Sven`s veganer Cashew-Kirsch-Kuchen – Eine Ode an unser heimisches Sommer-Superfood

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Schon gewußt?
Kirschen gehören zu den wenigen Früchten, die nach der Ernte nicht nachreifen – sie werden also nur dann süßer, wenn sie wirklich am Baum voll ausgereift gepflückt werden. Genau deshalb schmecken handgepflückte Kirschen oft so intensiv aromatisch: Sie haben ihre volle Sonne direkt am Baum „gespeichert“.

Auch wenn sich der Sommer in diesem Jahr bislang noch etwas zurückhält, tragen die Kirschbäume bereits reichlich Früchte. Gestern war ich wieder in Marienrode unterwegs und habe nach den ersten reifen Kirschen Ausschau gehalten. Dabei entdeckte ich einen Baum mit einer frühen Sorte, dessen Äste sich unter der Last der dunkelroten Früchte bereits tief nach unten neigten. Fast schien es, als würde er darum bitten, endlich geerntet zu werden.

Natürlich freue ich mich darüber, wenn sich auch die Vögel an den süßen Kirschen bedienen. Doch bei dieser Fülle darf ruhig etwas für die eigene Küche übrig bleiben. Für mich beginnt der Sommer – hoffentlich schon ganz bald – nicht nur mit der Erdbeerzeit, sondern genauso mit der Kirschsaison. Kaum etwas erinnert mich mehr an warme Tage, als frisch gepflückte Kirschen direkt vom Baum. Deshalb möchte ich heute eines meiner liebsten Sommerrezepte mit euch teilen.

Dieser vegane No-Bake Cashew-Kirsch-Kuchen kommt ganz ohne Backofen aus, steckt voller wertvoller Zutaten und benötigt keinen Zucker. Cremige Cashews, ein nussiger Boden und eine fruchtige Kirschschicht verbinden sich zu einem sommerlichen Genuss, der die Kirschernte auf besonders leckere Weise feiert.

Die Kirsche – unser heimisches Sommer-Superfood

Kirschen haben weit mehr zu bieten als ihren unverwechselbaren Geschmack. Sie enthalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Kalium, Magnesium und verschiedene B-Vitamine. Besonders interessant sind die roten Pflanzenfarbstoffe, die sogenannten Anthocyane. Sie wirken antioxidativ und helfen dem Körper dabei, freie Radikale zu neutralisieren.

Außerdem wird Kirschen nachgesagt, entzündungshemmende Eigenschaften zu besitzen. Vor allem nach körperlicher Belastung können die enthaltenen Pflanzenstoffe den Körper bei seiner Regeneration unterstützen. Auch ihr natürlicher Gehalt an Melatonin macht die Kirsche spannend, da dieser Stoff mit unserem Schlaf-Wach-Rhythmus in Verbindung steht. Mit ihrem hohen Wassergehalt, den Ballaststoffen und ihrer natürlichen Süße sind Kirschen ein wunderbarer Begleiter durch den Sommer.

Sie schenken uns Genuss, ohne viel Zucker mitbringen zu müssen, und erinnern uns daran, wie reich die Natur uns jedes Jahr beschenkt. Vielleicht lohnt es sich also, die kleine Mühe des Entsteinens nicht als Arbeit zu betrachten, sondern als Einladung, für einen Moment langsamer zu werden. Die Kirschen danken es uns – mit ihrem Geschmack, ihren wertvollen Inhaltsstoffen und einem Stück Sommer in jeder einzelnen Frucht.

Wenn aus Entsteinen ein kleiner Sommermoment wird

Die Kirsche gehört vielleicht nicht zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Vermutlich liegt das auch daran, dass sie einen Kern besitzt und das Entsteinen etwas Zeit kostet. Doch genau darin liegt für mich ein besonderer Zauber. Während ich Schüssel um Schüssel mit Kirschen entsteine, wird diese kleine Arbeit fast zu einer meditativen Auszeit. Das Gedankenkarussell dreht sich langsamer, die Hände arbeiten ganz von allein und der Alltag macht für einen Moment Pause.

Ich liebe es, dabei immer wieder eine Kirsche direkt in den Mund zu stecken, den Kern auf die Terrasse zu spucken und zwischendurch ein paar Früchte den Amseln zuzuwerfen, die schon geduldig darauf warten. Der rote Saft läuft mir über die Finger und die Sonne brennt mir ins Gesicht – so war es zumindest im letzten Jahr. Das ist für mich Sommer pur.

Und während die Kirschen nach und nach in meiner Schüssel landen, wandern sie gedanklich bereits weiter: in den Rumtopf, in einen fruchtigen Essig, in Marmeladen oder natürlich direkt in diesen wunderbaren Cashew-Kirsch-Kuchen.

Wo man Kirschen & anderes Obst frei finden kann

Viele wissen gar nicht, dass es in Deutschland zahlreiche öffentliche oder halböffentliche Obstbäume gibt – oft auf Streuobstwiesen, an Feldrändern oder in Parks. Dort darf in kleinen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden, solange man respektvoll mit Natur und Eigentum umgeht.

Eine wunderbare Möglichkeit, solche Orte zu entdecken, ist die Plattform mundraub.org. Dort werden Fundorte von Obstbäumen, Sträuchern und essbaren Landschaften gesammelt und geteilt. So wird aus einem Spaziergang schnell eine kleine Entdeckungsreise. Wichtig ist dabei immer: Nicht jeder Baum, der „verlockend“ aussieht, ist automatisch frei zugänglich. Viele Flächen gehören jemandem oder sind verpachtet.

Deshalb gilt: im Zweifel lieber nachfragen oder bewusst Orte wählen, die als öffentlich oder freigegeben gekennzeichnet sind. Beim Sammeln in der Natur gilt für mich ein einfacher Grundsatz: nehmen, was da ist – aber mit Achtsamkeit und in kleinen Mengen. Ich pflücke nur für den eigenen Bedarf und achte darauf, keine Bäume oder Äste zu beschädigen. Die Natur schenkt uns diese Früchte, und genauso respektvoll möchte ich auch damit umgehen.

Ein wichtiger Gedanke begleitet mich dabei immer: Es soll genug für alle bleiben – für die Vögel, die Insekten und die Tiere, die ebenfalls auf diese Nahrung angewiesen sind. Auch ist mir wichtig, keine geschützten oder privat genutzten Flächen zu „leer zu ernten“. Stattdessen sehe ich das Sammeln als gemeinsames Miteinander mit der Natur – fast so, als würde ich in einem großen, offenen Garten unterwegs sein.

So wird aus einer einfachen Kirschernte ein kleines Stück Verbindung zur Natur – achtsam, saisonal und voller Wertschätzung.

Sven`s veganer Cashew-Kirsch-Kuchen

Wenn die Kirschbäume ihre süßen Früchte tragen, darf bei mir ein cremiger No-Bake-Kuchen nicht fehlen. Der knusprige Boden aus Haferflocken, Nüssen und Datteln trifft auf eine samtige Cashewcreme und wird von einer fruchtigen Kirschschicht gekrönt. Frische Beeren und Hanfsamen sorgen zum Schluss für das gewisse Etwas.
Servings 1 Kuchen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
4 Stunden

Kochutensilien

  • 1 Hochleistungsmixer oder Küchenmaschine
  • 1 Springform oder Tarteform 20–24 cm
  • 1 Teigschaber
  • 1 Messer und Schneidebrett

Zutaten

Zutaten für den Boden

  • 200 Gramm Haferflocken
  • 160 Gramm Nüsse z. B. Mandeln, Walnüsse oder Haselnüsse
  • 10 Datteln entsteint
  • 3 EL Kokosöl geschmolzen
  • 1 Prise Zimt oder alternativ Vanille
  • 1–2 EL Wasser optional, falls die Masse zu trocken ist

Zutaten für die Kirsch-Cashewschicht

  • 300 Gramm Cashewkerne über Nacht eingeweicht
  • 250 Gramm entsteinte Kirschen
  • 80 ml Ahornsirup
  • 50 Gramm geschmolzenes Kokosöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL Rote-Bete-Saft oder ½ TL Rote-Bete-Pulver für ein kräftiges Rot optional

Zutaten zum Garnieren

  • Frische Kirschen halbiert oder ganz
  • Beeren nach Wahl z. B. Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren
  • Gehackte Nüsse z. B. Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse
  • Samen nach Wahl z. B. Chia, Leinsamen oder Hanfsamen
  • etwas Kokosraspel oder Kakaonibs für zusätzlichen Crunch optional
  • frische Minzblätter für eine frische Note optional

Anleitungen

  • Nussboden vorbereiten: Haferflocken, Nüsse, Datteln, Kokosöl sowie Zimt oder Vanille in einen Hochleistungsmixer geben. Alles zu einer klebrig-formbaren Masse mixen, bis eine gleichmäßige, leicht zusammenhängende Struktur entsteht. Die Masse in eine eingefettete Tarteform geben und gleichmäßig andrücken. Je nach Wunsch einen kleinen Rand hochziehen oder den Boden flach gestalten. Anschließend kaltstellen, damit die Basis fest wird.
  • Cashew-Kirsch-Creme herstellen: Cashewkerne, entsteinte Kirschen, Ahornsirup, Kokosöl, Zitronensaft und Vanilleextrakt in den Hochleistungsmixer geben. Alles cremig und möglichst fein pürieren, bis eine glatte, streichfähige Creme entsteht. Für eine besonders samtige Textur kann die Creme etwas länger gemixt werden.
  • Rote Farbe einarbeiten (optional): Für eine intensive, natürliche Rotfärbung Rote-Bete-Saft oder Rote-Bete-Pulver hinzufügen. Ein Esslöffel Saft oder etwa ein halber Teelöffel Pulver sorgt für ein kräftiges Kirschrot. Noch einmal kurz durchmixen, bis die Farbe gleichmäßig verteilt ist.
  • Kuchen zusammensetzen: Die Cashew-Kirsch-Creme auf den vorbereiteten Nussboden geben und gleichmäßig verstreichen. Alternativ die Form leicht rütteln, sodass sich die Creme von selbst glatt verteilt und eine ebene Oberfläche entsteht.
  • Kühlen und fest werden lassen: Den Kuchen für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen, mindestens 4 Stunden, idealerweise über Nacht. In dieser Zeit festigt sich die Creme und erhält eine schnittfeste, cremige Konsistenz.
  • Garnieren und servieren: Vor dem Servieren nach Belieben mit Nüssen, Samen, frischen Kirschen, Beeren und essbaren Blüten dekorieren. Anschließend gut gekühlt in Stücke schneiden und genießen.
Gericht: Kuchen
Küche: Gesund, Vegan
Keyword: Agaviendicksaft, Aroniabeeren, Cashwnüsse, Chiasamen, Datteln, Haferflocken, Kokosöl, Nüsse, Sojamilch, Süßkirschen, Zimt

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