Der Herbst rückt näher – die Luft wird frischer, die Tage werden kürzer und die Blätter leuchten in warmen Rot- und Orangetönen, bevor sie sanft zu Boden fallen. Gleichzeitig tauchen in vielen Supermärkten die ersten Kürbisse in den Regalen auf. Doch erstaunlich viele gehen achtlos daran vorbei – und ganz ehrlich, das ist ein Fehler.
Mit dem Herbst verändert sich auch unser Appetit. Die Lust auf knackige Sommersalate, saftige Melonen und erfrischende Bowls macht Platz für wärmendes Soulfood – Gerichte, die Herz und Bauch gleichermaßen glücklich machen.

Bei uns zu Hause startet diese Jahreszeit fast schon traditionell mit einer Kürbissuppe. So sehr, dass sie längst fest zu unserem Familienherbst gehört (und hier im Blog unbedingt noch ihren Platz bekommen muss – die Zutaten für die Suppe könnt ihr schon einmal im Bild links sehen). Aber zugegeben, im Moment ist es mir dafür noch etwas zu warm. Schließlich genießen wir gerade einen langen, sonnigen Spätsommer, der den Herbst nur langsam hereinschwingen lässt und uns noch einmal das Beste beider Jahreszeiten schenkt.
Am meisten freue ich mich jedes Jahr darauf, wenn sich die Türen der Kürbisscheune in Diekholzen öffnen – meist Ende September und gleich an mehreren Wochenenden. Dort gibt es Kürbisse in allen Größen, Farben und Formen – ein wahres Paradies für alle, die Vielfalt lieben! Ich decke mich dort jedes Mal reichlich ein, sodass unsere Garage bald voller bunter Kürbisse ist. Das Tolle daran: Sie sind erstaunlich lange lagerfähig und halten – bei der richtigen Temperatur – fast bis in den Frühling hinein.
Auch die Genussgärterei in Hildesheim ist für mich ein fester Anlaufpunkt. Dort bekommt man frisch geerntete Kürbisse aus eigenem Anbau – und unterstützt gleichzeitig den regionalen Anbau. Für mich ein echtes Herzensanliegen.

Darum mein Appell: Kauft eure Kürbisse regional und feiert ihre Vielfalt. Kürbis ist so viel mehr als eine hübsche Herbstdeko. Ihn nur auszuhöhlen und beiseitezustellen, finde ich persönlich schade – fast schon Verschwendung. Schließlich steckt in diesem leuchtenden Gemüse nicht nur unglaublicher Geschmack, sondern auch Nährkraft und Farbe fürs Gemüt. Und das Beste: Mit ein bisschen Fantasie und Liebe lassen sich daraus wunderbare Gerichte zaubern, die den Herbst erst richtig schmeckbar machen.
Kürbis ist ein wahres Geschenk der Natur
Und genau hier zeigt sich die wahre Kraft des Kürbisses: Er ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein echtes Gesundheitswunder.
- Reich an Beta-Carotin, das unser Körper in Vitamin A umwandelt – gut für Haut und Augen.
- Voller Ballaststoffe, die unsere Verdauung sanft, aber bestimmt in Schwung bringen.
- Gespickt mit wichtigen Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium, die Herz und Muskeln unterstützen.

Und dann ist da noch die Farbe: Orange. Schon beim Anschauen hebt sie die Stimmung, bringt Wärme in graue Tage und schenkt uns ein Gefühl von Lebendigkeit. Auf dem Teller wirkt sie fast wie Sonnenstrahlen zum Löffeln – nicht nur für den Körper, sondern auch für die Psyche ein kleiner Stimmungsbooster. Wenn in meiner Küche der Duft von geröstetem Kürbis aufsteigt, dann ist das für mich pure Herbstmagie.
Ein herbstliches Fest für alle Sinne
In meinem Gericht vereinen sich die Aromen des Herbstes auf wunderbar stimmige Weise: der leicht herbe Geschmack des Grünkohls, die natürliche Süße des Kürbisfleisches und die cremige Sanftheit des Ricottas. Dazu kommt die kräftige Portion pflanzlicher Proteinpower aus den Kichererbsen.
Wie bei vielen meiner Rezepte lässt sich auch dieses Gericht ganz einfach abwandeln: Ergänzt es mit Tomaten, Mangold, frischen Kräutern oder allem, was euch gerade im Garten in die Hände fällt. Optisch wie geschmacklich ist es ein Fest für die Sinne – ein Gericht, das wärmt wie eine weiche Decke und uns daran erinnert, wie schön es ist, die kleinen Freuden des Herbstes bewusst zu genießen.

Sven`s gefüllter Kürbis mit Grünkohl, Kichererbsen und Ricotta
Kochutensilien
- 1 Messer
- 1 Gabel
- 1 Ofen
Zutaten
- 1 Stück Butternut Kürbis
- 200 g Ricotta alternativ vegane Creme
- 150 g Grünkohl, Mangold oder Spinat gewaschen und geschleudert
- 1 Dose Kichererbsen abgetropft
- 2 Stück Knoblauchzehen geschält
- Salz und Pfeffer
- 1 EL Olivenöl
- Gewürze nach Wahl z.B. Kreuzkümmel, Paprika, Muskat
Anleitungen
- Kürbis vorbereiten: Den Kürbis halbieren, die Kerne entfernen. Mit etwas Salz und Olivenöl beträufeln und bei 180°C etwa 1 Stunde im Ofen backen, bis das Fruchtfleisch weich ist.
- Grünkohl zubereiten: Den Grünkohl waschen und klein schneiden. Mit gehacktem Knoblauch und etwas Olivenöl in einer Pfanne leicht anschwitzen, bis er zusammenfällt. Beiseitestellen.
- Kichererbsen würzen: Die Kichererbsen abspülen und abtropfen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Gewürzen deiner Wahl in einer Pfanne anrösten, bis sie leicht knusprig sind.
- Füllung zubereiten: Das Fruchtfleisch des gebackenen Kürbisses mit einem Löffel herausschaben. Mit Ricotta, Grünkohl und den gewürzten Kichererbsen vermengen. Mit Gewürzen abschmecken.
- Kürbis füllen: Die Füllung zurück in die Kürbishälften geben und noch einmal für 10–15 Minuten im Ofen backen.
- Garnieren: Vor dem Servieren nach Belieben garnieren (z.B. mit frischen Kräutern oder Nüssen).