Sven`s Schüttelgurken – Gurkenschwemme nach dem Urlaub

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Schon gewußt?
Gurken bestehen zu etwa 95 % aus Wasser – und können trotzdem „knacken“. Der knackige Biss kommt von den stabilen Zellwänden der Gurke. Deshalb fühlen sie sich beim Reinbeißen so frisch an, obwohl sie fast wie ein essbares Wasserspeicher-Gefäß sind.

Der August ist für mich der schönste Monat des Gartenjahres. Jetzt zeigt sich, dass sich jede Stunde Säen, Pflanzen, Gießen und Pflegen gelohnt hat. Der Garten gibt all die investierte Energie plötzlich doppelt und dreifach zurück. Man geht hinaus, erntet frisches Gemüse, verarbeitet die ersten Vorräte, legt ein, fermentiert und versucht, die Fülle des Sommers einzufangen.

Manchmal verliere ich mich dabei ein wenig und habe das Gefühl, wirklich alles haltbar machen zu müssen. Dann denke ich an einen Satz eines erfahrenen Gärtners, der mich immer wieder entspannt: „Das beste Lager ist das Beet.“ Tatsächlich müssen nicht alle Schätze sofort verarbeitet werden. Viele Gemüsearten warten geduldig auf ihre Ernte.

Bei Gurken ist das allerdings etwas anders. Sie werden mit der Zeit größer, bilden mehr Kerne aus und können an Aroma verlieren. Als ich nach zwei Wochen Urlaub nach Hause kam, warteten deshalb rund drei Kilogramm stattliche Gurken auf mich. Für den frischen Verzehr war das eindeutig zu viel und ich überlegte, wie ich diese Ernte möglichst unkompliziert verarbeiten könnte. Da fiel mir ein Rezept ein, das mir eine Arbeitskollegin vor einiger Zeit geschickt hatte: Schüttelgurken.

Die Zubereitung ist denkbar einfach, geht schnell und das Ergebnis ist unglaublich lecker. Für meine Variante habe ich den klassischen Ansatz um einige asiatische Aromen ergänzt. Natürlich funktioniert das Rezept genauso gut in der traditionellen Version. Das Rezept findet ihr weiter unten.

Die Gurke – erfrischend, gesund und vielseitig

Gerade an heißen Sommertagen ist die Gurke ein nahezu perfektes Gemüse. Sie besteht zu rund 95 Prozent aus Wasser und trägt damit dazu bei, den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen. Gleichzeitig liefert sie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin K, Kalium und kleinere Mengen an Vitamin C. Durch ihren hohen Wassergehalt und die wenigen Kalorien ist sie leicht, erfrischend und angenehm bekömmlich.

Besonders im Hochsommer, wenn die Temperaturen steigen und viele Menschen eher leichte Mahlzeiten bevorzugen, sind Gurken eine wunderbare Zutat für Salate, kalte Suppen, Smoothies oder eingelegte Spezialitäten. Ihr mildes Aroma macht sie zudem zu einem echten Allrounder in der Küche. Dabei ist Gurke nicht gleich Gurke. Neben den bekannten Schlangengurken gibt es zahlreiche weitere Sorten.

Einlegegurken werden meist kleiner geerntet und eignen sich hervorragend zum Einmachen. Landgurken besitzen oft eine dickere Schale und ein kräftigeres Aroma. Daneben gibt es Snackgurken für den direkten Verzehr sowie historische und regionale Sorten mit unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksnuancen. Wer Gurken im eigenen Garten anbaut, entdeckt schnell, wie vielfältig diese Kultur tatsächlich ist.

Meine Entdeckung im Garten – Die Gurke „Tanja“

Besonders begeistert hat mich in diesem Jahr die Gurkensorte Tanja von Bingenheimer Saatgut. Dabei handelt es sich um eine Schlangengurke, die sich in meinem Garten als äußerst zuverlässig erwiesen hat. Die Pflanzen sind wüchsig, gesund und liefern über einen langen Zeitraum hinweg reichlich Früchte. Was mir an dieser Sorte besonders gefällt, ist ihr ausgewogenes Verhältnis von Kernhaus zu Fruchtfleisch. Die Gurken enthalten vergleichsweise wenige Kerne und besitzen viel festes, saftiges Fruchtfleisch. Dadurch bleiben sie auch bei größerer Größe angenehm in der Konsistenz. Hinzu kommt ein ausgesprochen aromatischer Geschmack, der deutlich intensiver ist als bei vielen handelsüblichen Gurken.

Gerade für den Frischverzehr ist „Tanja“ deshalb eine hervorragende Wahl. Aber auch für Rezepte wie diese Schüttelgurken eignet sie sich wunderbar, denn ihr Aroma bleibt selbst nach dem Einlegen gut erhalten. Wer auf der Suche nach einer ertragreichen, schmackhaften und unkomplizierten Schlangengurke für den Hausgarten ist, sollte dieser Sorte unbedingt eine Chance geben.

Nun wünsche ich euch viel Freude beim Nachmachen des Rezepts und natürlich einen genussvollen August voller frischer Ernten, sonniger Gartentage und vieler kleiner Glücksmomente zwischen Beet und Küche.

Sven`s Schüttelgurken

Ich mache diese asiatische Variante der Schüttelgurken in wenigen Minuten fertig. Durch Reisweinessig und helle Shoyu bekommen die Gurken eine angenehm würzige, leicht asiatische Note und ziehen über Nacht im Kühlschrank durch.
Servings 1 Glas
Zubereitungszeit 10 Minuten

Kochutensilien

  • 1,5-Liter-Bügelglas mit Verschluss
  • Schneidebrett
  • Messer
  • Esslöffel und Teelöffel
  • Küchenwaage (optional)

Zutaten

  • 1 kg Gurken
  • 1 Zwiebel
  • 50 Gramm Zucker
  • 4 TL Salz
  • 3 TL Senfkörner
  • 70 ml Reisweinessig
  • 2 EL helle Shoyu Sojasoße
  • Dill oder Fenchel optional

Anleitungen

  • Gurken und Zwiebel vorbereiten: Ich wasche die Gurken gründlich und schneide sie längs in Viertel. Die Zwiebel schäle ich und würfele sie möglichst fein, damit sie später ihr Aroma gleichmäßig an die Gurken abgeben kann.
  • Glas befüllen: Die Gurkenstifte und die Zwiebelwürfel gebe ich direkt in mein 1,5-Liter-Bügelglas. Dabei achte ich darauf, dass alles locker im Glas liegt und noch etwas Platz zum Schütteln bleibt.
  • Würzen: Nun kommen Zucker, Salz und die Senfkörner dazu. Die Mischung wirkt zunächst recht trocken, aber das ändert sich schon nach kurzer Zeit.
  • Flüssigkeiten hinzufügen: Anschließend gieße ich den Reisweinessig und die helle Shoyu über die Gurken. Die Shoyu verleiht den Schüttelgurken eine feine Umami-Note und macht sie zu meiner liebsten asiatischen Variante.
  • Glas verschließen: Ich verschließe das Bügelglas sorgfältig, damit beim Schütteln nichts auslaufen kann.
  • Kräftig schütteln: Jetzt kommt der wichtigste Teil: Ich schüttle das Glas kräftig durch. Nach kurzer Zeit beginnen Salz und Zucker sich aufzulösen, und die Gurken geben bereits etwas Flüssigkeit ab. So entsteht ganz von selbst der aromatische Sud.
  • Im Kühlschrank ziehen lassen: Das Glas stelle ich anschließend in den Kühlschrank. Während die Gurken durchziehen, schüttle ich es immer mal wieder kurz durch, damit sich die Gewürze und der Sud gleichmäßig verteilen.
  • Genießen: Nach etwa 12 bis 24 Stunden sind die Schüttelgurken fertig. Dann sind sie wunderbar knackig, angenehm würzig und haben die Aromen von Essig, Shoyu und Senfkörnern perfekt aufgenommen. Als Snack, Beilage oder zum Grillen schmecken sie besonders gut.
Gericht: Einlegen
Küche: Asiatisch, Gesund, Probiotisch
Keyword: Dill, Gurke, Reisweinessig, Salz, Senfkörner, Shoyu, Zucker, Zwiebeln

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