Sven`s Johannisbeer-Aperol-Marmelade – wenn der Zufall die besten Rezepte schreibt

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Schon gewußt?
Aperol wurde ursprünglich schon 1919 in Italien entwickelt – aber der weltweite Hype kam erst über 100 Jahre später. Heute ist er so beliebt, dass er nicht nur im Glas landet, sondern offenbar auch immer häufiger in kreativen Küchenexperimenten auftaucht.

Als kreativer Hobbykoch und Gärtner bin ich ständig auf der Suche nach neuen Ideen für die Küche. Manchmal entstehen die besten Rezepte aber nicht durch lange Planung, sondern ganz zufällig. Genau so war es bei dieser Johannisbeer-Aperol-Marmelade.

Beim Aufräumen – eine Beschäftigung, der ich tatsächlich recht regelmäßig nachgehe – entdeckte ich in der Garage mehrere Flaschen Aperol. Warum sich dort plötzlich ein kleiner Vorrat angesammelt hatte, kann ich bis heute nicht genau sagen. Irgendwie scheint Aperol mittlerweile zu den beliebtesten Mitbringseln überhaupt zu gehören. Der Siegeszug dieses leuchtend orangefarbenen Getränks ist jedenfalls kaum zu übersehen.

Während ich die Flaschen betrachtete, kam mir sofort ein Gedanke: Die Farbe des Aperols erinnert doch erstaunlich stark an die knallroten Johannisbeeren, die gerade im Garten Saison haben. Und schon begann das Gedankenkarussell zu arbeiten.

Ein Busch, drei Kilo Beeren und unzählige Möglichkeiten

Ich habe wirklich wunderbare Nachbarn. Direkt nebenan steht ein riesiger Johannisbeerbusch, der sich Jahr für Jahr zuverlässig mit Früchten belädt. In diesem Sommer hingen die Zweige besonders schwer unter der Last der leuchtend roten Beeren. Das Beste daran: Meine Nachbarin mag Johannisbeeren gar nicht besonders gerne. Deshalb darf ich den Busch jedes Jahr nach Herzenslust abernten. So kamen diesmal gleich mehrere Eimer voller Beeren zusammen.

Neben Johannisbeersirup, Johannisbeeren für den Rumtopf und einem fruchtigen Kompott wollte ich diesmal etwas Neues ausprobieren. Die Idee einer Johannisbeermarmelade mit Aperol ließ mich nicht mehr los. Aperol wird unter anderem aus Bitterorangen, Rhabarber und verschiedenen Kräutern hergestellt. Genau diese Mischung aus fruchtigen und leicht herben Aromen schien perfekt zu den säuerlichen Johannisbeeren zu passen.

Also wanderten die frisch geernteten Beeren zusammen mit Gelierzucker in den Kochtopf. Für Marmeladen verwende ich übrigens besonders gerne den Alnatura Gelierzucker 2:1. Die Konsistenz wird dadurch etwas weicher und fruchtiger. Ich mag keine Marmeladen, die fast schnittfest sind. Bei uns landet sie nämlich nicht nur auf dem Frühstücksbrot, sondern häufig auch auf Porridge oder Naturjoghurt.

Kurz vor dem Gelieren kam dann ein großzügiger Schuss Aperol hinzu. Bereits die erste Kostprobe war vielversprechend. Die fruchtige Säure der Johannisbeeren harmonierte wunderbar mit den leicht bitteren Orangenaromen des Aperols. Also wanderte gleich noch ein weiterer Schluck in den Topf. Wenn ihr das Rezept nachkocht, dürft ihr euch ruhig auf euren Geschmack verlassen. Manche mögen das Aperol-Aroma eher dezent, andere etwas intensiver. Die Menge lässt sich problemlos an die eigenen Vorlieben anpassen.

Warum Johannisbeeren echte Kraftpakete sind

Johannisbeeren gehören zu den nährstoffreichsten Beeren überhaupt. Besonders die roten Beeren enthalten reichlich Vitamin C und liefern damit einen wichtigen Beitrag für das Immunsystem. Schon eine kleine Portion deckt einen großen Teil des täglichen Bedarfs. Darüber hinaus enthalten Johannisbeeren wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane und Flavonoide. Diese natürlichen Antioxidantien schützen die Körperzellen vor oxidativem Stress und können entzündungshemmend wirken.

Auch der hohe Ballaststoffgehalt macht Johannisbeeren interessant. Ballaststoffe unterstützen die Verdauung, fördern eine langanhaltende Sättigung und tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Hinzu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium, die wichtige Funktionen im Stoffwechsel übernehmen. Gleichzeitig sind Johannisbeeren kalorienarm und überzeugen mit ihrem intensiven, fruchtig-säuerlichen Geschmack.

Kurz gesagt: Johannisbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch kleine Nährstoffbomben, die jede Sommerküche bereichern.

Marmelade kreativ verfeinern

Wer gerne experimentiert, findet bei Marmeladen unzählige Möglichkeiten für neue Geschmackskombinationen. Besonders gut harmonieren Johannisbeeren mit frischen Kräutern. Ein Zweig Thymian verleiht der Marmelade eine spannende würzige Note, während Zitronenmelisse für zusätzliche Frische sorgt. Auch Rosmarin, Vanille, Tonkabohne oder etwas geriebene Orangenschale können interessante Akzente setzen. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Oft entstehen gerade durch kleine Experimente die spannendsten Rezepte.

Und nun genug der Vorrede – hier kommt das Rezept für meine Johannisbeer-Aperol-Marmelade.

Sven`s Johannisbeer-Aperol-Marmelade

Eine leuchtend rote Marmelade, die Sommerbeeren mit einem Hauch Aperitif verbindet – fruchtig, leicht bitter und überraschend anders. Genau das ist diese Johannisbeer-Aperol-Marmelade.
Servings 6 Gläser
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 4 Minuten
2 Stunden

Kochutensilien

  • 1 Großer Kochtopf
  • 1 Holzlöffel oder hitzebeständiger Kochlöffel
  • 1 Küchenwaage
  • 1 Sieb oder Schüssel zum Waschen der Beeren
  • 1 Stabmixer optional, je nach gewünschter Konsistenz
  • Sterilisierte Gläser mit Deckel oder Weckgläser
  • Weckautomat oder großer Topf zum Einkochen optional

Zutaten

  • 1 kg rote Johannisbeeren von den Stielen abgestreift
  • 500 Gramm Gelierzucker 2:1 z. B. Vanille oder klassisch nach Wahl
  • 1–2 Schluck Aperol nach Geschmack
  • fein gehackte Kräuter wie Thymian oder Zitronenmelisse Optional

Anleitungen

  • Vorbereitung: Die Johannisbeeren gründlich waschen und von den Stielen befreien. Anschließend zusammen mit dem Gelierzucker in einen großen Topf geben.
  • Ziehen lassen: Die Mischung 1–2 Stunden stehen lassen. In dieser Zeit zieht der Zucker den Saft aus den Beeren und sorgt für eine intensivere Fruchtigkeit.
  • Kochen: Die Beeren-Zucker-Masse unter Rühren zum Kochen bringen und etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Wer eine feinere Konsistenz bevorzugt, kann die Masse vorher oder während des Kochens kurz pürieren.
  • Aperol & Verfeinerung: Kurz vor Ende der Kochzeit den Aperol einrühren. Je nach Geschmack ein bis zwei Schluck hinzufügen. Optional jetzt auch fein gehackte Kräuter unterheben.
  • Abfüllen: Die heiße Marmelade sofort in sterilisierte Gläser füllen und fest verschließen.
  • Haltbarmachen: Für eine längere Haltbarkeit die Gläser zusätzlich im Weckautomat oder in einem großen Topf bei etwa 90 °C für ca. 10 Minuten einkochen. Alternativ reicht es, die heißen Gläser direkt zu verschließen und vollständig abkühlen zu lassen.
  • Hinweis: Die Intensität des Aperol-Aromas lässt sich gut über die Menge steuern. Wer es kräftiger mag, gibt etwas mehr hinzu – für eine mildere Variante entsprechend weniger.
Gericht: Marmeladen
Küche: Vegan
Keyword: Aperol, Gelierzucker, Johannisbeere, Kräuter, Marmelade

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