Manchmal entstehen die besten Rezepte ganz zufällig – so auch diese Brownies. Eigentlich wollte ich meine klassischen Rote-Beete-Brownies backen, doch in der Küche war keine frische Rote Beete mehr zu finden. Draußen im Garten standen nur Ringelbeeten, weil ich im Frühjahr die Saatguttüten vertauscht hatte. Ohne die intensive rote Farbe, die ich an den Brownies so liebe, musste eine andere Lösung her.

Auf der Suche nach einer Alternative entdeckte ich in der Garage mein Glas mit fermentierter Roter Beete. Ein Gedanke blitzte auf: Könnte das funktionieren? Süß und sauer in einem Brownie? Die Idee ließ mich nicht los und ich beschloss, es einfach auszuprobieren. Das Ergebnis war eine Offenbarung!
Die fermentierte Beete brachte eine völlig neue Geschmacksdimension in die Brownies – eine perfekte Balance zwischen der erdigen Süße der Schokolade und einem feinen, subtilen Säurespiel. Zudem machte die Fermentation die Brownies noch leichter bekömmlich.
Warum ist fermentiertes Gemüse so gesund?
Fermentierte Lebensmittel sind kleine Wunder der Natur. Während des Fermentationsprozesses wandeln Milchsäurebakterien die natürlichen Zucker in Milchsäure um. Dadurch entstehen nicht nur die typische Säure und der besondere Geschmack, sondern auch wertvolle Probiotika, die unsere Darmflora unterstützen.
Fermentierte Rote Beete ist reich an Vitaminen, Antioxidantien und Mineralstoffen wie Eisen und Kalium. Dank der Fermentation werden diese Nährstoffe für den Körper besser verfügbar, was die Verdauung und das Immunsystem stärkt. Zudem hat fermentierte Rote Beete den Vorteil, dass sie den Blutzuckerspiegel weniger stark beeinflusst als frische oder gekochte Beete, da der natürliche Zucker bereits abgebaut wurde. Das macht sie zu einer bekömmlichen und ausgewogenen Zutat – nicht nur für Brownies!
Süße trifft Säure
Die Kombination von süß und sauer ist in der Küche nicht umsonst ein Klassiker. Sie schafft einen Kontrast, der die Geschmacksnerven anregt und ein Gericht spannender macht. In diesen Brownies sorgt die Säure der fermentierten Beete für einen subtilen Frischekick, der die reichhaltige Süße der Schokolade perfekt ausbalanciert. Das Ergebnis ist ein harmonisches Zusammenspiel, das sowohl Naschkatzen als auch experimentierfreudige Genießer begeistert.
So stellst du fermentierte Rote Beete für deine Brownies her

Für die Brownies benötigt ihr natürlich fermentierte Rote Beete. Diese werden in Salzlake fermentiert – eine der einfachsten Fermentationsmethoden. Es lohnt sich, direkt ein größeres Glas (5–7 Liter) anzusetzen, da fermentierte Rote Beete vielseitig einsetzbar ist. Sie passt wunderbar in Salate, Suppen, als Beilage und natürlich auch in Kuchen.
Ein Klassiker, der fermentierte Rote Beete erfordert, ist Borschtsch – ein osteuropäischer Eintopf, der vor allem in Russland, Polen und der Ukraine sehr beliebt ist, besonders in den kalten Wintermonaten.
Tipp – Die Salzlake weiterverwenden
Die Salzlake der Rote Beete, auch Kwas genannt, ist viel zu wertvoll, um sie wegzukippen! Sie ist reich an Nährstoffen und hat erstaunliche gesundheitliche Vorteile: Kwas kann deine sportliche Leistung verbessern, den Blutsauerstoff erhöhen und dir einen Energie-Kick geben. Über Rote Bete Kwas habe ich bereits einen Blog Beitrag mit Rezept geschrieben.
Wenn die Rote Beete aufgebraucht ist, fülle die Lake einfach in Flaschen und bewahre sie im Kühlschrank auf. Ein Glas davon zu trinken, kann Wunder wirken – probier es aus!
Unten findest du ein Rezept für die fermentierte Rote Beete sowie darunter natürlich den Kuchen:

Sven’s fermentierte Rote Beete – lebendige Kraft aus dem Glas
Kochutensilien
- 1 Bügelglas 1 Liter
- 1 Messer
- 1 Löffel
Zutaten
- 3 große rote Beete Bio oder selbst geerntet
- Salz kein jodiertes Salz!
- Wasser
- Gewürze z.B. Zimt, Nelken, Sternanis, Pfeffer, Ingwer, Kurkuma usw.
Anleitungen
- Rote Beete vorbereiten: Die Rote Beete waschen und je nach Verwendung in Stücke oder feine Scheiben schneiden. Optional die Gewürze zuerst auf den Boden des Bügelglases geben. Anschließend die Rote Beete in das Glas schichten. Alles dabei leicht andrücken, sodass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Zum Schluss etwas Platz nach oben lassen, damit die Fermentation ausreichend Raum hat.
- Die Salzlake herstellen: Für die Fermentation wird eine 20 %ige Salzlösung benötigt. Das entspricht einem Verhältnis von 20 g Salz auf 1 Liter Wasser. Um die richtige Menge zu ermitteln, wird das mit rote Beete gefüllte Bügelglas mit Wasser gefüllt. Anschließend wird das Wasser wieder abgegossen und abgemessen. Danach wird das Wasser im entsprechenden Verhältnis mit Salz vermischt, bis sich dieses vollständig aufgelöst hat.
- Mit Salzlake auffüllen: Die Salzlake wieder in das Glas geben, bis die Rote Beete vollständig bedeckt ist. Damit alles sicher unter der Oberfläche bleibt, wird ein Gewicht verwendet, das die Zutaten nach unten drückt und so verhindert, dass Stücke an die Luft gelangen.
- Fermentation beginnen lassen: Das Glas verschließen und bei Zimmertemperatur an einem ruhigen Ort stehen lassen. Nun beginnt der Fermentationsprozess: Mikroorganismen wandeln die enthaltenen Zucker nach und nach in Milchsäure um. Dabei verändert sich das Milieu im Glas, der pH-Wert sinkt langsam ab und es entsteht eine natürliche Form der Konservierung.
- Geduld haben und beobachten: In den folgenden Tagen und Wochen verändert sich die Rote Beete sichtbar und geschmacklich. Kleine Bläschen können entstehen, der Duft wird zunehmend säuerlich und lebendig. Auch die Farbe und Struktur entwickeln sich weiter. Je länger die Fermentation andauert, desto intensiver und komplexer wird das Aroma.
- Genießen und weiterverwenden: Sobald dir Geschmack und Konsistenz gefallen, ist die fermentierte Rote Beete bereit zur Verwendung – direkt aus dem Glas. Im Kühlschrank gelagert bleibt sie lange haltbar und entwickelt dabei weiterhin ihre aromatische Tiefe und Komplexität.

Sven`s rote-Beete-Kakao-Brownies mit fermentierter Roter Beete
Kochutensilien
- 2 Rühschüsseln
- 1 Messbecher
- 1 rechteckige Backform
- 1 Stabmixer / Standmixer
- 1 Rührgerät oder Schneebese
- 1 Wasserbad oder Mikrowelle
- 1 Messer
- 1 Löffel oder Spatel
- 1 Ofen
- 1 Stäbchen
Zutaten
- 250 Gramm fermentierte Rote Beete abgetropft und püriert
- 200 Gramm 200 g Zartbitterschokolade mind. 70 %
- 150 Gramm weiche Butter (plus etwas für die Form) plus etwas für die Form
- 200 Gramm Zucker z. B. Rohrohrzucker oder Kokosblütenzucker
- 4 Eier Bio
- 200 Gramm Mehl z. B. Dinkelmehl oder Weizenmehl Type 550
- 50 Gramm Kakaopulver ungesüßt
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 50 Gramm gehackte Nüsse als Topping
Anleitungen
- Backofen vorheizen: Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine rechteckige Backform (ca. 20 x 30 cm) mit Backpapier auslegen oder einfetten.
- Schokolade schmelzen: Die Zartbitterschokolade zusammen mit der Butter in einem Wasserbad oder vorsichtig in der Mikrowelle schmelzen. Gut verrühren und etwas abkühlen lassen.
- Feuchte Zutaten vermengen: In einer großen Schüssel die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen, bis die Masse heller wird. Anschließend die geschmolzene Schokoladen-Butter-Mischung und die pürierte Rote Beete unterrühren.
- Trockene Zutaten mischen: In einer separaten Schüssel das Mehl mit Kakaopulver, Backpulver und einer Prise Salz vermengen.
- Teig herstellen: Die trockenen Zutaten nach und nach zur feuchten Masse geben und vorsichtig unterheben, bis ein glatter Teig entsteht. Optional die gehackten Nüsse oder Schokostückchen unterrühren.
- Backen: Den Teig in die vorbereitete Form füllen und gleichmäßig verstreichen. Die Brownies ca. 25–30 Minuten backen. Sie sollten in der Mitte noch leicht feucht sein (Stäbchenprobe: ein paar Krümel am Holzstäbchen sind perfekt).
- Abkühlen lassen: Die Brownies in der Form auskühlen lassen, bevor du sie in Stücke schneidest.
- Tipp: Die fermentierte Rote Beete verleiht den Brownies eine wunderbare Saftigkeit und sorgt dank des abgebauten Zuckers für einen stabileren Blutzuckerspiegel – ideal für Naschkatzen, die bewusster genießen wollen!
