Hier folgt nun das zweite Rezept, mit dem du fermentierte Lebensmittel ganz einfach in deine Alltagsküche integrieren kannst. Der Star dieses Gerichts ist die Rote Beete. Ich kann gar nicht genug von ihr schwärmen – sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsgemüsen. Sie ist unglaublich gesund, reich an Nährstoffen, enthält viel Eisen und unterstützt die Blutbildung. Deshalb steht sie bei mir fast jede Woche auf dem Speiseplan. Auch Rote-Beete-Kwass begleitet mich schon seit vielen Jahren als echter Energiebooster.

Heute zeige ich dir eine besonders spannende Kombination: Viele kennen Rote-Beete-Carpaccio mit Ziegenkäse – doch wir gehen noch einen Schritt weiter. Dich erwartet eine etwas ausgefallenere Variante: Rote-Beete-Carpaccio mit fermentierter Roter Beete, dazu Kirschen aus dem Glas, Ziegenkäse-Walnüsse und ein intensives, aromatisches Dressing, in das du sogar die Flüssigkeit der fermentierten Roten Beete sowie der Kirschen integrieren kannst. Doch bevor wir ins Rezept starten, schauen wir uns die Rote Beete noch einmal genauer an.
Die Rote Beete – Star im Carpaccio und auch im Garten
Dieses Jahr habe ich es ein wenig übertrieben und wirklich jede freie Fläche mit Roter Beete bepflanzt. Warum? Weil sie unglaublich unkompliziert ist und fast überall wächst. Es gibt sie in vielen Varianten – als Ringelbeete, als Gelbe Beete oder in der klassischen roten Form. Gerade die Rote Beete ist besonders wertvoll für unsere Gesundheit.
Sie enthält unter anderem:
- Eisen, das die Blutbildung unterstützt
- Folsäure, wichtig für Zellteilung und Regeneration
- Antioxidantien wie Betanin, die entzündungshemmend wirken
- Nitrat, das die Durchblutung fördern und die Leistungsfähigkeit steigern kann
All das macht sie zu einem echten Kraftpaket für den Körper – stärkend, vitalisierend und unterstützend für Herz und Kreislauf.
Warum Rote Beete keinen guten Ruf hat – völlig zu Unrecht
Viele Menschen mögen Rote Beete wegen ihres erdigen Geschmacks nicht. Doch das lässt sich ganz leicht verändern – denn es gibt zahlreiche Zubereitungsarten, bei denen genau dieser Geschmack in den Hintergrund tritt. Wird Rote Beete gekocht, im Ofen geröstet oder gegrillt, verliert sie ihre Erdigkeit und entwickelt stattdessen eine angenehme Süße – oft sogar mit einem leicht melasseartigen Aroma.

Auch in süßen Rezepten zeigt die Rote Beete eine ganz andere Seite: In meinem Rote-Beete-Kuchen oder den Rote-Beete-Brownies unterstützt sie die übrigen Zutaten wunderbar, ohne geschmacklich zu dominieren. Und auch meine Rote-Beete-Buletten sind sehr beliebt – mild im Geschmack und kaum noch erdig. Ein weiteres spannendes Kapitel eröffnet sich durch die Fermentation. Ob fermentierte Rote Beete oder selbst angesetzter Rote-Beete-Kwas – es entsteht ein völlig neues, komplexes Aroma mit einer angenehmen Säure.
Genau das habe ich mir für dieses Rezept zunutze gemacht: Die fermentierten Rote-Beete-Scheiben bilden die Basis für das Carpaccio, während ein Teil der aromatischen Lake direkt in ein intensives, außergewöhnliches Dressing einfließt.
Das besondere Dressing – Süße, Säure und Ferment in perfekter Balance
Das eigentliche Herzstück dieses Carpaccios ist das Dressing – denn hier trifft alles zusammen, was dieses Gericht so besonders macht. Die Basis bildet die fermentierte Rote-Beete-Flüssigkeit, die bereits eine natürliche Tiefe, leichte Salzigkeit und diese charakteristische, erdige Fermentnote mitbringt. Dazu kommt die Süße der Sauerkirschen, die nicht nur Fruchtigkeit, sondern auch eine lebendige Säure einbringen.

Der Honig rundet das Ganze weich ab und verbindet die Gegensätze zu einer harmonischen Süße, ohne dominant zu werden. Der Balsamico sorgt zusätzlich für Tiefe, Struktur und eine feine, dunkle Säurenote, die dem Dressing mehr Komplexität gibt. Und schließlich kommt noch ein gutes Olivenöl dazu – es verbindet alle Aromen miteinander, gibt dem Dressing eine runde, seidige Textur und trägt die Geschmackskomponenten auf elegante Weise zusammen.
Genau diese Kombination aus Ferment, Frucht, Süße, Säure und Fett macht das Dressing so einzigartig – und hebt das gesamte Carpaccio auf ein völlig neues Geschmacksniveau.

Sven`s fermentierte rote Beete Carpaccio mit Süßkirschen, Ziegenkäse und gerösteten Walnüssen
Kochutensilien
- 1 Schneidebrett
- 1 Messer
- 1 Schüssel oder Glas mit Deckel für das Dressing
- 1 Pfanne
- 1 Löffel
- 1 flachen Teller zum Anrichten
Zutaten
Für das Carpaccio
- 10–15 Scheiben fermentierte Rote Beete
- 1 Glas Süßkirschen abgetropft
- 80–120 Gramm Ziegenkäse guter Qualität, zerbröselt
- 1 Handvoll Walnüsse
Für das Dressing
- 100 ml Flüssigkeit der fermentierten Roten Beete alternativ Rote-Beete-Kwass
- 100 ml Flüssigkeit der eingelegten Kirschen
- 4 EL Olivenöl kalt gepresst
- 1 EL Honig
- 1 EL Balsamico
- Salz & Pfeffer nach Geschmack
Anleitungen
- Dressing zubereiten: Alle Zutaten für das Dressing in ein Glas geben: die Flüssigkeit der fermentierten Roten Beete, die Kirschflüssigkeit, Honig, Apfelessig, etwas Balsamico sowie Salz und Pfeffer. Das Glas gut verschließen und kräftig schütteln, bis sich alles zu einem homogenen Dressing verbunden hat. Kurz abschmecken und bei Bedarf fein justieren.
- Rote-Beete-Carpaccio anrichten: Die fermentierte Rote Beete aus dem Glas nehmen, gut abtropfen lassen und auf einem Teller als Carpaccio auslegen. Mit einem Teil des Dressings marinieren und kurz durchziehen lassen. Den Ziegenkäse grob zerbröseln und über die Rote Beete streuen. Die Süßkirschen mit einem Löffel aus dem Glas nehmen und gleichmäßig darauf verteilen.
- Walnüsse rösten: Walnüsse in einer trockenen Pfanne ohne Öl anrösten, bis sie duften und leicht Farbe bekommen. Anschließend grob hacken und über das Carpaccio geben.
- Finale: Zum Schluss noch etwas Dressing über das Carpaccio träufeln und alles noch einmal kurz ziehen lassen. Mit dem Dressing servieren und genießen.

Sven’s fermentierte Rote Beete – lebendige Kraft aus dem Glas
Kochutensilien
- 1 Bügelglas 1 Liter
- 1 Messer
- 1 Löffel
Zutaten
- 3 große rote Beete Bio oder selbst geerntet
- Salz kein jodiertes Salz!
- Wasser
- Gewürze z.B. Zimt, Nelken, Sternanis, Pfeffer, Ingwer, Kurkuma usw.
Anleitungen
- Rote Beete vorbereiten: Die Rote Beete waschen und je nach Verwendung in Stücke oder feine Scheiben schneiden. Optional die Gewürze zuerst auf den Boden des Bügelglases geben. Anschließend die Rote Beete in das Glas schichten. Alles dabei leicht andrücken, sodass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Zum Schluss etwas Platz nach oben lassen, damit die Fermentation ausreichend Raum hat.
- Die Salzlake herstellen: Für die Fermentation wird eine 20 %ige Salzlösung benötigt. Das entspricht einem Verhältnis von 20 g Salz auf 1 Liter Wasser. Um die richtige Menge zu ermitteln, wird das mit rote Beete gefüllte Bügelglas mit Wasser gefüllt. Anschließend wird das Wasser wieder abgegossen und abgemessen. Danach wird das Wasser im entsprechenden Verhältnis mit Salz vermischt, bis sich dieses vollständig aufgelöst hat.
- Mit Salzlake auffüllen: Die Salzlake wieder in das Glas geben, bis die Rote Beete vollständig bedeckt ist. Damit alles sicher unter der Oberfläche bleibt, wird ein Gewicht verwendet, das die Zutaten nach unten drückt und so verhindert, dass Stücke an die Luft gelangen.
- Fermentation beginnen lassen: Das Glas verschließen und bei Zimmertemperatur an einem ruhigen Ort stehen lassen. Nun beginnt der Fermentationsprozess: Mikroorganismen wandeln die enthaltenen Zucker nach und nach in Milchsäure um. Dabei verändert sich das Milieu im Glas, der pH-Wert sinkt langsam ab und es entsteht eine natürliche Form der Konservierung.
- Geduld haben und beobachten: In den folgenden Tagen und Wochen verändert sich die Rote Beete sichtbar und geschmacklich. Kleine Bläschen können entstehen, der Duft wird zunehmend säuerlich und lebendig. Auch die Farbe und Struktur entwickeln sich weiter. Je länger die Fermentation andauert, desto intensiver und komplexer wird das Aroma.
- Genießen und weiterverwenden: Sobald dir Geschmack und Konsistenz gefallen, ist die fermentierte Rote Beete bereit zur Verwendung – direkt aus dem Glas. Im Kühlschrank gelagert bleibt sie lange haltbar und entwickelt dabei weiterhin ihre aromatische Tiefe und Komplexität.