Bei einer Feier stellte ich diesen veganen Rote Bete Brownie einfach kommentarlos auf den Tisch, und schwuppdiwupp war er aufgegessen. Erst als ich erwähnte, dass Rote Bete im Teig steckt, tauchte auf einigen Gesichtern ein leichtes Stirnrunzeln auf. Dabei gibt es dafür keinen Grund, denn von der Roten Bete im Kuchen kaum etwas.
Was bleibt, ist ein Brownie, der wunderbar saftig und herrlich schokoladig ist und mit seiner intensiven, tiefroten Farbe auch noch richtig etwas hermacht. Ich nenne ihn liebevoll meinen „Magnesiumkuchen“, weil gleich mehrere seiner Zutaten dazu beitragen, dass er mehr ist als nur ein süßer Genuss. Wer ihn probiert, merkt schnell: Backen darf leicht gehen, gut schmecken und trotzdem Freude am Gemüse machen.
Rote Bete – die leuchtende Knolle aus dem Garten
Rote Bete ist eines dieser Gemüse, bei denen schon der Anblick Lust aufs Kochen macht. Außen ist die Knolle erdig und unscheinbar, innen leuchtet sie in einem Rot, das man so schnell nicht vergisst. Auch geschmacklich hat sie einiges zu bieten: erdig, leicht süßlich und mild, wenn man sie schonend zubereitet. Es gibt sie übrigens nicht nur in Rot. Gelbe Bete oder die geringelte Sorte Chioggia bringen noch mehr Farbe und Form auf den Teller.

Ob roh geraspelt im Salat, im Ofen geröstet, als Saft oder, wie hier, im Kuchen: Rote Bete lässt sich vielseitiger verwenden, als viele denken. Sie enthält unter anderem Folat, Kalium, Eisen, Magnesium und Vitamin C, dazu Nitrat, Betain und die Betalaine, die ihr die Farbe geben. Besonders das Nitrat wird in der Forschung diskutiert, weil der Körper daraus Stickstoffmonoxid bilden kann, ein Stoff, der an der Weitung der Blutgefäße beteiligt ist.
Ob und wie stark sich das im Alltag auswirkt, ist allerdings noch Gegenstand von Studien. Ein Brownie bleibt natürlich ein Kuchen, und niemand muss daraus ein Wundermittel machen. Aber wenn ich schon Kuchen backe, dann gern mit Zutaten, die mehr mitbringen als Zucker und Fett. Genau das gefällt mir an diesem Rezept.
Tipp: Rote Bete färbt kräftig. Zieht beim Schneiden am besten Handschuhe an und nehmt ein Brett, das ruhig Farbe annehmen darf. Dann bleibt die leuchtende Farbe im Teig und nicht an euren Händen.
Rote Bete regional und saisonal – Wo ihr sie bekommt
Rote Bete ist ein echtes Gemüse vor unserer Haustür, und ich finde sie eines der unkompliziertesten, die man selbst anbauen kann. Bei mir wachsen jedes Jahr gleich mehrere Sorten im Beet: die klassische rote, die gelbe Bete und die Ringelbete, die beim Aufschneiden ihre hellen und dunklen Ringe zeigt. Jede hat ihre eigene Farbe und einen etwas anderen Geschmack, und gerade das macht den Anbau so spannend. Wer keinen Garten hat, muss nicht verzichten, denn Rote Bete wächst auch in einem ausreichend tiefen Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse.

Frische Knollen mit Grün gibt es bei uns in der Regel von Sommer bis in den Spätherbst. Danach kommt Rote Bete als Lagerware in den Handel, weil sie sich kühl und dunkel gelagert viele Wochen hält. Bei mir ist die eigene Ernte im Oktober meistens schon aufgebraucht. Dann kaufe ich Nachschub bei Manu auf dem Neustädter Markt in Hildesheim, meinem Lieferanten des Vertrauens.
Auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen wisst ihr, woher das Gemüse kommt, und könnt direkt nachfragen. Rote Bete bekommt ihr natürlich auch im Supermarkt. Achtet dort auf die Herkunft und greift am besten zu Knollen aus Deutschland, dann sind die Wege kurz und das Gemüse ist frischer.
Haltet nach festen, glatten Knollen ohne weiche Stellen Ausschau. Wenn die Blätter noch dranhängen, ist das ein gutes Zeichen für Frische. Das Grün ist übrigens essbar und lässt sich ähnlich wie Mangold zubereiten, zum Beispiel kurz gedünstet mit etwas Knoblauch. Dreht die Blätter vor dem Lagern ab, damit die Knolle nicht austrocknet.
Magnesium im Brownie – Diese Zutaten tragen dazu bei
Magnesium ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt, zum Beispiel an der Funktion von Muskeln und Nerven und am Energiestoffwechsel. Deshalb interessiert es besonders Menschen, die viel Sport treiben, aber natürlich auch alle, die sich ausgewogen ernähren möchten. Im Brownie steckt einiges davon, und zwar an mehreren Stellen.
Das Dinkelmehl liefert Magnesium, bei Vollkornmehl ist es mehr als bei hellen Mehltypen. Ein echter Lieferant ist die Backschokolade, denn Kakao gehört zu den magnesiumreichen Lebensmitteln. Die gehackten Nüsse auf dem Teig sind eine weitere gute Quelle und sorgen außerdem für den knusprigen Biss. Auch die Rote Bete selbst enthält etwas Magnesium, ist aber nicht der Hauptlieferant. Das Rapsöl bringt ungesunde Fette keineswegs mit, im Gegenteil: Es enthält überwiegend ungesättigte Fettsäuren und macht den Kuchen schön saftig. Magnesium steuert es allerdings nicht bei.
Übrigens: Viele Zutaten dieses Brownies wachsen bei uns vor der Haustür: Dinkel, Raps und Rote Bete lassen sich regional beziehen, bei den Nüssen gibt es zum Beispiel Walnüsse und Haselnüsse aus der Region. Bei Kaffee und Schokolade lohnt sich der Blick auf Bio-Qualität und eine faire Herkunft.
Der einfachste Kuchen für spontanen Besuch – Rote Bete Brownie vegan backen
Es gibt noch einen weiteren Grund, diesen Kuchen auszuprobieren: Er ist einer der unkompliziertesten Kuchen, die ich kenne. Wenn sich Besuch in einer Stunde ankündigt, weiß ich genau, welche Schritte nötig sind, und nach nur etwa 15 Minuten landet der Teig bereits im Ofen.

Die trockenen Zutaten kommen in eine Rührschüssel, die feuchten zusammen mit der Roten Bete in den Hochleistungsmixer. Achtet nach dem Mixen auf die leuchtend rote Farbe, sie ist einfach wunderbar. Anschließend hebe ich alles vorsichtig unter und gieße den Teig in eine Auflaufform. Die gehackten Nüsse kommen obendrauf und sinken von selbst ein. Je sanfter ihr rührt, desto fluffiger wird der Brownie.
Leicht warm serviert schmeckt der Brownie besonders gut. Am liebsten esse ich ihn mit einem Löffel selbst gemachter Mirabellenmarmelade obendrauf, das Rezept dafür findet ihr HIER. Dazu gehört bei mir ein richtig guter Kaffee aus der DreiElf Rösterei, über Jonas habe ich auch schon einen Blogartikel geschrieben, den ihr HIER lesen könnt. Im Kühlschrank hält sich der Kuchen bei mir gut über eine Woche. Allerdings muss ich zugeben, dass er bei uns nie so lange liegt, denn er ist meistens ruckzuck aufgegessen.
Habt ihr schon einmal Gemüse in einen Kuchen gebacken? Dann probiert diesen Brownie gern aus und erzählt mir in den Kommentaren, wie er euch geschmeckt hat. Und wenn ihr noch nie Rote Bete in der Hand hattet: Der Brownie ist ein ziemlich guter Einstieg.
Viel Spaß beim Backen und Genießen!

Sven`s rote Beete Brownie mit Nuss Topping
Kochutensilien
- 1 rechteckige Auflaufform (ca. 30 x 20 cm), eingefettet
- 1 Standmixer
- 1 Löffel
- 1 Espressokocher, Kaffeemaschine oder French Press
Zutaten
Für die trockenen Zutaten:
- 320 Gramm Dinkelmehl
- 60 Gramm bester Backkakao
- 250 Gramm Zucker nach Geschmack auch weniger
- 2 EL Backpulver
- 1 EL Zimt nach belieben
- 1 Prise Salz
Für die feuchten Zutaten:
- 300 ml starker Kaffee oder Espresso
- 150 ml Rapsöl
- 3 Stück Rote Beete Knollen mittelgroß
Für das Topping:
- 100 Gramm verschiedene Nüsse und Samen
Anleitungen
- Ofen vorheizen: Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine rechteckige Auflaufform (ca. 30 x 20 cm) einfetten.
- Trockene Zutaten vermengen: Alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel gut vermengen.
- Kaffee zubereiten: 300 ml starken Kaffee oder Espresso zubereiten und in einen Standmixer gießen.
- Öl und Rote Bete hinzufügen: 150 ml Rapsöl dazugeben. Die gewaschenen und geviertelten Rote Bete ebenfalls in den Mixer geben und alles pürieren, bis eine dickflüssige, leuchtend rote Masse entsteht.
- Teig mischen: Die feuchte Masse vorsichtig zu den trockenen Zutaten in die Rührschüssel gießen und behutsam unterheben. Je sanfter ihr rührt, desto fluffiger werden die Brownies.
- Teig einfüllen und Nüsse verteilen: Den flüssigen Teig in die gefettete Auflaufform gießen. Die Nüsse grob hacken und gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Sie sinken von selbst ein.
- Backen: Die Auflaufform auf der mittleren Schiene 30 bis 40 Minuten backen. Nach 30 Minuten unbedingt den Stäbchentest durchführen.
- Abkühlen lassen: Herausnehmen und etwas abkühlen lassen, bevor ihr die Brownies in Stücke schneidet.
FAQ
1. Schmeckt man die Rote Bete im Brownie?
Kaum. Die Rote Bete sorgt vor allem für Saftigkeit und die tiefrote Farbe. Geschmacklich dominieren Schokolade und Kaffee.
2. Vorgekochte Rote Bete verwenden
Du kannst auch vorgekochte, ungewürzte Rote Bete aus dem Kühlregal nehmen. Der Teig wird dadurch oft etwas feuchter.
- Roh: So backe ich ihn am liebsten. Die gewaschenen, geviertelten Knollen kommen direkt in den Mixer.
- Vorgekocht: Funktioniert ebenfalls. Wiegt die Menge nach Gefühl ab und gebt den Teig bei Bedarf noch etwas Mehl hinzu.
- Nicht geeignet: Rote Bete aus dem Glas in Essig oder Gewürzlake. Den Geschmack würde man herausschmecken.
3. Brownie ohne Kaffee
Der Kaffee verstärkt die Schokoladennote, ist aber kein Muss.
- Ersetzt ihn durch die gleiche Menge Wasser oder einen Pflanzendrink.
- Für Kinder oder wenn ihr kein Koffein möchtet, nehmt entkoffeinierten Kaffee.
- Der Geschmack wird ohne Kaffee etwas milder.
4. Haltbarkeit und Einfrieren
Gut gekühlt, im Kühlschrank in einer verschlossenen Dose, hält sich der Brownie bei mir gut eine Woche. Allerdings ist er bei uns meist schneller aufgegessen.
- Aufbewahren: am besten im Kühlschrank in einer verschlossenen Dose.
- Einfrieren: in Stücke geschnitten und einzeln verpackt. So könnt ihr euch bei Bedarf ein Stück auftauen.
- Servieren: Leicht warm schmeckt er besonders gut. Kurz im Ofen oder in der Mikrowelle aufwärmen.
5. Dinkelmehl ersetzen
Ihr könnt auch Weizenmehl (Typ 550 oder 1050) verwenden. Der Teig verhält sich ähnlich, der Geschmack ist etwas weniger nussig. Mit Vollkornmehl wird der Brownie kräftiger und enthält mehr Magnesium, braucht aber manchmal einen Schuss mehr Flüssigkeit.
6. Ist der Brownie wirklich vegan?
Ja, im Teig stecken weder Ei noch Milchprodukte. Achtet beim Einkauf aber darauf, dass die Backschokolade vegan ist, denn manche Sorten enthalten Milchpulver.
Nährwerttabelle
| Nährwert | Pro Stück (1/12) | Ganzer Kuchen |
|---|---|---|
| Kalorien | ca. 375 kcal | ca. 4.500 kcal |
| Fett | ca. 19 g | ca. 228 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | ca. 2,5 g | ca. 30 g |
| Kohlenhydrate | ca. 45 g | ca. 540 g |
| davon Zucker | ca. 25 g | ca. 303 g |
| Ballaststoffe | ca. 3 g | ca. 38 g |
| Eiweiß | ca. 5 g | ca. 64 g |
| Magnesium (Schätzwert) | ca. 50–65 mg | ca. 590–780 mg |