Die traditionelle Backkunst geht immer mehr verloren. Industriebrote nehmen uns das echte Handwerk ab – schnell zusammengerührt, immer gleich, geschmacklich flach und am Ende kaum nahrhaft. Genau deshalb ermutige ich euch schon lange auf meinem Blog, euer Brot selbst zu backen. Brot ist unser Grundnahrungsmittel Nummer 1 und wenn ihr es selbst macht, hebt ihr es automatisch auf ein anderes Level. Heute habe ich für euch ein einfaches Mischbrot. Roggen und Weizen zu kombinieren, ist nämlich eine richtig gute Idee – warum, dazu gleich mehr.

Außerdem möchte ich in diesem Blogbeitrag auf das Nährstoffprofil eingehen. Gerade wenn man sich vegan ernährt, lohnt es sich, das Thema wirklich ernst zu nehmen. Ein vollständiges Nährstoffprofil gibt unserem Körper die Basis, um Zellen aufzubauen, gesund zu bleiben und überhaupt richtig zu funktionieren. Ich habe das schon ausführlicher in meinem Blog über die „a gray, a green and a bean“-Formel beschrieben – eine einfache Orientierung, wie man täglich wichtige Nährstoffe abdecken kann.
Roggen und Weizen sind miteinander verheiratet
Und das ist kein Zufall: Früher wurden Roggen und Weizen sogar bewusst zusammen auf den gleichen Feldern angebaut. Der Grund war einfach – sie ergänzen sich. Roggen kommt auch mit weniger guten Bedingungen klar, während Weizen etwas „anspruchsvoller“ ist. In der Mischung haben die Bauern damals eine stabilere Ernte bekommen.
Und genau diese Ergänzung zeigt sich auch im Brot. Roggen und Weizen bringen zusammen ein sehr rundes Aminosäureprofil mit. Falls ihr euch mit Aminosäuren noch nicht so gut auskennt: Sie sind die Bausteine unseres Körpers – ohne sie läuft nichts.

Aminosäuren sind im Grunde die Bausteine unserer Proteine. Einige davon kann der Körper nicht selbst herstellen – die müssen wir über die Ernährung abdecken. Wenn man verschiedene Getreidesorten kombiniert, wie hier Roggen und Weizen, wird das Aminosäureprofil automatisch ausgewogener. So bekommt der Körper genau die Mischung, die er braucht, um gut versorgt zu sein. Gerade für Menschen, die sich vegan ernähren, ist diese Kombination besonders wichtig, um alle essenziellen Aminosäuren abzudecken.
Bessere Konsistenz und längere Haltbarkeit
Wenn man Roggen und Weizen miteinander kombiniert, bekommt das Brot eine richtig gute Konsistenz. Der Roggen bringt die saftige, etwas dichtere Krume und den kräftigen Geschmack mit. Der Weizen sorgt dafür, dass das Brot lockerer wird und eine schöne Elastizität bekommt.
Das Ergebnis: ein Brot, das nicht nur besser schmeckt, sondern auch deutlich länger frisch bleibt. Früher war das extrem wichtig – Gefrierfächer gab es schließlich nicht. Ein Roggen-Weizen-Mischbrot, vor allem mit Sauerteig, hält bei richtiger Lagerung locker eine Woche. Die Säuren im Sauerteig und die stabile Roggenstruktur verhindern, dass das Brot schnell austrocknet oder schimmelt.

Sven`s Sauerteig Mischbrot
Kochutensilien
- 1 Große Rührschüssel (für den Teig)
- 1 Kleiner Messbecher oder Schüssel (für Sauerteig und Wasser)
- 1 Holzlöffel oder Teigkarte zum ersten Vermengen
- 1 Küchenwaage (für genaues Abwiegen der Zutaten)
- 1 Messlöffel (für Salz und optional Honig)
- 1 Teigschaber oder Spatel
- 1 Gärkörbchen (optional, für schöne Form) oder ein bemehltes Backblech
- 1 Scharfes Messer oder Brotritzmesser (zum Einschneiden)
- 1 Backblech oder Pizzastein
- 1 Kleine hitzefeste Schale für Wasser (für Dampf im Ofen)
Zutaten
- 250 Gramm Roggenmehl
- 250 Gramm Weizenmehl Type 550
- 150 Gramm Roggensauerteig aktiv, aus dem Kühlschrank
- 350 ml Wasser lauwarm
- 12 Gramm Salz
- 1 TL Honig oder Malzsirup für etwas Süße Optional
Anleitungen
- Vorteig aktivieren: Den Roggensauerteig aus dem Kühlschrank nehmen. 50 Gramm Roggensauerteig mit 50 g Wasser und 50 g Roggenmehl verrühren. Über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
- Teig ansetzen: Mehl, Wasser, Salz und optionalen Honig in eine große Schüssel geben. Den aktiven Sauerteig dazugeben und alles mit einem Löffel oder den Händen grob vermengen.
- Kneten: Den Teig 5–10 Minuten kräftig kneten, bis eine homogene Masse entsteht. Der Teig sollte leicht klebrig sein – Roggenteig bleibt immer etwas feuchter.
- Erste Gare: Den Teig abgedeckt 1–2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
- Formen: Den Teig auf eine leicht bemehlte Fläche geben, vorsichtig rund formen und in ein bemehltes Gärkörbchen legen.
- Zweite Gare: Abgedeckt 1–2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen – oder alternativ bis zu 24 Stunden im Kühlschrank, bis der Teig sichtbar aufgegangen ist.
- Backen: Den Ofen auf 250 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine kleine hitzefeste Schale mit Wasser auf den Boden des Ofens stellen, um Dampf zu erzeugen. Das Brot vorsichtig auf das Backblech stürzen und die Oberfläche einschneiden. Zunächst 10 Minuten bei 250 °C backen, dann die Temperatur auf 200 °C reduzieren und weitere 45 Minuten backen, bis das Brot eine tiefbraune, kräftige Kruste entwickelt hat.
- Abkühlen: Das Brot aus dem Ofen nehmen und mindestens 1 Stunde auf einem Gitter abkühlen lassen, bevor man es anschneidet.