Wenn man das Netz öffnet und „Coleslaw“ eingibt, landet man unweigerlich bei KFC. Anscheinend haben die das Zeug erfunden. Zu Deutsch: Krautsalat. Meistens landet er in Dönern, auf Burgern oder als Beilage auf dem Teller. Normalerweise wird er frisch gegessen, doch mir ist zu Ohren gekommen, dass man ihn auch fermentieren kann. Und alles, was man fermentieren kann, muss auf meinen Küchentisch! Ich muss sagen, dass er zu einer meiner liebsten Beilagen geworden ist, besonders mit dieser Fermentationsmethode, die den Salat noch richtig knackig hält.

In dieser Jahreszeit ist Coleslaw genau das Richtige, denn er enthält mega viele Vitamine und füttert dazu noch eure Darmbakterien. Das Schöne an Coleslaw ist, dass er aus nur drei Zutaten besteht: Kohl, Möhren und Zwiebeln. Durch die Gewürze bekommt er noch eine richtig schöne Geschmacksnote. Dabei könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und dem Kraut eine ganz eigene Farbe verleihen.
Wie ist Coleslaw eigentlich entstanden?
Die Geschichte von Coleslaw beginnt vermutlich schon im alten Rom, wo gehobelter Kohl mit Essig und Öl serviert wurde. So richtig populär wurde er jedoch in den Niederlanden des 18. Jahrhunderts. Dort nannte man ihn „koolsla“, was einfach „Kohlsalat“ bedeutet. Die Holländer brachten ihn schließlich nach Amerika, wo er nach und nach mit Mayo, Zucker und Gewürzen verfeinert wurde. Heute kennt man ihn in allen möglichen Variationen – von klassisch-cremig bis hin zu asiatisch-inspiriert mit Sesamöl und Ingwer. Und jetzt eben auch fermentiert!
Warum sind Fermente eigentlich so gesund?

Dass Fermente gesund sind, habe ich ja hier schon so oft erzählt und ich werde nicht müde, es immer wieder zu betonen. Warum? Weil sie voller probiotischer Bakterien sind, die euren Darm happy machen! Diese kleinen Helfer sorgen dafür, dass Nährstoffe besser aufgenommen werden, stärken das Immunsystem und können sogar Entzündungen reduzieren. Ganz nebenbei machen sie das Essen auch noch bekömmlicher – perfekt also für alle, die Kohl sonst nicht so gut vertragen.
Die beste Methode für knackigen Ferment-Coleslaw
Das Besondere an dieser etwas anderen Fermentationsmethode ist, dass man das Kraut nicht kneten muss. Dabei bleibt es wunderbar bissfest und man spart sich auch noch einen Arbeitsschritt.

Stattdessen wird das Salz einfach einmassiert, und die Schüssel bleibt über Nacht im Kühlschrank stehen. Das Salz zieht die Flüssigkeit aus dem Gemüse und am nächsten Tag kann es direkt ins Glas. Übrigens: Diese Methode funktioniert auch bei anderen Fermenten, die normalerweise geknetet werden müssen. Ich liebe sie besonders, weil meine Hände nach der ganzen Fermentiererei sonst aussehen wie ein Farbexperiment – je nach Gemüse rot, gelb oder blau.
Und wie isst man fermentiertes Coleslaw?
Das Coleslaw könnt ihr mindestens eine Woche fermentieren lassen und dann weiterverwenden. Aber es hält auch fast ein Jahr und wird mit der Zeit immer saurer. Ich vermenge es gern mit pflanzlichem Joghurt, Zitronensaft, Olivenöl und etwas Süßungsmittel wie Agavendicksaft, um die Säure auszugleichen. Dann ab auf den Burger oder in den Döner! Es geht aber auch super auf die Pizza oder einfach als Salat. Probier es mal aus – es ist wirklich mega lecker!

Sven`s fermentierter Coleslaw
Kochutensilien
- 1 Bügelglas 1 Liter
- 1 Küchenwaage
- 1 Reibe
- 1 Scharfes Messer
- 1 Schneidebrett
- 1 Schüssel mit Deckel oder Topf groß genug für das Gemüse
- 1 Löffel
Zutaten
- 1 Weißkohl mittelgroß / Bio
- 1 Möhren Bio
- 1 Zwiebel Bio
- 1 TL Fenchelsaat
- 1 TL Curry optional Rosenparika, Garam Masala, Chili
- 1/2 TL Pfeffer
- Salz unjodiert / ca. 2 % des Gemüsegewichts
Anleitungen
- Gemüse vorbereiten: Den Weißkohl in feine Streifen schneiden oder hobeln. Möhren schälen und grob raspeln. Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden.
- Zutaten vermengen: Alles in eine große Schüssel geben und mit Salz bestreuen. Dabei ca. 2 % des Gesamtgewichts des Gemüses an Salz verwenden (z. B. bei 1 kg Gemüse ca. 20 g Salz).
- Gewürze hinzufügen: Fenchelsaat, Curry oder Paprikapulver sowie den Pfeffer hinzufügen und gut vermengen.
- Massieren: Die Mischung mit den Händen kurz massieren, sodass das Salz gut verteilt ist, aber nicht kneten.
- Fermentieren: Die Schüssel abdecken und über Nacht im Kühlschrank stehen lassen. Das Salz zieht die Flüssigkeit aus dem Gemüse.
- Einschichten: Am folgenden Tag das Gemüse in ein sauberes Fermentationsglas schichten und dabei immer wieder festdrücken. Etwa 3-4 cm Luft zum oberen Rand freilassen. Das Gemüse anschließend mit der abgegossenen Flüssigkeit vollständig bedecken.
- Fermentation abschließen: den Galsrand säubern und das Glas verschließen. Bei Zimmertemperatur mindestens eine Woche fermentieren lassen. Danach kann es probiert werden – je länger es fermentiert, desto intensiver wird der Geschmack.
- Aufbewahren: Nach dem öffnen in den Kühlschrank stellen, dort hält es sich mehrere Monate. Wenn es nicht aufgegessen wird 🙂