Süßkartoffeln: Ein farbenfrohes Superfood für deinen Garten und deine Küche

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Schon gewußt?
Wusstest du, dass Süßkartoffeln eigentlich gar keine Kartoffeln sind? Sie gehören zu einer völlig anderen Pflanzenfamilie und sind enger mit Windengewächsen wie der Morgenröte verwandt. Die Bezeichnung "Süßkartoffel" entstand wahrscheinlich aufgrund ihrer ähnlichen Form und Verwendung in der Küche.

Leutend rot wie mein Herz sind sie, süß wie meine Küsse und Butterzart wie meine Seele. Okay, jetzt habe ich mal ein bisschen auf die Kacke gehauen, doch die Süßkartoffel hat einigen zu bieten in Sachen Konsistenz und Geschmack. Und man kann sie für so vieles verwenden: Kuchen, Ofengemüse zum Füllen usw. Neulich sagte ein Freund zu mir, ob es nicht besser wäre, die heimische Kartoffel zu ehren?

Dieses Argument konnte ich nicht so stehen lassen, denn die Süßkartoffel ist mittlerweile bei uns heimisch geworden und erweist sich als wahre Klimaheldin. Ihre Anpassungsfähigkeit an Hitze und Trockenheit macht sie zu einer wertvollen Ergänzung unserer Landwirtschaft. Indem wir auf regionale Sorten setzen, fördern wir eine nachhaltige Produktion und reduzieren gleichzeitig unseren ökologischen Fußabdruck. Die Süßkartoffel ist nicht nur lecker, sondern auch ein Beitrag zu einer resilienten und zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Ich weiß es, denn ich habe einen Freund, der sie im professionellen Stil anbaut und das sehr erfolgreich. Stephan von Vorstadtgemüse hat sich ihrer angenommen, ihren Anbau und die Lagerung perfektioniert und nun kann man sie in vielen Supermärkten hier in der Region Hildesheim kaufen. Man erkennt sofort die grünen Kisten mit dem großen Logo.

Eine kulinarische Reise rund um die Welt

Die Süßkartoffel, botanisch Ipomoea batatas, stammt ursprünglich aus Südamerika. Von dort aus verbreitete sie sich über Jahrhunderte hinweg in alle tropischen und subtropischen Regionen der Welt. Nach Europa kam sie vermutlich im 16. Jahrhundert durch spanische Seefahrer. Wie sie ihren Weg nach Einum gefunden hat, weiß ich nicht. Das werde Stephan mal fragen, wenn er wieder Zeit hat 🙂

Gesundheitliche Vorteile und Inhaltsstoffe

Süßkartoffeln sind nicht nur lecker, sondern auch ein wahres Nährstoffpaket. Sie sind reich an:

  • Beta-Carotin: Dieses Karotinoid wird im Körper in Vitamin A umgewandelt und ist wichtig für eine gesunde Haut, Augen und das Immunsystem.
  • Vitamin C: Stärkt das Immunsystem und schützt die Zellen vor freien Radikalen.
  • Kalium: Reguliert den Blutdruck und unterstützt die Herzfunktion.
  • Ballaststoffe: Fördern eine gesunde Verdauung und sättigen lange.

Süßkartoffel im eignenen Garten anbauen

Ihr könnt Süßkartoffeln übrigens auch im eigenen Garten anbauen. Ich habe es dieses Jahr mit der Okinawa-Süßkartoffel versucht – eine leuchtend violette Sorte, der nachgesagt wird, dass sie ein Geheimnis für das hohe Alter der Menschen auf Okinawa ist. Leider hat die Ernte bei mir aufgrund des eher kühlen Sommers und des massiven Schneckenproblems nicht so üppig ausfallen. Dennoch fand ich den Anbau faszinierend: Die Pflanze ist nicht nur schön anzusehen, sondern ihre Blätter kann man sogar wie Spinat zubereiten.

Stecklinge selbst ziehen: Eine einfache Methode

  • Ausgangsmaterial: Kaufe im Februar ein- oder mehrer Bio-Süßkartoffeln.
  • Vorbereitung: Schneide die Süßkartoffel in Stücke, so dass jedes Stück mindestens einen Augen hat (das sind kleine Erhebungen, aus denen die Triebe wachsen).
  • Bewurzeln: Stecke die Stücke mit den Augen nach oben in Anzuchterde. Halte die Erde feucht und stelle die Töpfe an einen warmen Ort. Bald schon wirst du sehen, wie Triebe aus den Augen sprießen.
  • Einpflanzen: Sobald die Triebe etwa 15 cm lang sind, kannst du sie vorsichtig abschneiden und in ein Glas Wasser stellen. Achte darauf, dass der Schnitt direkt unterhalb eines Knotens erfolgt. Stelle das Glas an einen hellen Fensterplatz. Nach wenigen Wochen haben die Stecklinge kräftige Wurzeln gebildet. Nun kannst du sie in Töpfe mit Anzuchterde umtopfen und wieder an ein helles Fenster stellen. Warte mit dem Auspflanzen ins Freiland am besten bis nach den Eisheiligen. Sollten die Triebe zu lang werden, schneide sie einfach über einem Knoten zurück. Dadurch wird die Pflanze buschiger und du erhältst gleichzeitig neues Steckmaterial.
  • Tipp: Bevor du die Jungpflanzen ins Freiland setzt, solltest du sie an die wechselnden Außentemperaturen gewöhnen. Stelle sie daher an einigen milden Frühlingstagen für immer längere Zeit ins Freie, um sie abzuhärten.

Der Weg zur Süßkartoffel-Ernte: Anbau, Pflege und Düngung

  • Standort und Boden: Süßkartoffeln lieben warme, sonnige Standorte und einen lockeren, humosen Boden.
  • Pflanzzeit: Ab den Eisheiligen (Mitte Mai) können die vorgezogenen Pflanzen ins Freiland.
  • Pflanzabstand: 35 cm in der Reihe, Reihenabstand 70 cm.
  • Mulchen: Eine Mulchschicht aus Stroh schützt den Boden vor Austrocknung und unterdrückt Unkraut.
  • Düngung: Süßkartoffeln sind zwar genügsam, doch ein nährstoffreicher Start in das Pflanzenleben schadet ihnen nicht. Eine Gabe von Kompost oder Bokashi vor der Pflanzung sorgt für einen kräftigen Wuchs. Während der Vegetationsphase kann eine zusätzliche Düngung mit organischen Mitteln wie Brennnesseljauche die Entwicklung weiter fördern.
  • Süßkartoffeln in Säcken: Wer keinen Garten hat, kann Süßkartoffeln auch in großen Töpfen oder Säcken auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen.

Ernte und Lagerung

Süßkartoffeln sind ab September erntereif, wenn die Blätter gelb werden und welk werden. Vor der Ernte solltest du noch einige Stecklinge abschneiden und aus ihnen für die nächste Saison Planzen ziehen.

Mein Lieblingsrezepte mit Süßkartoffeln, möchte ich dir nicht vorenthalten:

Sven`s mexikanischer Auflauf

Farbenfrohe Geschmacksexplosion: Lass dich von der Kombination aus süßlicher Süßkartoffel, würzigem Lauch und cremiger Fetacreme nach Mexiko entführen.
Servings 4
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 40 Minuten

Kochutensilien

  • 2 Schüsseln
  • 1 Messer
  • 1 Löffel
  • 1 Ofen
  • 1 Zitronenpresse
  • 1 Sieb

Zutaten

Für den Auflauf

  • 2 mittelgroße Süßkartoffeln
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Avocado
  • 1 Zitrone
  • 1 Dose schwarze oder weiße Bohnen abgetropft
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL mexikanische Gewürzmischung z.B. Guajillo, Ancho, Räucherpaprika
  • 1 Packung Maischips

Für die Fetacreme

  • 1 Packung Feta
  • 1 EL Jogurt
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Bund Koreander oder glatte Petersilie

Anleitungen

Zubereitung des Auflaufs:

  • Ofen vorheizen: Den Ofen auf 200 Grad vorheizen und eine rechteckige Auflaufform (ca. 30 x 20 cm) bereitstellen.
  • Marinade vorbereiten: Die Schale einer Zitrone in die Auflaufform reiben und den Saft hineinpressen. Das Olivenöl, Salz und Pfeffer hinzugeben und alles gut verrühren.
  • Gemüse vorbereiten: Süßkartoffel und Lauch in gleichmäßige Würfel schneiden. Die Chili entkernen (für weniger Schärfe) und fein hacken.
  • Marinieren: Das Gemüse in die Auflaufform mit der Marinade geben und alles gut mit den Händen vermengen.
  • Backen: Die Auflaufform für 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
  • Bohnen hinzufügen: Bohnen waschen, abtropfen lassen und 10 Minuten vor Ende der Backzeit hinzufügen. Alles vorsichtig umrühren.
  • Avocado vorbereiten: Avocado schälen, Kern entfernen und Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun wird.

Zubereitung der Fetacreme:

  • Vermengen: Den Feta in einer Schüssel zerbröseln. Alle weiteren Zutaten dazu geben und glatt rühren. Bei Bedarf etwas Joghurt hinzufügen.
  • Kräuter unterheben: Kräuter fein hacken und unter die Creme heben.
  • Tipp: Maischips mit Süßkartoffel-Lauch-Auflauf, Fetacreme und Avocadowürfeln auf einer Schüssel nebeneinander anrichten. Jeder kann sich nach Belieben bedienen.
Author: Sven Tasch
Gericht: Vegetarisch
Küche: Mexikanisch
Keyword: Avocado, Bohnen, Feta, Knoblauch, Maischips, Süßgartoffeln

Sven`s Süßkartoffel-Naan

Verwandle Süßkartoffeln in knusprige Fladen: Dieses einfache Rezept zeigt, wie du schnell und einfach eine gesunde Mahlzeit zaubern kannst.
Servings 6
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten

Kochutensilien

  • 1 Schüssel
  • 1 Pfanne hitzebeständig
  • 1 Nudelholz
  • 1 Gemüsereibe
  • 1 Messer
  • 1 Löffel

Zutaten

  • 300 Gramm Dinkelmehl Typ 550
  • 1 große Süßkartoffel ca. 250g, gerieben
  • 70 Gramm Kokosjogurt
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Currypulver
  • 1 TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • 1 Handvoll Grünkohl fein gehackt

Anleitungen

  • Mischen: Alle trockenen Zutaten (Mehl, Salz, Pfeffer, Curry) in einer Schüssel vermengen.
  • Kneten: Die geriebene Süßkartoffel, Kokosjoghurt und den gehackten Grünkohl dazugeben und alles gründlich miteinander verkneten bis ein elastischer Teig entsteht. Sollte der Teig zu klebrig sein, etwas mehr Mehl hinzufügen. Ist er zu trocken, etwas Kokosjoghurt.
  • Fladen formen: Den Teig in 6 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem ovalen Fladen ausrollen. Achte darauf, dass die Fladen nicht zu dünn werden.
  • Fladen backen: Eine große Pfanne ohne Öl auf höchster Stufe erhitzen. Die Fladen nacheinander von beiden Seiten goldbraun backen.
  • Tipp: Für besonders knusprige Fladen und eine blasige Textur kannst du die erste Seite mit einem Deckel abdecken.
Author: Sven Tasch
Gericht: Brot
Küche: Indisch
Keyword: Curry, Dinkelmehl, Grünkohl, Kokosjogurt, Naan, Süßkartoffel

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