. Neben Spinat eignen sich auch:

  • Mangold (besonders die grünen Blätter)
  • junge Brennnesselblätter
  • Giersch
  • Löwenzahn
  • Gundermann
  • Petersilie
  • Basilikum
  • Koriandergrün
  • Rucola (für eine leicht scharfe Note)
  • Grünkohl (zart blanchiert)

Eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur: Je grüner und frischer die Blätter, desto kräftiger wird die Farbe im fertigen Brot.

Ich werde dieses Jahr auf jeden Fall noch ein paar dieser Varianten ausprobieren. Die Idee, mit natürlichen Farben zu spielen, gefällt mir richtig gut. Mal sehen, was noch alles geht: Mit Roter Bete könnte man ein satt-rotes Brot backen, Kurkuma sorgt für ein leuchtendes Gelb, vielleicht gibt’s bald auch ein lilafarbenes Brot mit violettem Basilikum?

Das Abenteuer Sauerteigbrot geht weiter. Und das Schöne daran: Die Natur liefert die schönsten Farben – ganz ohne künstliche Zusätze.

Sven´s grünes Kräuterbrot

Ein Hauch wilder Wiese, eingefangen in einem duftenden Sauerteigbrot – dieses grüne Brot bringt nicht nur Farbe, sondern auch die Kraft der Natur auf deinen Teller.
Servings 1 Brot
Vorbereitungszeit 12 Stunden
Zubereitungszeit 30 Minuten
12 Stunden 40 Minuten

Kochutensilien

  • 1 Große Rührschüssel
  • 1 Hochleistungsmixer oder Pürierstab
  • 1 Küchenwaage
  • 1 Teigschaber
  • 1 Gärkörbchen oder Schüssel mit bemehltem Tuch
  • 1 Gusseiserner Topf, Römertopf oder Backblech
  • 1 Backofen
  • 1 Geschirrtuch

Zutaten

Für den grünen Vorteig:

  • 100 Gramm Weizenmehl Typ 550 oder 812
  • 100 Gramm Wasser
  • 1 EL aktiver Sauerteigstarter

Für den Brotteig:

  • 300 Gramm 300 g Weizenmehl plus etwas mehr zum Arbeiten
  • 150 Gramm 150 g grüne Flüssigkeit siehe unten
  • 10 Gramm Salz

Für die grüne Flüssigkeit:

  • 1 gute Handvoll frischer Spinat
  • 1 kleine Handvoll Wildkräuter z.B. Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Gundermann
  • 150 Gramm Wasser

Anleitungen

  • Vorteig ansetzen (am Abend zuvor): In einer großen Schüssel 100 g Weizenmehl, 100 g Wasser und 1 EL Sauerteigstarter verrühren. Locker abdecken und über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis der Teig sichtbar Blasen wirft und sich in Volumen verdoppelt hat.
  • Die grüne Flüssigkeit vorbereiten: Am nächsten Morgen Wasser, Spinat und Wildkräuter im Mixer fein pürieren, bis eine gleichmäßig grüne Flüssigkeit entsteht. Es dürfen ruhig noch winzige Blattstücke zu sehen sein – das macht den Charakter aus.
  • Teig mischen: Zum Vorteig 300 g Weizenmehl, 150 g der grünen Flüssigkeit und das Salz geben. Alles mit einem Teigschaber oder den Händen zu einem groben Teig vermengen. Kurz ruhen lassen (Autolyse: ca. 30 Minuten).
  • Teig auskneten: Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche oder direkt in der Schüssel etwa 5–8 Minuten dehnen und falten, bis er schön elastisch und geschmeidig wird. Der Teig soll sich angenehm anfühlen, weich, aber nicht mehr zu klebrig.
  • Stockgare (kalt): Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel legen. Abdecken und für 12–18 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Formen und Stückgare: Am nächsten Tag den Teig vorsichtig auf die Arbeitsfläche kippen, ohne die Luft herauszudrücken. Zu einem runden oder länglichen Brotlaib formen und in ein gut bemehltes Gärkörbchen legen. Noch einmal abgedeckt 1–2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.
  • Backen: Den Backofen rechtzeitig auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen – wenn möglich mit Gusseisentopf, Römertopf oder Backstein darin. Das Brot in den heißen Topf geben (oder auf ein Backblech stürzen), nach Belieben einschneiden, Deckel aufsetzen und 20 Minuten backen. Anschließend Deckel abnehmen, Temperatur auf 220 °C reduzieren und weitere 20 Minuten goldbraun backen.
Gericht: Brot
Küche: Deutsch, Gesund, Probiotisch
Keyword: Roggensauerteig, Salz, Spinat, Weizenmehl, Wildkräuter

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