Sven`s Mirabellen-Orangen-Marmelade – Ein sonniges Glas Schwarze Heide

507
Schon gewußt?
Wusstest du, dass Mirabellen botanisch gesehen zu den Edel-Pflaumen gehören? Der Name „Mirabelle“ stammt vom Lateinischen mirabilis – das bedeutet „bewundernswert“ oder „wunderschön“. In Lothringen (Frankreich) sind Mirabellen so beliebt, dass sie dort jedes Jahr im August mit einem eigenen Fest gefeiert werden: dem „Fête de la Mirabelle“ – samt Krönung einer Mirabellenkönigin!

Ich liebe die Schwarze Heide. Dieses kleine, wilde Naturschutzgebiet, an dessen Rand meine Frau und ich so oft spazieren gehen, ist übersät mit alten Obstbäumen. Und mittendrin steht ein Mirabellenbaum, der in diesem Jahr alles gegeben hat. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Mirabellen an einem einzigen Baum gesehen. Offenbar hat ihm das Wetter gefallen – oder er folgt einem alten Gesetz der Natur: Manchmal tragen Bäume besonders reich, um in den Folgejahren wieder Kraft zu schöpfen.

So sichern sie ihre Nachkommen – ein verschwenderisches Geschenk an uns Sammler. Die ersten drei Tage bin ich mit meinem Rucksack losgezogen und habe ihn randvoll gepackt. Irgendwann kam mir die Idee: Ich legte meinen Gartenfleece (4×4 qm) unter den Baum, schüttelte kräftig – und mit einem Schlag hatte ich zehn Kilo Mirabellen vor mir liegen. Während ich die Früchte einsammelte, ratterte es schon in meinem Kopf: Was stelle ich damit an?

Mirabellen – goldene Früchte am Wegesrand

Was macht Mirabellen so besonders? Diese kleinen, sonnengelben Kugeln sind nicht nur hübsch anzusehen – sie stecken auch voller Vitamine und Mineralstoffe. Sie enthalten Vitamin C, Kalium, Eisen und viele Ballaststoffe, wirken leicht entwässernd und sind einfach ein Geschenk für die Stimmung.

Allein ihre Farbe weckt in mir die Lust, etwas daraus zu machen, das den Sommer bewahrt. Die Idee für eine Marmelade war schnell da. Doch nicht irgendeine: Die spritzige Frische der Orange passt perfekt zu den süßen, leicht herben Mirabellen. Also fuhr ich noch schnell los, um Orangen und Gelierzucker zu besorgen. Beim Gelierzucker spare ich nicht – ich nehme meist 3:1, damit die Marmelade fruchtig bleibt und nicht zu fest wird.

Meditation oder Abkürzung? So entkerne ich Mirabellen mit System

Dann folgt der Part, den ich ehrlich gesagt nicht unbedingt liebe: das Entkernen. Zehn Kilo können da eine kleine Ewigkeit dauern, also habe ich mir eine Methode für Faule (also meine!) ausgedacht:

Ich gebe die Mirabellen mit einem Schluck Wasser in einen großen Topf, erhitze sie langsam und zerdrücke sie dabei grob mit einem Kartoffelstampfer. Wenn die Früchte schön weich sind, streiche ich sie durch ein grobes Sieb oder – noch besser – durch die Flotte Lotte. So trennen sich Fruchtfleisch und Kerne fast von allein. Die Kerne und Schalen werfe ich übrigens nicht weg: Mit etwas Zucker wandern sie noch einmal in den Dampfentsafter – so hole ich noch einen feinen Mirabellensaft heraus, der eingekocht den Winter versüßt.

Wenn die Kerne draußen sind, lasse ich das Fruchtmark mit dem Gelierzucker im eigenen Saft ziehen. Danach kommt frischer Orangensaft dazu, alles wird einmal sprudelnd aufgekocht und heiß in sterile Gläser gefüllt. Um die Haltbarkeit zu verlängern, koche ich die Gläser meist noch einmal ein – so bleibt der Sommer lange im Regal, manchmal sogar bis ins zweite Jahr. Wenn ihr sie nur heiß abfüllt, ohne Einkochen, solltet ihr die Gläser innerhalb eines Jahres genießen.

Geht raus, sammelt, bewahrt!

Ich kann euch nur empfehlen: Geht los, sammelt, was die Natur euch schenkt. Viel zu oft verrottet Obst an alten Bäumen, weil keiner es pflückt. Dabei ist es das Nachhaltigste, Günstigste und Sinnvollste, was wir tun können: heimisches Obst retten – für uns, für die Natur und für unsere Vorratsregale. Demnächst verrate ich euch, was ich noch alles aus meinen Mirabellen gemacht habe – es wird köstlich!

Sven`s Mirabellen-Orangen-Marmelade

Der Sommer im Glas: Süße Mirabellen, spritzige Orangen – und ein ganzer Baum voller goldener Früchte, die Sonne auf dein Frühstücksbrot bringen.
Servings 7 Gläser
Vorbereitungszeit 2 Minuten
Zubereitungszeit 40 Minuten
30 Minuten

Kochutensilien

  • 1 großes Schneidebrett & scharfes Messer
  • 1 große Schüssel zum Entkernen
  • 1 Zestenreißer oder feine Reibe
  • 1 Saftpresse
  • 1 Großer Kochtopf mind. 5–6 Liter
  • 1 Kochlöffel
  • 1 Einmachtrichter (optional, aber praktisch)
  • 1 saubere Twist-Off-Gläser mit Deckeln
  • 1 großer Einmachtopf oder Backofen zum Sterilisieren der Gläser

Zutaten

  • 2 kg reife Mirabellen entsteint gewogen
  • 3 Bio-Orangen Saft und abgeriebene Schale
  • 1 kg Gelierzucker 3:1
  • 1 Zimtstange oder 1 TL Zimt optional
  • 1 Schuss Zitronensaft

Anleitungen

  • Mirabellen vorbereiten: Die Mirabellen waschen, gut abtropfen lassen und entkernen. Am besten machst du dir dazu einen gemütlichen Platz – es dauert, lohnt sich aber!
  • Orangen vorbereiten: Die Orangen heiß abwaschen, die Schale fein abreiben (nur die orangefarbene Schicht!) und den Saft auspressen.
  • Alles zusammenführen: Mirabellen, Orangensaft, Orangenschale und optional die Zimtstange in einen großen Topf geben. Mit einem Schuss Zitronensaft verfeinern – das bringt Frische und unterstützt das Gelieren.
  • Aufkochen & Gelierzucker dazugeben: Alles unter Rühren erhitzen, bis Saft austritt. Dann den Gelierzucker einrühren. Unter ständigem Rühren kräftig aufkochen und mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen lassen (nach Packungsanweisung).
  • Gelierprobe machen: Einen Tropfen der heißen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird sie fest, ist sie fertig! Sonst noch 1–2 Minuten weiterkochen.
  • Abfüllen & haltbar machen: Die sterilisierten Gläser bereitstellen (ich sterilisiere sie gern im Backofen bei 120 °C für 10 Minuten). Die heiße Marmelade mit einem Trichter bis knapp unter den Rand einfüllen, gut verschließen. Optional: Die Gläser im Einmachtopf oder Backofen bei ca. 90 °C für 30 Minuten einkochen – so bleibt die Marmelade besonders lange haltbar.
  • Abkühlen lassen & genießen: Die Gläser vollständig auskühlen lassen. Beschriften nicht vergessen!
Gericht: Marmeladen
Küche: Deutsch
Keyword: Gelierzucker, Mirabellen, Orangen, Zimt, Zitronen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezeptbewertung




Close