Wenn ich im Herbst durch meinen Einklang-Garten gehe und frisches Gemüse wie Lauch, Möhren, Pastinaken und Rosenkohl ernten kann, bekomme ich richtig Lust, mir ein wärmendes Dhal zu kochen. Gerade an kühlen Tagen gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als aus dem eigenen Gartengemüse eine duftende, aromatische Mahlzeit zuzubereiten, die Körper und Seele guttut.
Warme Speisen und aromatische Gewürze haben in vielen traditionellen Küchen der Welt gerade in der kalten Jahreszeit einen festen Platz. Und das kann ich gut verstehen: Wenn es draußen ungemütlich wird, tut eine warme Mahlzeit einfach gut. Sie schenkt uns ein wohliges Gefühl, sättigt und lädt dazu ein, für einen Moment innezuhalten und den Genuss bewusst wahrzunehmen.

Für mein Dhal stelle ich am liebsten eine eigene Gewürzmischung zusammen. Kümmel, Fenchel, Anis, Kardamom und Kurkuma verleihen ihm seinen ganz besonderen Charakter. Ich röste die Gewürze kurz an, mörsere sie und freue mich jedes Mal über ihren intensiven Duft, der sich in der Küche ausbreitet. Kurkuma sorgt für die wunderschöne goldgelbe Farbe, während die anderen Gewürze eine erdige, leicht süßliche und angenehm würzige Tiefe ins Gericht bringen. Ein wenig Ingwer rundet das Ganze ab.
Viele dieser Gewürze werden seit Jahrhunderten in traditionellen Küchen geschätzt. Ingwer und schwarzer Pfeffer beispielsweise sorgen für eine angenehme Schärfe, die wir oft als wärmend empfinden. Zusammen mit dem saisonalen Gemüse und den Linsen entsteht so ein einfaches, nahrhaftes Gericht, das wunderbar in die Herbst- und Winterzeit passt.
Für mich ist dieses Dhal mehr als nur eine Mahlzeit: Es ist eine schöne Möglichkeit, die Ernte aus meinem Einklang-Garten zu genießen, saisonal zu kochen und mir selbst etwas Gutes zu tun. Und wer sich die eigene Gewürzmischung sparen möchte, kann natürlich auch zu einer fertigen Mischung wie Garam Masala greifen. Hauptsache, es duftet herrlich und schmeckt!
Die Macht der Gewürze
Wie oben schon erwähnt, stelle ich für mein Dal am liebsten eine eigene Gewürzmischung her. Kümmel, Fenchel, Anis, Kardamom und Kurkuma verleihen dem Gericht seinen ganz besonderen Charakter. Jedes Gewürz bringt seine eigene Note mit – von erdig und würzig über mild-süßlich bis hin zu warm und leicht exotisch. Zusammen entfalten sie ein wunderbar harmonisches Aroma, das für mich perfekt in die Herbst- und Winterzeit passt.
Kurkuma schenkt dem Dal seine leuchtend goldgelbe Farbe, während die anderen Gewürze für geschmackliche Tiefe und eine feine Balance sorgen. Besonders schön finde ich es, die Gewürze kurz anzurösten und anschließend im Mörser zu zerstoßen. Dabei entfaltet sich ihr Duft, der sich in der ganzen Küche ausbreitet und schon Vorfreude auf das fertige Essen weckt. So entsteht aus einfachen Zutaten und frischem Herbstgemüse aus meinem Einklang-Garten eine aromatische, wärmende Mahlzeit, die nicht nur satt macht, sondern auch ein Gefühl von Geborgenheit schenkt.
Wer es etwas unkomplizierter mag, kann natürlich auch zu einer fertigen Gewürzmischung wie Garam Masala greifen. Für mich gehört das Zusammenstellen und Anrösten der eigenen Gewürze allerdings einfach zum Kochen dazu.
Dal – ein Gericht mit langer Tradition
Dal gehört zu den großen Klassikern der indischen Küche und wird dort seit Jahrhunderten, in unterschiedlichen Formen und regionalen Varianten, zubereitet. Das Schöne an Dal: Es gibt nicht das eine Dal. Je nach Region, Jahreszeit und dem, was gerade verfügbar ist, kommen unterschiedliche Hülsenfrüchte, Gemüse und Gewürze in den Topf. Genau das macht dieses Gericht so wunderbar unkompliziert und alltagstauglich. Im Grunde kannst du hineingeben, was dein Garten oder dein Vorrat gerade hergibt.

Die Basis bilden Hülsenfrüchte wie rote Linsen. Sie liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und verschiedene Mineralstoffe und machen das Gericht zu einer sättigenden und nährstoffreichen Mahlzeit. Das Gemüse bringt zusätzlich eine große Vielfalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen mit. In meiner Variante kommen Möhren, Lauch, Pastinaken, Stangenbohnen, Tomaten und Spinat zusammen – eine richtige bunte Gemüsevielfalt aus dem Topf.
Die Kokosmilch macht das Dal wunderbar cremig und bringt gleichzeitig Fett mit, das für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine aus dem Gemüse wichtig ist. Zusammen mit den aromatischen Gewürzen entsteht so ein Gericht, das nicht nur wärmt und sättigt, sondern auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Nährstoffe miteinander verbindet.
Und genau das ist für mich das Schöne an solchen traditionellen Gerichten: Sie brauchen keine lange Zutatenliste mit exotischen „Superfoods“. Ein paar gute Grundzutaten, Gemüse der Saison, Hülsenfrüchte, Gewürze und etwas Zeit – mehr braucht es oft gar nicht für eine nährende Mahlzeit.

Sven`s wärmendes Linsen-Dal mit Kokosmilch und Herbstgemüse
Zutaten
Für das Dal
- 250 Gramm rote Linsen
- 400 ml Kokosmilch
- 500 ml Gemüsebrühe oder Wasser
- 1 Stange Lauch
- 2 Möhren
- 1 Pastinake
- 150 Gramm Stangenbohnen
- 200 Gramm Rosenkohl
- 2 Tomaten
- 2 große Handvoll frischer Spinat
- 1 EL Kokosöl oder Olivenöl
Für die wärmende Gewürzmischung:
- 1 TL Fenchel ganze Körner
- 1 TL Kreuzkümmel ganze Körner
- 1 TL Anis ganze Körner
- 1 TL Koreaner ganze Körner
- ½ TL schwarzer Pfeffer ganze Körner
- 1 TL Kurkuma Pulver
- 1 Stück frischer Ingwer ca. 3–4 cm
- etwas Chili nach Geschmack
- Salz nach Geschmack
Zum Anrichten:
- frischer Koriander oder Petersilie
- etwas Zitronen- oder Limettensaft
- ein kleiner Klecks Kokosjoghurt optional
- gerösteter Sesam oder Kürbiskerne optional
Anleitungen
- Gemüse vorbereiten: Die roten Linsen in einem Sieb gründlich unter kaltem Wasser abspülen. Lauch in feine Ringe schneiden. Möhren und Pastinake schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Stangenbohnen in mundgerechte Stücke schneiden und den Rosenkohl halbieren. Tomaten würfeln. Den Ingwer fein reiben.
- Gewürzmischung herstellen: Fenchel, Kümmel, Anis, Koriander und Pfeffer in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, bis sie ihr Aroma entfalten. Anschließend im Mörser fein zerstoßen und mit dem Kurkuma vermischen.
- Gewürze und Gemüse anschwitzen: Das Öl oder Ghee in einem großen Topf erhitzen. Die Gewürzmischung hinzugeben und kurz unter Rühren anrösten, bis sie duftet. Anschließend Lauch, Möhren, Pastinake und Rosenkohl hinzufügen und etwa 4–5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anschwitzen. Zum Schluss den geriebenen Ingwer unterrühren.
- Linsen und Tomaten hinzufügen: Die gewaschenen roten Linsen und die gewürfelten Tomaten in den Topf geben und alles gut miteinander vermengen. Mit Kokosmilch und Gemüsebrühe aufgießen.
- Köcheln lassen: Das Dal einmal aufkochen lassen und anschließend bei niedriger bis mittlerer Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Die roten Linsen zerfallen während des Kochens teilweise und sorgen ganz natürlich für die wunderbar cremige Konsistenz des Dals.
- Bohnen und Spinat dazugeben: Nach etwa 15 Minuten die Stangenbohnen hinzufügen und weitere 8–10 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar, aber noch leicht bissfest ist. Falls das Dal zu dick wird, einfach noch etwas Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen. Zum Schluss den frischen Spinat unterheben und ein bis zwei Minuten zusammenfallen lassen. Das Dal mit Salz, einen kleinen Spritzer Zitronen- oder Limettensaft und gegebenenfalls etwas mehr Pfeffer oder Chili abschmecken.
- Anrichten: Das Dal in tiefen Tellern oder Schalen servieren. Mit frischem Koriander oder Petersilie bestreuen und nach Geschmack mit etwas Zitronensaft beträufeln. Wer möchte, kann noch einen kleinen Klecks Kokosjoghurt daraufgeben oder einige geröstete Kürbiskerne bzw. Sesam darüberstreuen. Das Dal schmeckt wunderbar pur, kann aber auch mit Basmatireis oder einem Stück warmem Fladenbrot serviert werden.
- Mein Tipp: Am nächsten Tag schmeckt das Dal oft sogar noch aromatischer. Beim Aufwärmen einfach einen kleinen Schuss Wasser oder Kokosmilch dazugeben, da die Linsen über Nacht weiter Flüssigkeit aufnehmen.