Sven`s Kurkuma-Jahr – Vom kleinen Rhizom zur goldenen Ernte

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Schon gewußt?
Kurkuma gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie Ingwer und kann – wenn sie sich richtig wohlfühlt – sogar blühen! Die Blüte sieht völlig anders aus, als man es erwarten würde: Sie ist eher zart, rosa bis weißlich und erinnert fast an eine tropische Zierpflanze. Viele wissen gar nicht, dass sie beim Kurkuma-Anbau im Garten nicht nur ernten, sondern mit etwas Glück auch eine echte Schmuckpflanze heranziehen.

Ein echtes Glücksgefühl war es in diesem Jahr, als ich letzte Woche meinen Kurkuma aus der Erde geholt habe. Aus drei kleinen Rhizomen, die ich im vergangenen Januar einfach in feuchtes Küchenpapier gewickelt hatte, sind drei kräftige Pflanzen geworden. Am Ende stand eine große Schüssel voller leuchtend gelber Rhizome vor mir.

Die Stiele waren fest und grün – die solltet ihr übrigens auf keinen Fall wegschmeißen. Sie eignen sich perfekt für Currys und Suppen. In diesem Blog möchte ich euch ein wenig mitnehmen in den Anbau von Kurkuma, der bei mir in diesem Jahr wirklich wunderbar funktioniert hat. Kurkuma hat eine lange Vegetationsphase und startet schon im Januar. Wie genau ich dabei vorgehe, erfahrt ihr im übernächsten Abschnitt.

Die Wirkung von Kurkuma

Kurkuma ist für mich nicht nur eine wunderschöne Pflanze im Garten, sondern auch ein kleines Kraftpaket für die Gesundheit. Die leuchtend gelbe Farbe kommt vom Curcumin – einem Wirkstoff, der seit Jahrhunderten in der Ayurveda-Lehre geschätzt wird. Curcumin wirkt entzündungshemmend, verdauungsstärkend und unterstützt den Körper dabei, freie Radikale unschädlich zu machen.

Viele kennen Kurkuma deshalb als natürliches Mittel für mehr Wohlbefinden, gerade in den kälteren Monaten. Besonders spannend finde ich, wie harmonisch Kurkuma in die ayurvedische Küche passt: Es wärmt, beruhigt Vata, gleicht Pitta aus und hilft, das Agni – also die Verdauungskraft – in Balance zu halten. Kein Wunder also, dass man Kurkuma in so vielen traditionellen Rezepten findet, vom goldenen Milchgetränk bis zum einfachen Dhal.

Der Anbau von Kurkuma

Der Kurkuma-Anbau beginnt tatsächlich schon im Januar. Versorgt euch dafür ein paar Bio-Kurkuma-Rhizome – drei bis vier Stück reichen für den Anfang völlig aus. Mittlerweile findet man sie in fast jedem Supermarkt. Achtet darauf, dass die Rhizome eine gute Größe haben, prall aussehen und keine faulen Stellen zeigen.

Zu Hause wickelt ihr die Rhizome in sehr feuchtes, gerne sogar nasses Küchenpapier ein und gebt das Ganze in eine einfache Plastiktüte. Diese Tüte legt ihr an ein warmes, helles Fenster. Nach ein paar Wochen – meistens zwischen zwei und vier – beginnen die Rhizome zu keimen. Sobald die kleinen Triebe etwa zwei bis drei Zentimeter lang sind, dürfen die Rhizome in die Töpfe umziehen. Nutzt dafür zunächst relativ kleine Töpfe (z. B. 9–12 cm Durchmesser), denn die Pflanzen stehen zu Beginn lange am Fenster und sollen nicht direkt unkontrolliert in die Höhe schießen. Ein lockeres, leicht feuchtes, nährstoffreiches Substrat ist ideal.

Danach kommen die Töpfe an ein warmes Südfenster. Bei mir standen sie letztes Jahr direkt neben den Ingwerpflanzen – die sind mir leider eingegangen, aber ich habe da schon eine Vermutung. Kurkuma hingegen wächst zuverlässig und es macht einfach Freude zu beobachten, wie sich die breiten Blätter entfalten und die Pflanze langsam an Höhe gewinnt. Bis April, wenn die letzten Fröste vorbei sind, hat die Kurkuma-Pflanze meist schon ein gutes Wurzelsystem aufgebaut und erreicht eine Höhe von etwa 20 bis 30 Zentimetern.

Dann darf sie ins endgültige Zuhause umziehen: entweder ins Gewächshaus oder in einen ausreichend großen Topf. Für die Topfkultur empfehle ich mindestens 20–30 Liter Volumen, gerne mehr. Kurkuma mag es warm, windgeschützt und gleichmäßig feucht – ein Platz an einer sonnigen Hauswand ist daher perfekt. Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein. Eine Mischung aus Kompost, Gartenerde und etwas Sand funktioniert wunderbar.

Für eine kraftvolle Entwicklung könnt ihr dem Boden vorab noch etwas Gutes tun:

  • eine ordentliche Portion reifen Kompost,
  • eine Handvoll Gesteinsmehl,
  • optional ein wenig organischen Langzeitdünger (z.B. Hornspäne).

Das gibt der Pflanze später genügend Energie für die Ausbildung der Rhizome. Im nächsten Abschnitt erzähle ich euch, wie die Pflege über den Sommer aussieht und worauf ihr besonders achten solltet.

Die Pflege von Kurkuma

Über die Monate hinweg entwickelt sich aus dem kleinen Rhizom eine erstaunlich kräftige Pflanze. Kurkuma kann im Laufe des Sommers problemlos bis zu einem Meter hoch werden und wirkt dabei fast tropisch. Damit sie ihr volles Potenzial entfalten kann, lohnt sich eine regelmäßige, aber unkomplizierte Pflege.

Gießen: Kurkuma liebt eine gleichmäßig feuchte Erde – aber keine Staunässe. Am besten gießt du moderat, dafür regelmäßig. Die obere Erdschicht darf leicht antrocknen, bevor du wieder Wasser gibst.

Düngen: Damit die Kurkuma-Pflanze kräftige Rhizome ausbilden kann, braucht sie über die gesamte Saison hinweg ausreichend Nährstoffe. Im Frühling lohnt es sich, eine Portion reifen Kompost in den Boden einzuarbeiten. Zusätzlich kannst du mit Brennnesseljauche nachhelfen. Wer Kurkuma im Topf kultiviert, kann stattdessen auch einen organischen Langzeitdünger verwenden. Wichtig ist dabei, regelmäßig, aber sparsam zu düngen – denn Kurkuma reagiert empfindlich auf zu viele Nährstoffe.

Wurzelwachstum: Um das Wurzelwachstum zu fördern, braucht Kurkuma vor allem stabile Bedingungen. Die Pflanze entwickelt ihre Rhizome besonders gut, wenn sie über lange Zeit hinweg warme Temperaturen, eine gleichmäßig feuchte Erde und einen lockeren, gut durchlüfteten Boden mit ausreichend Platz vorfindet. Gerade bei großen Töpfen lohnt es sich, die Erde am Rand regelmäßig etwas zu lockern – nicht zu tief –, damit genügend Sauerstoff an die Wurzeln gelangt und sich die Rhizome optimal entwickeln können.

Standortpflege: Die Blätter können groß werden und leicht umknicken. Ein windgeschützter Platz oder ein sanfter Pflanzenstab sorgen dafür, dass die Pflanze stabil bleibt. Außerdem liebt Kurkuma hohe Luftfeuchtigkeit – im Gewächshaus ideal, draußen freut sie sich nach heißen Tagen über ein sanftes Übersprühen mit Wasser. Achte dabei darauf, dass kein Wasser in den Blattachseln stehen bleibt, damit die Pflanze gesund und widerstandsfähig bleibt.

Unkraut & Boden: Halte den Bereich rund um die Pflanze möglichst unkrautfrei, damit alle Nährstoffe und die Feuchtigkeit wirklich beim Kurkuma ankommen. Eine dünne Schicht Mulch (z. B. Rasenschnitt oder Laub) hilft zudem, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Wenn du all das berücksichtigst, kannst du eigentlich dabei zuschauen, wie die Pflanze von Woche zu Woche kräftiger wird.

Kurkuma ernten

Kurkuma ist eine der letzten Pflanzen, die im Garten geerntet werden – idealerweise vor den ersten Frösten. Zum Ernten nehmt ihr am besten eine Grabegabel und sticht etwa 20–30 cm neben der Pflanze in die Erde.

Dann könnt ihr die Pflanze vorsichtig ausheben. Euch werden leuchtend gelbe Kurkuma-Rhizome entgegenlachen – ein echtes Glücksgefühl! Ich schneide die oberirdischen Blätter ab, die Stiele lasse ich aber auf keinen Fall wegschmeißen. Sie eignen sich wunderbar für Currys, Suppen oder andere Gerichte und geben noch einmal einen besonderen Geschmack und Nährstoffkick. Die geernteten Rhizome kommen zunächst in einen Eimer mit Wasser, um sie gründlich abzuwaschen. Danach geht alles in die Küche: Ich trenne die Rhizome von der Pflanze und schneide die Wurzeln ab.

Dieses Jahr habe ich einen kleinen Versuch gewagt: Einige Wurzeln habe ich wieder in Töpfe gepflanzt, in der Hoffnung, dass sie erneut austreiben. Dazu kann ich euch im nächsten Jahr mehr berichten.

Bei mir ist am Ende eine große Schüssel voller leuchtend gelber Kurkuma-Rhizome herausgekommen. Einen Teil davon verarbeite ich zu meinem Immunbooster, den ihr weiter unten sehen könnt. Die Stangen, die ein bisschen an Lauch erinnern, schlage ich in ein feuchtes Küchentuch und lege sie in den Kühlschrank – so könnt ihr sie nach und nach für Currys, Suppen oder andere Gerichte verwenden und euren Speisen noch einmal einen richtigen Immunboost geben.

Die Blätter habe ich auf die Fläche zurückgelegt, um den Boden zu mulchen. So wird wirklich alles von der Pflanze genutzt. Kurkuma ist zwar eine Pflanze mit langer Kulturzeit, aber sie belohnt eure Geduld mit ganz besonderen Eigenschaften und Aromen. Ihr solltet sie auf jeden Fall einmal ausprobieren!

Sven`s Immunbooster

Der Immunbooster ist ein fermentiertes Kurkuma-Honig-Orangen-Gemisch mit Pfeffer, das das Immunsystem stärkt und täglich auf nüchternen Magen in kleinen Mengen eingenommen wird, um gesund und energiegeladen in den Tag zu starten.
Servings 1 Person
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gesamtzeit 15 Minuten

Kochutensilien

  • 1 Reibe
  • 1 Löffel
  • 1 Bügelglas mit Gummiring

Zutaten

  • 5 Stück Kurkuma-Rhizomen Bio
  • 1 Orange Bio
  • 1 kleines Glas füssiger Honig z.B. Akazienhonig
  • 1 TL Pfeffer frisch gemalen

Anleitungen

  • Kurkuma vorbereiten: Die Kurkuma-Rhizome mit einer feinen Reibe reiben.
  • Orange verarbeiten: Die Bio-Orange auspressen. Die Schale klein schneiden und für zusätzliche Nährstoffe und Aromen ebenfalls verwenden.
  • Alles vermengen: In einem sauberen Bügelglas die geriebene Kurkuma, den Orangensaft, die Orangenschale, den Honig und eine Prise frisch gemahlenen Pfeffer miteinander vermengen. Die Mischung sollte eine breiartige Konsistenz haben.
    Hinweis: Das Glas sollte nur zur Hälfte gefüllt sein, da der Immunbooster während der Fermentation an Volumen zunimmt.
  • Fermentation: Das Glas gut verschließen und bei Zimmertemperatur etwa 3 Tage fermentieren lassen. Jeden Tag einmal umrühren. Danach in den Kühlschrank stellen, um den Prozess zu verlangsamen und das Ferment haltbar zu machen.
  • Pflege: Um den Immunbooster langfristig aktiv und haltbar zu halten, solltest du ihn wie Sauerteig pflegen. Lasse immer einen kleinen Rest im Glas, bevor du neues Honig, Orangensaft, Kurkuma und Pfeffer hinzufügst. So kann das Ferment jahrelang aktiv bleiben und wird mit der Zeit immer kraftvoller.
Author: Sven Tasch
Gericht: Fermente
Küche: Probiotisch
Keyword: Honig, Kurkuma, Orange, Pfeffer

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