Sven`s Aroniabeeren in Honig – Alles über die Honigfermentation

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Schon gewußt?
Um nur 500 Gramm Honig zu produzieren, müssen Bienen gemeinsam etwa zwei Millionen Blüten besuchen – dabei legen sie eine Strecke zurück, die einer dreifachen Erdumrundung entspricht. Ist das nicht faszinierend? Jeder Tropfen Honig ist im Grunde ein flüssiges Wunderwerk aus Blüten, Flügen und Bienenfleiß.

Eine der einfachsten – und zugleich faszinierendsten – Methoden, Lebensmittel zu konservieren und ihren Geschmack zu verfeinern, ist die Fermentation mit Honig. Sie erfordert kaum Zubehör, nur wenig Zeit – und entfaltet dennoch eine fast magische Wirkung. Honig, dieses goldene Geschenk der Bienen, ist ja an sich schon ein kleines Wunder der Fermentation.

Kombiniert man ihn mit Früchten, beginnt ein lebendiges Spiel aus Süße, Säure und zarten Bläschen, das mit der Zeit immer runder, tiefer und komplexer wird. Mein persönlicher Favorit: Aroniabeeren in Honig. Dieser herb-süßlich-prickelnde Geschmack – ob auf einem warmen Porridge am Morgen oder eingerührt in einen Löffel Joghurt – ist wie ein kleiner Sonnenaufgang im Mund. Mit der Zeit lösen sich die Beeren fast vollständig im Honig auf und verwandeln sich in einen samtigen Fruchtnektar, der monatelang haltbar ist.

Honig – mehr als nur süß

Honig ist ein spannendes Naturprodukt. Hergestellt von Bienen aus dem Nektar von Blüten, enthält er nicht nur Zucker, sondern auch Enzyme, Pollen, Säuren, Antioxidantien und Spuren von Vitaminen und Mineralstoffen. Seine antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaften machen ihn seit Jahrtausenden zu einem geschätzten Heilmittel – innerlich wie äußerlich.

Was ihn für die Fermentation besonders interessant macht: Honig ist hygroskopisch, das heißt, er zieht Wasser aus den Früchten. So beginnt ganz natürlich eine wilde Fermentation – ganz ohne Starterkulturen. Die im Honig und auf der Frucht enthaltenen wilden Hefen und Mikroorganismen beginnen mit der Zeit, die Zucker umzuwandeln. Es entsteht ein zart perlendes, leicht säuerliches Produkt mit erstaunlicher Tiefe.

Beeren in Honig fermentieren

Gerade jetzt hat die Aroniabeere Saison – diese sehr gesunde Beere mit ihrem unverwechselbaren Aroma. In Kombination mit Honig entfaltet sich ein wunderbares Spiel der Gegensätze: herb trifft süß. Die beiden scheinen füreinander gemacht – wie eine kleine kulinarische Liebesgeschichte im Glas. Für dieses einfache Fermentationsrezept brauchst du lediglich frische, Aroniaberren, flüssigen Honig (zum Beispiel Akazienhonig) und ein steriles Glas mit Bügelverschluss oder Schraubdeckel. Am besten spülst du das Glas vorher mit kochendem Wasser oder Essig aus, damit keine unerwünschten Keime die Fermentation stören.

Fülle das Glas zu etwa drei Vierteln mit dem den gewaschenen Aroniabeeren und gieße anschließend langsam den Honig darüber. Nimm dir Zeit dabei – und klopfe das Glas zwischendurch vorsichtig auf ein Holzbrett oder die Arbeitsfläche, damit der Honig gut in alle Zwischenräume sickern kann. Am Ende sollten die Aroniabeeren vollständig mit Honig bedeckt sein. Wer mag, kann dem Ferment noch eine besondere Note verleihen:

Ein kleines Stück Zimtstange, eine Prise Vanille, eine Scheibe unbehandelte Zitrone, ein Lorbeerblatt oder ein wenig frischer Ingwer oder Kardamom harmonieren wunderbar mit der herben Säure der Aroniabeere und bringen Tiefe in den Geschmack.

In den ersten Tagen verschließt du das Glas und bewegst es einmal täglich – drehst oder schüttelst es sanft, sodass sich Honig und Fruchtsaft gut vermischen. Das hilft dem Fermentationsprozess und sorgt für gleichmäßige Durchdringung. Nach etwa einer Woche kannst du das Glas einfach stehen lassen – vorzugsweise an einem kühlen, dunklen Ort.

Was passiert bei der Honigfermentation?

Wenn Honig mit wasserhaltigen Beeren zusammenkommt, verdünnt sich sein Zuckergehalt leicht – gerade so weit, dass wilde Hefen und Milchsäurebakterien aktiv werden können. Sie beginnen, den Zucker in Alkohol und Milchsäure umzuwandeln. Da der Honig gleichzeitig antibakteriell wirkt, bleibt die Mikrobenvielfalt relativ stabil und unerwünschte Bakterien haben es schwer. Das Ergebnis: ein feines Gleichgewicht aus Süße, Säure und manchmal einem ganz zarten Prickeln – ähnlich wie bei einem sanften Met.

Diese Art der Fermentation ist besonders für Anfänger:innen geeignet: Man muss kaum etwas beachten, braucht keine Waage oder Starterkulturen – nur Zeit, Geduld und gute Zutaten.

Mein Tipp: Lass das Glas ruhig mehrere Monate stehen. Mit der Zeit werden die Aroniabeeren immer weicher und der Geschmack intensiver. Probier das Ferment auf Pancakes, im Tee, in Dressings oder als süß-säuerliche Zutat in einem Fruchtsalat.

5 von 2 Bewertungen

Sven`s fermentierte Aroniabeeren in Honig

Wenn die Aroniabeeren im Garten tiefblau und prall an den Zweigen hängen, ist Erntezeit für eines der wertvollsten Schätze des Spätsommers. Die intensive Mischung aus herber Frische und natürlicher Süße macht sie zu einem besonderen Genuss – und bringt Farbe und Vitalität ins Glas. Dieses einfache Ferment ist im Handumdrehen zubereitet, kommt ganz ohne Starterkulturen aus und hält sich über Monate. Ideal als Topping für Joghurt, Porridge oder einfach pur vom Löffel.
Servings 1 Glas
Zubereitungszeit 15 Minuten
7 Tage

Kochutensilien

  • 1 Schraub- oder Bügelglas steril / mind. 500 ml
  • 1 Schneidebrett & Messer
  • 1 Löffel

Zutaten

  • 250 Gramm Aroniabeeren
  • 250 Gramm flüssiger Honig z. B. Akazienhonig
  • 1 Zimtstange optional
  • 1 Zitronenscheibe optional / Bio
  • 1 Stück frischer Ingwer optional
  • 1 Lorbeerblatt optional
  • 1 Prise Vanille oder etwas Kardamom optional

Anleitungen

  • Aroniabeeren vorbereiten: Zuerst wasche ich die Aroniabeeren gründlich unter fließendem Wasser und lasse sie anschließend gut abtropfen.
  • Glas sterilisieren: Mein Schraub- oder Bügelglas spüle ich mit kochendem Wasser aus oder desinfiziere es mit Essig. Danach lasse ich es an der Luft vollständig trocknen.
  • Zutaten ins Glas füllen: Nun gieße ich den flüssigen Honig langsam über die Aroniabeeren. Zwischendurch klopfe ich das Glas vorsichtig auf ein Holzbrett, damit der Honig auch die Zwischenräume erreicht. So lange fülle ich Honig nach, bis alle Aroniabeeren vollständig bedeckt sind.
  • Ferment ansetzen: Anschließend verschließe ich das Glas gut und stelle es bei Zimmertemperatur auf einen Teller, damit eventuell austretende Flüssigkeit aufgefangen wird. In den ersten 5–7 Tagen bewege ich das Glas täglich einmal, indem ich es vorsichtig kippe oder schwenke. So können sich Honig und Fruchtsaft optimal verbinden und die Fermentation gleichmäßig beginnen.
  • Fermentation und Lagerung: Nach etwa einer Woche zeigen sich die ersten Anzeichen der wilden Fermentation: Kleine Bläschen steigen auf, die Aroniabeeren sinken langsam ab und das Ferment wird zunehmend flüssiger. Ab diesem Zeitpunkt lagere ich das Glas kühl und dunkel. Mit der Zeit entwickelt sich das Aroma weiter und das Ferment reift zu einem haltbaren Ferment heran, das sich mehrere Monate aufbewahren lässt.
Gericht: Fermente
Küche: Probiotisch
Keyword: Aroniabeeren, Honig, Ingwer, Kardamomkapseln, Zimt, Zitronen

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  1. Ines Kuhnert says:

    5 Sterne
    Supergut
    Kann ich empfehlen

    1. Sehr schön 🙂

  2. 5 Sterne
    Super dieses Rezept !
    Warum flüssigen Honig, wenn der Honig das WSser aus den Früchten zieht wird er doch flüssig!
    Ich werde den Honig von meiner Nachbarin einer Imkerin holen, der ost cremig.
    Danke!

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    Freiheit für eigene Entscheidungen!

    1. Hallo Mona,

      es geht natürlich auch mit festem Honig. Flüssiger Honig lässt sich allerdings besser ins Glas füllen und verteilt sich gleichmäßiger um die Beeren. Bis der feste Honig das Wasser aus den Beeren gebunden hat, vergeht eine Weile – und in dieser Zeit könnte sich bereits Schimmel bilden. Aber ich würde es einfach mal ausprobieren.

      Danke auch für den Hinweis mit den Cookies. Das muss ich unbedingt mal ändern!

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