Sven´s Holunderblüten-Sirup – den Frühsommer in Flaschen füllen

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Schon gewußt?
Im alten Volksglauben galt der Holunder als Schutzbaum des Hauses – man sagte, in ihm wohne die „gute Hausgeistkraft“, weshalb man ihn früher oft direkt am Hof stehen ließ und ihn nicht leichtfertig fällte.

Seien wir mal ehrlich: Bei allem, was ein Selbstversorgergarten so hergibt, ist es doch am schönsten, die Dinge zu nutzen, die uns die Natur ganz selbstverständlich schenkt. Genau so ist es auch mit dem Holunder. Jahr für Jahr überrascht er uns mit einer Fülle an Blüten, die in diesem Jahr besonders üppig ausfallen. An manchen Sträuchern sieht man kaum noch Blätter, so dicht hängen sie voller weißer Dolden. Warum also nicht genau diese Gaben der Natur sammeln und haltbar machen?

Ein Klassiker, der bei mir jedes Jahr wieder in der Küche entsteht, ist Holunderblüten-Sirup. Er steht dann ab Juni im Kühlschrank bereit und wird mit kaltem Wasser, etwas Eis oder auch mit einem Spritzer Zitrone und etwas Minze zu einem einfachen, aber besonderen Sommergetränk. Bevor ich euch mein Rezept zeige, lohnt es sich, den Holunder selbst ein wenig genauer anzuschauen – denn er ist weit mehr als nur eine Pflanze am Wegesrand.

Die Holunderblüte – duftend, leicht und voller Kraft

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) gehört zur Gattung der Moschuskrautgewächse und ist eine dieser Pflanzen, die man im Frühsommer kaum übersehen kann, wenn sie in voller Blüte stehen. Ihr Duft ist unverwechselbar: leicht süßlich, warm und ein bisschen nostalgisch – ein richtiger Hinweis darauf, dass der Sommer beginnt.

Auf den ersten Blick wirken die feinen weißen Dolden fast unscheinbar. Und doch steckt in ihnen eine lange Tradition als Heil- und Nutzpflanze. Sie enthalten ätherische Öle, Flavonoide und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, die sie seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde so wertvoll machen.

Besonders bekannt ist Holunder für seine traditionelle Verwendung bei Erkältungsbeschwerden. Ihm wird eine schweißtreibende und schleimlösende Wirkung nachgesagt, weshalb er vor allem bei beginnenden Infekten oder in der kalten Jahreszeit gerne als Tee oder Sirup eingesetzt wird. Auch die Atemwege sollen dabei sanft unterstützt werden. Und vielleicht ist es genau diese besondere

Kombination aus spürbarer Wirkung und gleichzeitiger Leichtigkeit, die ihn so beliebt macht: Holunder wirkt nicht schwer oder aufdringlich, sondern begleitet den Körper auf eine sanfte, natürliche Weise.

Die Holunderbeere – unscheinbar und doch so mächtig

Wenn die Blütezeit vorbei ist, zeigt der Holunder seine zweite Seite: tiefdunkle Beeren, die im Spätsommer in schweren Dolden hängen und fast ein wenig geheimnisvoll wirken. Holunder steckt auch hier voller Kraft – nur eben in einer anderen Form. Die Beeren enthalten besonders viele Antioxidantien, vor allem Anthocyane, die für die dunkle Farbe verantwortlich sind und im Körper freie Radikale binden können.

In der traditionellen Anwendung werden Holunderbeeren vor allem zur Unterstützung des Immunsystems genutzt. Besonders in der kalten Jahreszeit finden sie ihren Platz in Sirupen, Säften oder Marmeladen und werden gerne eingesetzt, um den Körper bei Erkältungen und grippalen Infekten zu begleiten. Wichtig ist dabei immer: Holunderbeeren sollten nur erhitzt verzehrt werden, da sie roh nicht gut verträglich sind.

So zeigt der Holunder zwei ganz unterschiedliche Gesichter im Jahreslauf – die leichte, duftende Blüte im Frühling und die kraftvolle, dunkle Frucht im Spätsommer. Und genau diese Wandlung macht ihn zu einer der spannendsten Pflanzen im Garten überhaupt.

Ein Stück Sommer für die Vorratskammer

Für meinen Holunderblüten-Sirup brauche ich nur wenige Zutaten – und genau das macht dieses Rezept für mich so besonders. In ein sauberes Bügel- oder Weckglas mit einem Fassungsvermögen von mindestens 3 Litern schichte ich etwa 20 frisch gepflückte Holunderblütendolden zusammen mit einigen Scheiben Bio-Zitrone.

Währenddessen koche ich Wasser mit Zucker auf – etwa 300 Gramm Zucker pro Liter Wasser – bis sich alles vollständig gelöst hat. Dieses heiße Zuckerwasser gieße ich anschließend direkt über die Blüten und Zitronenscheiben ins Glas. Danach wird das Glas gut verschlossen und der Ansatz für drei bis vier Tage an einem kühlen Ort ziehen gelassen. Dabei geben die Blüten ihr feines Aroma an die Flüssigkeit ab und es entsteht die typische Holunderblütenbasis für den Sirup.

In dieser Zeit geben die Blüten ihr unverwechselbares Aroma an das Wasser ab und der Duft von Holunder und Zitrone verbindet sich zu einem herrlich sommerlichen Sirup. Nach der Ziehzeit siebe ich die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder ein Tuch ab und gebe sie anschließend in einen Topf. Nun wird der Sirup noch einmal für einige Minuten sanft eingekocht. Anschließend fülle ich ihn sofort heiß in saubere, sterilisierte Flaschen ab und verschließe diese direkt.

So bleibt das feine Aroma erhalten und der Holunderblüten-Sirup ist bei kühler und dunkler Lagerung problemlos etwa sechs Monate haltbar. So einfach lassen sich die Gaben des Frühsommers konservieren – und ein Stück Sommer wartet jederzeit griffbereit in der Vorratskammer. Hier nun das Rezept:

5 von 1 Bewertungen

Sven`s Holunderblüten-Sirup

Wenn die Holundersträucher in voller Blüte stehen und ihr süßer Duft durch den Garten zieht, ist für mich die perfekte Zeit gekommen, einen Vorrat an Holunderblüten-Sirup anzulegen. Mit nur wenigen Zutaten lässt sich der Geschmack des Frühsommers ganz einfach konservieren.
Servings 2 Flaschen
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
4 Tage

Kochutensilien

  • 1 großes Bügel- oder Weckglas mindestens 3 Liter Fassungsvermögen
  • 1 Schneidebrett und Messer
  • 1 Grobes und feines Sieb oder Passiertuch
  • 1 Großer Kochtopf
  • 1 Trichter
  • 2 sterilisierte Glasflaschen mit Verschluss je 1 Liter

Zutaten

  • 20 – 30 frische Holunderblütendolden
  • 2 Liter Wasser
  • 600 Gramm Zucker
  • 2 Bio-Zitronen

Anleitungen

  • Holunderblüten ernten: Holunderblüten an einem trockenen, sonnigen Tag sammeln. Die Dolden vorsichtig ausschütteln, um kleine Insekten zu entfernen. Auf das Waschen der Blüten verzichten, damit das feine Aroma erhalten bleibt.
  • Zutaten ansetzen: Holunderblüten in ein großes, sauberes Bügelglas geben. Zitronen in Scheiben schneiden und zusammen mit den Blüten schichtweise ins Glas legen.
  • Zuckerwasser herstellen: Wasser und Zucker in einen Topf geben und langsam erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Kurz aufkochen lassen und heiß über die Holunderblüten und Zitronenscheiben gießen.
  • Ziehen lassen: Glas verschließen und die Mischung 3 bis 4 Tage an einem kühlen, dunklen Ort ruhen lassen. Einmal täglich vorsichtig schwenken, damit sich die Aromen gut verteilen.
  • Abseihen: Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Tuch in einen Topf abgießen. Blüten und Zitronen gut ausdrücken, um möglichst viel Aroma zu gewinnen.
  • Sirup einkochen: Gefilterten Sirup erneut aufkochen und einige Minuten sanft köcheln lassen.
  • Heiß abfüllen: Heißen Sirup mit einem Trichter in sterilisierte Flaschen füllen und sofort verschließen.
  • Haltbarkeit und Lagerung: Kühl und dunkel gelagert mehrere Monate haltbar. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.
  • Servieren: Holunderblütensirup mit kaltem Wasser, Eiswürfeln, Zitronenscheiben und frischer Minze servieren oder in Tee und warmem Wasser genießen.
Gericht: Getränke
Küche: Gesund
Keyword: Holunderblüten, Rohrohrzucker, Wasser, Zitronen

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  1. Hallo Sven, wie kann man schwarze Johannisbeeren fermentieren. So etwa wie Fermentierte Aroniabeeren in Honig?

    1. 5 Sterne
      Hallo Hana,

      Holunderbeeren sind sehr herb und enthalten viele Bitterstoffe. Deshalb ist eine Honigfermentation vermutlich die beste Option, weil die Süße des Honigs die herben Aromen etwas ausgleicht. Außerdem ist diese Methode recht unkompliziert.

      Ich selbst habe Holunderbeeren bisher noch nicht fermentiert. Wichtig ist jedoch, die Beeren gründlich von den Stielen zu lösen, da auch diese viele Bitterstoffe enthalten.

      Achte außerdem darauf, das Honigferment nicht zu lange stehen zu lassen, da es sonst in eine alkoholische Gärung übergehen kann.

      Eine andere Möglichkeit fällt mir spontan nicht ein. Ich entsafte Holunder normalerweise und koche den Saft mit Zucker zu einem Sirup ein. Diesen Sirup verwende ich anschließend häufig für Kombucha oder andere Getränke.

      Liebe Grüße
      Sven

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