Sven`s Sommersalat mit veganen Köfte und Minzjogurt – Gemüse, Sommer und eine Portion Jamie Oliver

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Schon gewußt?
Wusstest du, dass Tofu schon seit über 2.000 Jahren hergestellt wird und ursprünglich aus China stammt? Dort wurde er vermutlich zufällig entdeckt, als Sojamilch mit einem natürlichen Gerinnungsmittel in Kontakt kam – ähnlich wie bei der Käseherstellung. Heute gilt Tofu in vielen Küchen der Welt als eine der vielseitigsten pflanzlichen Proteinquellen, weil er Geschmack so gut „aufsaugt“ und sich in jede Richtung formen lässt.

Ja, ich liebe Jamie Oliver. Von ihm habe ich kochen gelernt. Meine ersten Kochbücher stammen von ihm und sie stehen heute noch völlig zerfleddert im Regal – ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass sie oft benutzt wurden. Tatsächlich habe ich damals fast jedes Rezept aus seinen ersten Büchern nachgekocht. Ich mag seine unkomplizierte Art zu kochen. Keine steifen Regeln, keine endlosen Zutatenlisten, sondern frische Lebensmittel, Kreativität und die Ermutigung, einfach mal etwas auszuprobieren. Genau das entspricht auch meinem Stil in der Küche. Ein bisschen davon, etwas hiervon, abschmecken, verändern und dem eigenen Geschmack folgen.

Selbst heute bleibe ich noch regelmäßig an seinen Sendungen hängen. Bei uns läuft schon lange kein klassisches Fernsehen mehr, stattdessen der Jamie-Oliver-Kanal in Endlosschleife. Jedes Mal nehme ich irgendeine kleine Idee, einen Trick oder eine neue Kombination mit. Nur eine Sache bringt mich regelmäßig zum Schmunzeln: Kaum hat Jamie ein geniales Rezept entwickelt, greift er doch wieder zu einem Stück Fleisch oder einem Huhn.

Dann sitze ich vor dem Fernseher und denke: Mensch, Jamie, das sieht fantastisch aus – aber nimm doch mal die Hand aus dem Huhn und probier doch mal öfter pflanzliche Proteine aus! Umso überraschter war ich neulich, als er plötzlich mit Tofu um die Ecke kam.

Mein Lieblingsrezept aus „Jamie at Home“

Mein Lieblingskochbuch von Jamie Oliver ist bis heute „Jamie at Home“. Damals zog er sich auf seinen Bauernhof in Essex zurück und begann, einen großen Teil seines Gemüses selbst anzubauen. Genau diese Liebe zu frischen Zutaten spürt man auf jeder Seite des Buches. Es steckt voller großartiger Rezepte incl. Anbautipps, die das Gemüse in den Mittelpunkt stellen.

Zwar enthalten viele Gerichte Fleisch oder Fisch, aber genau dafür gibt es schließlich Kreativität. Man kann Rezepte weiterdenken, anpassen und ihnen eine eigene Handschrift geben. So entstand auch meine vegane Version eines bunten Sommersalats mit Köfte und frischem Minzjoghurt. Das Gericht ist perfekt für warme Sommerabende, an denen man etwas Leichtes essen möchte, ohne auf Geschmack zu verzichten.

Für die veganen Köfte kombiniere ich Naturtofu und Räuchertofu. Zusammen mit Misopaste, Sojasauce, Hefeflocken und einer guten Portion Gewürze entsteht ein herzhaftes Aroma, das dem Original erstaunlich nahekommt. Abgesehen von einem kleinen Unterschied in der Konsistenz merkt man kaum, dass hier keine tierischen Zutaten verwendet werden.

Warum ist Tofu eigentlich so verschrien?

Tofu hatte lange Zeit keinen besonders guten Ruf. Noch vor einigen Jahren wurde er regelmäßig als ungesund oder sogar „giftig“ dargestellt. Ich erinnere mich an viele Diskussionen mit Menschen, die überzeugt waren, Tofu würde den Hormonhaushalt beeinflussen. Ein Bekannter behauptete sogar einmal, Tofu sei für den menschlichen Verzehr grundsätzlich nicht geeignet, weil er nicht zu unserer natürlichen Ernährung gehöre.

Andere mögen Tofu schlicht deshalb nicht, weil sie ihn als geschmacklos oder „labberig“ empfinden. Dabei liegt genau darin eigentlich seine größte Stärke. Tofu ist unglaublich vielseitig und kann je nach Zubereitung ganz unterschiedliche Konsistenzen annehmen. Man kann ihn würfeln, in Scheiben schneiden, zerreißen oder zerbröseln und damit immer wieder neue Gerichte kreieren. Bei diesem Rezept wird der Tofu mit einer Gabel zerdrückt. Dadurch entsteht eine Konsistenz, die an Hackfleisch erinnert und sich perfekt für die veganen Köfte eignet.

Zusammen mit Räuchertofu, aromatischen Gewürzen, Misopaste und Sojasauce entwickelt er einen herzhaften Geschmack, der selbst überzeugte Fleischesser überraschen kann. Die passende Farbe bringen Gewürze wie Paprika oder Kreuzkümmel gleich mit.

Mein Tipp: Probiert es einfach einmal aus und geht möglichst unvoreingenommen an die Sache heran. Vielleicht entdeckt ihr dabei eine ganz neue Seite von Tofu. Und selbst wenn ihr am Ende feststellt, dass er nicht zu euren Lieblingszutaten gehört, habt ihr zumindest etwas Neues ausprobiert – und genau darum geht es beim Kochen doch eigentlich.

Sven`s vegane Köfte mit buntem Sommersalat und frischem Minzjoghurt

Dies ist eines meiner liebsten Sommergerichte. Die Köfte sind herzhaft, würzig und landen auf einem großen Teller voller frischer Salate aus dem Garten. Inspiriert von Jamie Olivers Rezept, habe ich daraus meine eigene Version gemacht – mit Tofu, vielen Kräutern und einem erfrischenden Minzjoghurt.
Servings 4 Personen
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten

Kochutensilien

  • 1 Große Schüssel
  • 1 Schneidebrett
  • 1 Küchenmesser
  • 1 Knoblauchpresse
  • 1 Gabel
  • 1 Geschirrtuch oder Küchenpapier
  • 1 Große Pfanne
  • 1 Salatschüssel oder große Servierplatte

Zutaten

Für die Köfte

  • 2 Blöcke Naturtofu
  • 1 Block Räuchertofu
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll frische Gartenkräuter z. B. Oregano, Petersilie, Thymian und Rosmarin
  • 1 EL Sojasauce alternativ Misopaste
  • 2 EL Hefeflocken
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 5 EL Paniermehl
  • 2 EL geschrotete Leinsamen über eine halbe Stunde in 6 EL Wasser eingelegt alternativ 2 Eier

Für den Sommersalat

  • Verschiedene Blattsalate nach Saison und Geschmack
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Paprikaschote gelb, rot oder grün
  • Einige Wildkräuter nach Belieben z. B. Löwenzahn, Hirschhornwegerich, Brennesel usw.

Für den Minzjoghurt

  • 250 Gramm Joghurt oder pflanzlicher Sojajoghurt
  • 1 Handvoll frische Minze
  • 1 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Etwas Zitronenschale
  • Frisch gemahlener Pfeffer

Anleitungen

  • Tofu vorbereiten: Tofu gut ausdrücken, damit überschüssige Flüssigkeit entfernt wird. Dafür den Tofu in ein sauberes Geschirrtuch wickeln und kräftig pressen. Alternativ Küchenpapier verwenden und den Tofu mit einem schweren Gegenstand beschweren oder über Nacht entwässern lassen. Ein zusätzlicher Schritt für eine festere Konsistenz: Tofu kurz in kochendes Salzwasser geben, anschließend gut ausdrücken. Naturtofu und Räuchertofu anschließend mit einer Gabel in eine große Schüssel zerbröseln.
  • Köfte-Masse herstellen: Zwiebel fein würfeln, Knoblauch pressen und Kräuter fein hacken. Alles zum Tofu geben. Sojasauce oder Misopaste, Hefeflocken, geräuchertes Paprikapulver und Paniermehl hinzufügen. Geschrotete Leinsamen mit Wasser (vegane Variante) oder Eier ergänzen. Alles gründlich vermengen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse kurz ruhen lassen oder über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
  • Köfte formen: Aus der Masse längliche Köfte formen und gut zusammendrücken, damit sie beim Braten stabil bleiben.
  • Köfte anbraten: Öl in einer Pfanne erhitzen und die Köfte bei mittlerer Hitze von allen Seiten goldbraun braten. Insgesamt etwa 10 Minuten braten, bis eine kräftige Kruste entsteht.
  • Minzjoghurt zubereiten: Minze fein hacken und mit Joghurt, Öl, Zitronensaft, Zitronenabrieb und frisch gemahlenem Pfeffer verrühren.
  • Salat anrichten: Salate nach Wahl auf einer großen Platte verteilen. Rucola, Feldsalat, Batavia oder saisonale Blattsalate eignen sich ebenso wie Wildkräuter. Rote Zwiebel und Paprika in feine Ringe schneiden und über dem Salat verteilen.
  • Servieren: Heiße Köfte auf dem frischen Salat anrichten und mit Minzjoghurt beträufeln. Ein einfaches Essig-Öl-Dressing ergänzt den Salat nach Geschmack. Ein leichtes Sommergericht, das sättigt, ohne schwer zu wirken.
Gericht: Salat
Küche: Gesund
Keyword: Gewürze, Kokosjogurt, Minze, Misopaste, Räuchertofu, Salat, Sojasoße, Tofu, Zitronensaft

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