Kohl habe ich erst richtig zu schätzen gelernt, als ich mit dem Fermentieren begonnen habe. Denn dort ist er der Star in jedem Glas! Ihr glaubt gar nicht, wie viele gute Inhaltsstoffe in einem einzigen Kohlkopf stecken. Und wenn man einmal zusieht, wie aus einem winzigen Samenkorn eine kräftige, fast majestätische Pflanze wird – wie sich im Herbst langsam die Blätter schließen und wie der Kohl selbst im tiefsten Winter stolz der Kälte trotzt – dann kann man gar nicht anders, als ihm mehr Beachtung zu schenken.

Kohl ist ein wahres Chamäleon in der Küche. Man kann ihn fermentieren, als knackigen Krautsalat genießen, ihn in zarten Kohlrouladen verstecken oder als herzhafte Kohlsuppe an kalten Tagen auf den Tisch bringen. Und dann gibt es noch den guten alten Schichtkohl – ein Gericht, das mich an meine alte Heimat erinnert. Ganz zu schweigen davon, dass er damals sogar Seefahrern das Leben gerettet hat! Dank seines hohen Vitamin-C-Gehalts hielt er Skorbut in Schach und machte lange Reisen überhaupt erst möglich.
Ihn anzubauen ist allerdings nicht ganz ohne – Kohl ist nämlich kein Leichtgewicht und braucht viel Platz, viel Nahrung und leider auch viel Aufmerksamkeit, denn wir sind nicht die Einzigen, die ihn lieben. Raupen, Schnecken und so ziemlich jede hungrige Kreatur im Garten haben ihn zum Fressen gern. Aber keine Sorge! Ich habe über die Jahre so einige Tipps gesammelt, die euch helfen werden, Kohl erfolgreich zu kultivieren.
Und falls euer Garten klein ist – keine Panik! Ich zeige euch weiter unten ein paar geniale Alternativen, wie ihr trotzdem in den Genuss dieser Wunderpflanze kommen könnt. Also, schnappt euch eine Gabel (oder eine Schaufel) – es wird köstlich, knackig und ein bisschen gartenwild!
Die Vielfalt der Kohlsorten
Kohl ist nicht gleich Kohl – und wer denkt, es gäbe nur die klassischen runden Köpfe aus dem Supermarkt, der irrt gewaltig. Die Kohl-Familie ist riesig! Von kraus bis glatt, von tiefgrün bis leuchtend violett, von sanftem Aroma bis würzig-herb – Kohl kann alles. Und das Beste? Jede Sorte bringt ihre eigenen Stärken mit, sowohl im Garten als auch auf dem Teller.
Weißkohl: Der Weißkohl – eine der bekanntesten Kohlsorten – ist kompakt, robust und von erstaunlicher Vielseitigkeit. Ob roh als frischer Krautsalat, in Eintöpfen, wo er seine tiefgründige Seele entfaltet, oder fermentiert – er zeigt sich in jeder Zubereitung von seiner besten Seite. Auf meinem Blog findet ihr einige Fermente mit Weißkohl, die ihr unbedingt mal ausprobieren solltet. Leider benötigt der Weißkohl im Garten viel Platz – eine halbe Meter pro Pflanze ist nicht selten, weshalb ich ihn auch gerne auf dem Markt kaufe. Doch es ist kaum zu fassen, wie ein solch wertvoller Kohlkopf für nur 99 Cent im Supermarkt angeboten wird – es ärgert mich jedes Mal, wenn ich sehe, wie wenig man die wahre Bedeutung und den Aufwand, der hinter diesem Gemüse steckt, zu schätzen weiß.
Spitzkohl: Spitzkohl ist so etwas wie die feine Dame der Kohlfamilie. Seine Blätter sind dünner und sein Geschmack ist deutlich milder als der von Weißkohl. Dadurch eignet er sich perfekt für schnelle Gerichte – ob als asiatisch angehauchter Wok-Kohl, als knackiger Salat oder geschmort mit einem Hauch Kümmel. Er ist zudem viel schneller erntereif als seine dickköpfigen Verwandten. Ähnlich wie Weißkohl, braucht er jede Menge Paltz im Garten.
Wirsing : Wirsing sieht aus wie der elegante Cousin des Weißkohls – mit seinen gewellten, zarten Blättern ist er nicht nur hübsch, sondern auch besonders fein im Geschmack. Er ist der Star in Suppen, Aufläufen oder als Beilage. Besonders lecker schmeckt er in einer herzhaften Wirsing-Quiche oder als gefüllte Wirsingrouladen mit einer würzigen Gemüse- oder Linsenfüllung. Auch in Currys oder als leichte Gemüsepfanne mit Knoblauch und Chili macht er eine gute Figur. Bei mir konnte er noch nicht so richtig punkten, aber das kann ja noch kommen.
Brokkoli: Brokkoli ist für mich eine der edelsten Kohlsorten – mild im Geschmack, voller wertvoller Nährstoffe und unglaublich vielseitig. Ob gedünstet, geröstet oder roh, er bereichert jede Mahlzeit. Im Garten liebt er nährstoffreichen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Mit 40–50 cm Abstand kann er sich gut entfalten. Das Beste? Nach der ersten Ernte treibt er immer wieder nach! Schneidet man den Hauptkopf vorsichtig ab, wachsen kleinere Röschen nach – so kann man wochenlang ernten. Leider lieben ihn auch Schädlinge, allen voran der Kohlweißling. Deshalb kontrolliere ich regelmäßig die Blattunterseiten und nutze Gemüseschutznetze. Im Supermarkt wirkt Brokkoli oft makellos – doch wer ihn selbst anbaut, weiß, wie viel Geduld und Liebe in jeder einzelnen Rösche steckt.

Rotkohl: Rotkohl (oder Blaukraut, je nachdem wo man ihn isst) bringt Farbe auf den Teller – und das auf ganz natürliche Weise. Sein tiefviolettes Pigment stammt von den wertvollen Anthocyanen, die nicht nur hübsch aussehen, sondern auch antioxidativ wirken. Ein echtes Power-Gemüse! Ich liebe ihn als frischen Regenbogensalat mit Äpfeln und Rote Beete – mache ihn dann gern in Wraps wegen der Farbe.
Auch fermentiert mit Apfel oder Birne schmeckt er ganz abgefahren. Und zu Weihnachten steht er dann, auch wenn immer etwas totgekocht, mit duftenden Gewürzen auf dem Tisch. Rotkohl bekommt immer eine besondere Ecke im Garten – für drei bis vier Köpfe opfere ich gern ein halbes Beet. Es ist jedes Mal ein wahres Geschenk, ihn aufzuschneiden und die fantastischen Muster im Inneren zu entdecken. Diese Schönheit ist es allemal wert.

Grünkohl: Grünkohl ist der unermüdliche Kämpfer unter den Kohlsorten – Frost? Stört ihn nicht. Schnee? Findet er super. Erst wenn es richtig kalt wird, entfaltet er sein volles Aroma. Früher gab es ihn fast nur als deftige Beilage mit Pinkelwurst oder Kasseler, heute findet man ihn in Smoothies, als knusprige Grünkohl-Chips oder roh als Salat.
Kein Wunder, denn er steckt voller Vitamin C, Eisen und Ballaststoffe. Ich baue Grünkohl immer in der zweiten Jahreshälfte an, und er begleitet mich durch den Winter. Mit jeder frostigen Nacht wird sein Geschmack intensiver und besser. Ein weiterer Vorteil: Er nimmt nicht viel Platz weg und passt sich somit perfekt in den Garten ein.
Kohlrabi: Kohlrabi ist für mich der sanfte Riese unter den Kohlsorten – mild, saftig und mit einer dezenten Süße, die ihn sowohl roh als auch gegart zu einem echten Genuss macht. Jung geerntet ist er zart und knackig, während größere Knollen ein leicht nussiges Aroma entfalten. Im Garten ist Kohlrabi unkompliziert, aber dennoch anspruchsvoll: Er liebt lockeren, humusreichen Boden und einen gleichmäßigen Wasserhaushalt. Bei Trockenheit neigt er zum Verholzen, daher gieße ich ihn regelmäßig.

Mit einem Pflanzabstand von etwa 30 cm hat er genug Platz, um sich auszubreiten. Besonders spannend ist, dass man nicht nur die Knolle, sondern auch die zarten Blätter wunderbar in der Küche verwenden kann. Leider steht Kohlrabi – wie viele Kohlsorten – auf dem Speiseplan des Kohlweißlings und der Erdflöhe. Ein feines Gemüseschutznetz hilft, die Pflanzen gesund zu halten. Wenn ich eine knackige Knolle direkt aus dem Garten ernte und mit etwas Salz genieße, wird mir jedes Mal bewusst, wie unvergleichlich frisch selbst angebautes Gemüse schmeckt.
Schwarzkohl (Palmkohl): Schwarzkohl, auch als Palmkohl oder Toskanischer Kohl bekannt, ist eine meiner Lieblingskohlsorten. Seine langen, dunklen Blätter erinnern an Palmenwedel und schmecken wunderbar würzig. In Italien ist er die Basis für die berühmte „Ribollita“, eine herzhafte Gemüsesuppe. Er ist robust, winterhart und nimmt nicht viel Platz weg. Besonders praktisch: Man kann ihn das ganze Jahr über anbauen und ihn von unten nach oben ernten, sodass die Pflanze lange nachwachsen kann. Ihr solltet mal ein Palmkohlpesto mit Orange probieren – das ist unglaublich gut! Auch Palmkohlchips sind – ähnlich wie Grünkohlchips – eine gesunde und knusprige Alternative zu herkömmlichen Snacks.
Rosenkohl: Rosenkohl – entweder man liebt ihn, oder man hat wie ich als Kind ein kleines Trauma erlebt. 😉 Doch mittlerweile ist dieses überwunden, denn richtig zubereitet ist er eine wahre Delikatesse! Die kleinen, grünen Kugeln wachsen wie Mini-Kohlköpfe an einem imposanten, hohen Stängel. Besonders köstlich werden sie, wenn sie im Ofen mit einer würzigen Marinade überzogen und geröstet werden. Ich gebe gerne noch Räuchertofu und angeschwitzte Semmelbrösel dazu – das ergibt eine unglaublich leckere Kombination. Ein leichter Frost verbessert den Geschmack des Rosenkohls, indem die Stärke in Zucker umgewandelt wird. Das macht ihn milder und weniger bitter, was ihn zu einem noch besseren Wintergenuss macht. Auch Rosenkohl überbrückt mir den Winter, obwohl der Anbau noch eine kleine Herausforderung darstellt. Denn er benötigt richtig viel „Wums“ in der Erde. Aber ich bin auf einem guten Weg und freue mich schon auf die kommende Ernte.
Chinakohl: Zwar gehört Chinakohl botanisch nicht direkt zur klassischen Kohl-Familie, aber er ist dennoch ein enger Verwandter. Er wächst schnell, schmeckt angenehm mild und ist unverzichtbar für asiatische Gerichte und fermentiertes Kimchi. Ich habe Chinakohl selbst noch nicht angebaut, aber dieses Jahr werde ich mich mal daran wagen.
Pak Choi: Pak Choi ist quasi der Schnellstarter unter den Kohlsorten. Bereits nach wenigen Wochen kann man seine knackigen Blätter ernten. Er schmeckt leicht nussig und eignet sich perfekt für Pfannengerichte, Salate oder als kurz gedünstete Beilage. Außerdem sieht er mit seinen grünen Blättern und den weißen Stielen einfach wunderschön aus. Er ist eine der ersten Gemüsesorten, die ich im frühen Frühjahr vorziehe, und man kann ihn auch wunderbar in den Wintermonaten in den Beeten stehen lassen.
Die Kunst der Kohlanzucht – Geduld und Fürsorge für starke Pflanzen
Ab März beginne ich, die ersten Kohlpflanzen in den geschützten Raum des Gewächshauses zu ziehen. Besonders gern nutze ich dafür große Quickpots, die mir genügend Platz für das zarte Wurzelsystem bieten.

Füllt die Quickpots mit Erde und drückt sie gut an. Das geht besonders gut, wenn ihr eine zweite Quickpotplatte habt, die ihr auf die mit Erde gefüllten Löcher presst. Anschließend solltet ihr die Erde ordentlich angießen, bevor ihr mit der Aussaat beginnt. In jedem Quickpot säe ich ein einzelnes Saatkorn etwa 1–2 cm tief, sodass der Kohl ausreichend Raum hat, um kräftig in die Höhe zu wachsen. Es ist wichtig, die Pflanzen nicht zu lange in den Quickpots zu lassen, da Kohl ein schneller Wuchsfreund ist. Die Nährstoffe in der Anzuchterde sind schnell aufgebraucht. Um die jungen Pflanzen weiterhin gut zu versorgen, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Kompost zugeben: Zusätzlich gebe ich zur Aussaaterde etwas Kompost dazu, um den Kohl in den Quickpots länger mit wertvollen Nährstoffen zu unterstützen.
- Pflanzen umsetzen: Wenn der Frühling auf sich warten lässt, setze ich die Pflanzen in größere Töpfe und lasse sie noch eine Weile im Gewächshaus stehen. Alternativ könnt ihr sie auch ins Freiland setzen und das Beet mit einem schützenden Vlies abdecken.
Die Quickpots sollten stets feucht gehalten werden, doch Staunässe ist zu vermeiden, da sie die zarten Wurzeln schädigen kann. Ein praktischer Trick: Ich tränke die Quickpots, indem ich sie für zehn Minuten in eine Stiege mit Wasser stelle. So saugt sich die Erde gut voll. Wenn ihr dies zweimal die Woche macht, reicht das aus, um die Pflanzen gesund zu halten.
Wer sich für die Direktsaat entscheidet, sollte mit der Aussaat bis nach den Eisheiligen warten. Ich habe damit jedoch schlechte Erfahrungen gemacht, da sich die Schnecken sofort über die zarten Keimlinge hergemacht haben. Zudem ermöglicht mir die Voranzucht eine frühere Ernte und eine gezieltere Pflanzung im Beet. Daher vertraue ich lieber auf die kontrollierte Anzucht im Gewächshaus, wo ich die Bedingungen in Ruhe regulieren kann.
Bodenvorbereitung – Die Basis für gesunden Kohl
Bevor der Kohl ins Freiland darf, bekommt der Boden meine volle Aufmerksamkeit. Kohl ist eine anspruchsvolle Kultur und liebt tiefgründige, nährstoffreiche Erde – eine gute Vorbereitung ist deshalb das A und O für kräftige Pflanzen und eine reiche Ernte.

Ich arbeite jedes Jahr Pferdemist in den Boden ein, den ich von der Domäne Marienburg hole. Dazu kommt reichlich Kompost und natürlich mein Bokashi, um das Bodenleben zu fördern. Das Beet bereite ich meist drei Wochen im Voraus vor, damit die Nährstoffe gut einziehen können und der Boden optimal versorgt ist. Während der Wachstumsphase bekommt der Kohl immer wieder eine Extraportion Nährstoffe.
Ich streue gelegentlich Hornspäne und gieße mit verdünnter Brennnesseljauche – denn Kohl ist ein echter Stickstoffliebhaber und braucht viel Energie, um kräftig zu wachsen. Mit dieser Vorbereitung bekommt der Kohl genau das, was er braucht – und ich freue mich auf kräftige, gesunde Pflanzen!
Kohl auspflanzen – Der richtige Zeitpunkt und gute Nachbarn

Kohl ins Beet setzen – Der richtige Zeitpunkt und gute Nachbarschaft Wenn die kräftigen Jungpflanzen herangewachsen sind, wird es Zeit, sie ins Beet zu setzen. Doch wann ist der beste Zeitpunkt? Das hängt natürlich von der Kohlart ab: Frühkohl kann schon ab März oder April ins Beet, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. Spätkohl wie Grünkohl oder Rosenkohl darf bis in den Sommer hinein gepflanzt werden. Blumenkohl, Brokkoli & Co. bevorzugen eine Pflanzung zwischen Mai und Juli.
Egal, um welche Sorte es geht – Kohl ist ein Starkzehrer und braucht einen nährstoffreichen Boden. Deshalb habe ich mein Beet schon einige Wochen vorher vorbereitet, damit sich Mist, Kompost und Bokashi gut mit der Erde verbinden können.
Den richtigen Abstand einhalten: Kohl braucht ausreichend Platz, um sich voll zu entfalten. Während kleiner Kopfkohl und Brokkoli mit einem Abstand von 40 bis 50 cm gut zurechtkommen, benötigen Blumenkohl und Wirsing etwas mehr Raum – hier sind 50 bis 60 cm ideal. Für Rosenkohl und Grünkohl empfiehlt sich ein Pflanzabstand von 60 bis 70 cm. Je großzügiger der Abstand, desto besser kann der Kohl wachsen. Wer zu eng pflanzt, riskiert kleinere Köpfe und ein erhöhtes Krankheitsrisiko.

Schutz von Anfang an: Kaum ist der Kohl ins Beet gesetzt, tauchen auch schon die ersten hungrigen Besucher auf: Erdflöhe knabbern winzige Löcher in die Blätter, Kohlweißlingsraupen fressen sich in Windeseile durch das zarte Grün, und Schnecken machen vor keiner jungen Pflanze halt. Besonders in feuchten und warmen Perioden können diese Schädlinge großen Schaden anrichten.
Um den Kohl von Anfang an zu schützen, sind Gemüseschutznetze eine bewährte Methode. Sie halten nicht nur unerwünschte Insekten fern, sondern schaffen auch ein geschütztes Mikroklima, das das Wachstum der Pflanzen fördert.
Alternativ kann man mit Mischkultur und natürlichen Abwehrmethoden arbeiten: Ringelblumen und Kapuzinerkresse ziehen Schädlinge an und lenken sie vom Kohl ab, während regelmäßiges Mulchen die Bodenfeuchtigkeit reguliert und das Umfeld für Schnecken unattraktiver macht.
Wer zusätzlich auf biologische Helfer setzen möchte, kann Nützlinge wie Schlupfwespen oder Laufenten gezielt fördern – sie helfen dabei, die Schädlingspopulation auf natürliche Weise in Schach zu halten.
Mischkultur – Die richtigen Partner für Kohl: Kohl fühlt sich wohl, wenn er gute Nachbarn hat. Sellerie, Spinat und Salat passen gut ins Beet, da sie wenig Konkurrenz machen. Auch Buschbohnen und Erbsen sind eine gute Wahl, denn sie reichern den Boden mit Stickstoff an. Weniger gut verträgt sich Kohl mit anderen Starkzehrern wie Kartoffeln oder weiteren Kohlarten – hier steigt das Risiko für Krankheiten.
Der perfekte Standort: Kohl liebt einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit humusreicher, lockerer Erde. Ein zu schattiger Standort kann das Wachstum hemmen und die Pflanzen anfälliger für Schädlinge machen.
Kohlschädlinge und Krankheiten – Wenn ungebetene Gäste mitessen
Kohl ist ein echtes Kraftpaket im Garten, aber leider nicht nur für uns, sondern auch für so einige hungrige Gäste. Wer schon einmal mickrige, durchlöcherte Blätter oder plötzlich welkende Pflanzen gesehen hat, weiß, wie ärgerlich das sein kann. Doch keine Sorge – mit etwas Aufmerksamkeit und den richtigen Maßnahmen lässt sich das meiste gut in den Griff bekommen.
Die häufigsten Schädlinge
1. Kohlweißling – Der flatternde Feinschmecker: Ich erinnere mich noch gut, wie sehr ich mich über die vielen weißen Schmetterlinge in meinem Garten gefreut habe – so anmutig, wie sie sich auf meinen Kohl setzten. Bis ich begriffen habe, dass sie einen ganz anderen Plan verfolgten. Sie legen ihre Eier, meist auf der Blattunterseite, ab – und sobald die Raupen schlüpfen, verwandeln sie sich in wahre Fressmaschinen. In kürzester Zeit hinterlassen sie große Löcher in den Blättern. Deshalb kontrolliere ich regelmäßig die Unterseiten und sammle die kleinen, grünen Raupen sorgfältig ab.Ein engmaschiges Kulturschutznetz hilft, dass der Schmetterling gar nicht erst seine Eier ablegen kann. Ein einfacher Trick aus alten Gartenbüchern: Zerstoßene weiße Eierschalen unter den Kohl streuen. Die Falter halten sie für bereits abgelegte Eier und suchen sich lieber einen anderen Platz.
2. Erdflöhe – Die winzigen Löchermeister: Erdflöhe sind kleine, springende Käfer, die winzige Löcher in die Blätter fressen. Besonders junge Kohlpflanzen sind gefährdet. Die beste Vorbeugung: den Boden feucht halten und mulchen. Erdflöhe mögen trockene, harte Erde – also genau das vermeiden. Ich habe zum Glück mit Erdflöhen gar keine Probleme
3. Kohlfliege – Der unsichtbare Fressfeind unter der Erde: Die Kohlfliege legt ihre Eier an den Wurzelhals der Pflanzen. Ihre Larven fressen sich durch die Wurzeln und bringen die Pflanzen zum Welken. Ein einfaches Mittel dagegen sind sogenannte „Kragen“ aus Pappe oder Filz um den Pflanzenstiel. Das verhindert, dass die Fliegen dort ihre Eier ablegen. Auch Mischkultur mit Sellerie oder Tomaten kann helfen – die mögen Kohlfliegen gar nicht.
4. Schnecken – Die nächtlichen Räuber: Mein größtes Problem im Garten sind die Schnecken – so manche Pflanze ist ihnen schon zum Opfer gefallen. Kaum hat es geregnet, sind sie zur Stelle und können in nur einer Nacht einen ganzen Satz Setzlinge vernichten. Deshalb setze ich auf Schneckenzäune, lege Brombeeräste um den Kohl, verzichte in der frühen Wachstumsphase aufs Mulchen und sammle die Schnecken regelmäßig ab, um sie auf den Kompost umzusiedeln. Bierfallen oder Schneckenkorn kommen für mich nicht infrage – sie würden nur noch mehr Schnecken anlocken.
Kohlkrankheiten – Wenn der Boden mitspielt
1. Kohlhernie – Die unsichtbare Gefahr: Kohlhernie ist ein echter Albtraum für Kohlgärtner. Die Krankheit wird durch einen bodenbürtigen Erreger verursacht und führt zu knolligen Wucherungen an den Wurzeln. Die Pflanzen welken und kümmern. Einmal im Boden, bleibt der Erreger dort jahrelang aktiv. Vorbeugung ist hier das A und O: Fruchtwechsel einhalten, auf einen pH-Wert von mindestens 6,5 achten und den Boden mit Algenkalk oder Gesteinsmehl verbessern.
2. Falscher Mehltau – Der heimliche Blattzerstörer: Falscher Mehltau zeigt sich als gelbliche Flecken auf den Blättern und bildet auf der Unterseite einen grauen Schimmelbelag. Besonders bei feuchtem Wetter breitet er sich schnell aus. Abhilfe schafft eine luftige Pflanzung, damit die Blätter schneller abtrocknen, sowie das Stärken der Pflanzen mit Schachtelhalmbrühe oder Knoblauchtee.
3. Schwarzfäule – Wenn die Blätter verwelken: Diese Bakterienkrankheit sorgt für welke, gelbliche Blätter mit dunklen Adern. Befallene Pflanzen am besten sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreitet.
Kohl anbauen – eine lohnende Herausforderung
Kohl ist kein Gemüse für Ungeduldige – aber wer sich auf ihn einlässt, wird reich belohnt. Mit guter Bodenvorbereitung, ausreichend Platz und einer Extraportion Nährstoffe wachsen aus kleinen Setzlingen kräftige Pflanzen heran. Schädlinge und Krankheiten können eine Herausforderung sein, doch mit Netzen, Mischkultur und regelmäßigem Kontrollieren lässt sich vieles in den Griff bekommen.
Das Schönste am eigenen Kohl? Der Geschmack ist unvergleichlich! Frisch geerntet, knackig und voller Aroma – kein Vergleich zur oft faden Supermarktware. Zudem ist er unglaublich vielseitig in der Küche und ein wahres Geschenk für die Vorratshaltung: ob fermentiert, als Suppe oder klassisch geschmort.
Kohl braucht Zeit, Pflege und manchmal starke Nerven. Doch wer sich darauf einlässt, erntet nicht nur gesundes Gemüse, sondern auch ein Stück tiefe Verbundenheit mit dem Kreislauf der Natur.